Diplomarbeit in der
im Fachbereich Elektrotechnik
und Informatik
Diplomant: Markus Bresch
Matrikel: 126366
Nachrichtentechnische Infrastruktur in
Studentenwohnheimen des Osnabrücker Studentenwerkes
Erstprüfer: Prof. Dr.
Gerald Timmer
Zweitprüfer: Prof.
Dr. Werner Söte
Bearbeitungszeitraum: 01.09.1999
bis 01.12.1999
Inhaltsverzeichnis:
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Einleitung
-
Vorwort
-
Danksagung
-
Bezug
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Studentenwohnanlagen in Osnabrück,
eine kleine Reise
-
Derzeitiger Zustand
-
Bestehende oder in Bau befindliche
Rechnernetze
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Sedanstraße
-
Hermann-Ehlers-Haus
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Caprivistraße
-
Jahnplatz
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Bisherige Anbindung von Wohnheimen
an das Hochschulnetz
-
Telefonieren in Wohnheimen,
Anschlußversorgung
-
Fernseh- und Radioprogrammversorgung
-
So sollte ein Studentennetz
aussehen: Vorgaben
-
Wo soll es in Zukunft Rechnernetze
geben ?
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Voraussetzungen für den
Netzzugang
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Rechtliche Fragen
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Datenkosten
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Inhausverkabelung
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Lokale Netze
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Nutzung bestehender Infrastruktur
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10BaseT over KAT3 und Grundwissen
zu Leitungen
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xDSL als Inhauslösung
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ADSL Technologie
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Geräte für ADSL
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EMV (Elektromagnetische
Verträglichkeit) und ADSL
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Fazit zu ADSL als Inhauslösung
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CATV
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FunkLAN
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aktuelle LAN Technologie
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Koaxial
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KAT 5,6,7
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Lichtwellenleiter
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Hubbing, Switching oder Routing
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Hub
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Switch
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HD und FD
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Router
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Layer 3 Switch
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Datensicherheit und Geschwindigkeit
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Brandschutz bei neuen Netzen
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Fazit zur LAN-Technologie
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Telefonverkabelung
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analog a/b
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ISDN
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ATM
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Fernseh- und Radioprogrammverteilung
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Nutzung bestehender Verteilsysteme
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verschiedene Koaxialkabel
und Verteilkomponenten
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Planung neuer Verteilsysteme
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Digitale Programmzukunft
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DVB
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DAB
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Satellitenfernsehen kontra
Kabelfernsehen
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Anforderungen an Kopfstationen
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Projektierung einer Musterkopfstelle
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Anbindung von Wohnheimen an
externe Netze
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Studentennetzschaltung
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WAN Anbindung
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LWL
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ISDN
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xDSL
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Powerline
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Funk-Bridge
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Laserlink
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Netze in Osnabrück
-
Telekom Netz
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Kabelcom
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Stadtwerke / osnatel
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OPG-Netz (Osnabrücker
Parkgesellschaft)
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Bahn AG / Arcor
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Stadtverwaltung / Verkehrsleitung
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Hochschule / Rechenzentrum
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Ethernet oder ATM Backbone
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Anbindung an das Hochschulnetz,
das B-WiN und das Internet
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Havarieanbindung an einen
kommerziellen Provider
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Anbindung der Wohnheime an
Telefongesellschaften
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Neuerungen seit der Liberalisierung
des Telefonmarktes
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Ideen zur Vernetzung mit privaten
Telefonanlagen
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Beispiel Siemens Hicom
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IP und ATM Telefonie
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Ausschreibung eines Rahmenvertrages
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Ausarbeitung eines studentischen
Telefontarifes bei Zusammenarbeit in der Infrastruktur
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Fernsehprogramme über
LWL
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Beispiele aus anderen Städten
und von anderen Anbietern
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uni@home
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Münster
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Hannover
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Clausthal
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Vorschlag für ein Osnabrücker
Studentennetz
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Sternzusammenschaltung
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Hardware und Leitungen
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IP-Verteilung und Subnetz-Aufteilung
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Serverdienste
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Betreiberverein
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Zukunftsaussichten: was wird
in 10 Jahren sein ?
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Vorlesungen über das Internet
/ Multimedia
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Zwei LWL-Fasern für alles
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Wirtschaftliche Betrachtung
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Ab wann lohnt sich eine Satellitenempfangsanlage
statt Kabelfernsehen ?
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Was kostet das Osnabrücker
Studentennetz und wer bezahlt ?
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Wieviel kann / muß ein
Student beisteuern ?
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Vorfinanzierung und Mieterhöhung
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Sponsorenfinanzierung
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Inhausverkabelung: viele Möglichkeiten,
unterschiedlich teuer
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Kosten der WAN-Anbindungen
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Konkrete Planungen für
Inhausverkabelung
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Wohnheim Jahnplatz
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Wohnheim Salzmarkt
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Wohnheim Dodesheide
-
Wohnheim Jahnstraße
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Wohnheim Natruper Straße
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Wohnheim Blumenmorgen
-
Wohnheim Rostocker Straße
-
Wohnheim Wiesenstraße
-
Wohnheim Kommenderiestraße
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Wohnheim Leggeweg
-
Wohnheim Wörthstraße
-
Wohnheim Klushügel
-
Wohnheim Lüstringer Straße
-
Gesamtkalkulation
-
Schlußbetrachtungen
-
Literatur- und Adreß-Verzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorwort
In den letzten Jahren hat es sich eindeutig
herauskristallisiert: Elektronische Datennetze, allen voran das Internet,
sind die Technologie der Zukunft. Die Menge an Jobangeboten in diesem Bereich
unterstreicht dies zusätzlich. Hochschulen mit ihren Studierenden
waren die Vorreiter und sollten es auch bleiben. Obwohl Internet-Service-Provider,
sowohl ganz große wie die Deutsche Telekom AG, als auch kleine, aufgrund
des Konkurrenzdruckes die Zugangskosten zum Internet und damit zu allen
anderen Netzen immer weiter senken, stellt eine Standleitung zum Hochschulnetz
mit einer hohen Geschwindigkeit immer noch ein Privileg dar, was mit einem
langsamen ISDN-Wählanschluß nicht zu vergleichen
ist. Nach wie vor bekommen Studierende, die in einem Wohnheim wohnen, was
an die Universität angebunden ist, ungewöhnlich gute Ressourcen
für das Studium zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig werden damit
aber auch alle von der Universität oder Fachhochschule zur Verfügung
gestellten Rechner extrem entlastet. Ein wesentliches Ziel dieser Arbeit
soll es sein Wohnheime preisgünstig und und mit hoher Geschwindigkeit
an das Hochschulnetz und das Internet anzubinden. Dabei spielen neue Technologien
die wesentliche Rolle.
Die Integration verschiedener nachrichtentechnischer
Dienste auf einer Leitung, insbesondere auf schnellen Glasfaserleitungen,
gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ziel dieser Diplomarbeit ist es auch neue
Konzepte auf die Durchführbarkeit in Studentenwohnheimen zu überprüfen.
Viele Hochschulstandorte in Deutschland experimentieren zur Zeit in diese
Richtung. Nicht zuletzt lassen sich diese Konzepte dann auch auf andere
Wohnanlagen anwenden.
Nach 3 Jahren, einer langen Zeit in einer
schnellebigen Informationsgesellschaft, besteht auch eine gewisse Notwendigkeit
die in Clausthal vorgelegte Diplomarbeit durch aktuelle Technologien und
Trends zu ergänzen. Herr Kiel hatte 1996 eine hervorragende Basis
für den Bau von Wohnheimnetzen in ganz Europa geschaffen. Während
die Arbeit sehr allgemein und unabhängig vom Standort verfaßt
war, soll in dieser Diplomarbeit konkret auf den Standort Osnabrück
mit allen Vorzügen und Problemen eingegangen werden. Abschließend
erfolgt dann eine konkrete Planung.
Das bei Diplomarbeiten übliche Konzept
"erst Bestandsaufnahme, dann eigenständige Arbeit" verschwimmt hier.
Nur so war es möglich Auswirkungen zu begründen und chronologisch
anzuordnen. Ausschließlich das Kapitel 2 enthält eine reine
Bestandsaufnahme. Ab Kapitel 3 enthält der Text immer wieder Auswertungen,
die für die eigentliche Arbeit relevant sind. Kapitel 4 beinhaltet
Bestandsaufnahme und Planungsarbeit zu je 50%, ab Kapitel 6 folgt dann
ausschließlich Planung und Auswertung. Weil es sich hierbei um eine
Diplomarbeit im Fachgebiet Nachrichtentechnnik handelt, wurden die wirtschaftlichen
Betrachtungen in die separaten Kapitel 8 und 9 ausgegliedert.
Die gesamte Arbeit liegt in 2 Versionen
vor: gedruckt und online im Internet. Deshalb mußte ein Kompromiß
gefunden werden, der sich darin äußert, daß die im Internet
farbigen Grafiken in der gedruckten Version schwarz-weiß gerastert
und deshalb teilweise nicht einwandfrei erkennbar sind. Aufgrund des farbigen
Standards im Datennetz konnte aber nicht auf bunte Grafiken verzichtet
werden. Auch wird zur Erläuterung von Fachbegriffen teilweise auf
Links innerhalb des Textes zurückgegriffen, die in der gedruckten
Version natürlich nicht nutzbar sind. Im Zweifelsfall sollte also
ab dem 1. Dezember 1999 auf die Internetversion unter folgender Adresse
zugegriffen werden: http://www.sedan.uni-osnabrueck.de/~mbresch/diplom/
1.2 Danksagung
An dieser Stelle möchte ich allen danken,
die mich bei der Erstellung dieser Diplomarbeit unterstützt haben.
Insbesondere wurde ich auch von vielen Firmen mit Informationen und Angeboten
versorgt, die ich für die wirtschaftliche Betrachtung auch dringend
brauchte. Ohne deren Hilfe wäre ein Kalkulation nicht möglich
gewesen. Auch die Mitarbeiter der Rechenzentren Universität und Fachhochschule
haben mir oft bei Problemen und Fragen mit Rat und Tat zur Seite gestanden.
Namentlich möchte ich Herrn Prof.
Dr. Gerald Timmer für das interessante Themengebiet und Frau Ursula
Rosenstock vom Studentenwerk Osnabrück für das Interesse an meiner
Arbeit und die großartige Unterstützung danken.
1.3 Bezug
Vorausgesetzt wird in dieser Diplomarbeit
eine gewisse Einarbeitung in die Themen Rechnernetzwerke und Studentenwohnheime
im Zusammenhang mit Nachrichtentechnik. Dazu eignet sich in erster Linie
die 1996 erstellte Diplomarbeit von Hans-Ulrich Kiel, eine ca. 100 Seiten
lange Abhandlung zu dem Thema. Das Werk hat sich inzwischen zu einem Standardwerk
für die Rechnernetzplanung in Studentenwohnheimen entwickelt. Oft
wird in dieser Diplomarbeit auf Textstellen in den Unterlagen aus Clausthal
verwiesen. Meist bauen die folgenden Betrachtungen auf den Arbeiten von
1996 auf.
Wenn im folgenden der Begriff "Netz" erwähnt
wird, könnte dort auch genauso der Begriff "Netzwerk" stehen oder
umgekehrt. Der Begriff "Netz" entstand im Zuge des Ausbau der früheren
Telegraphiestrecken zu einem Telefonnetz unter der Verwaltung der ehemaligen
Deutschen Bundespost. Der Begriff "Netzwerk" wurde mit der Erfindung der
Rechnernetze in den USA (Network) eingeführt und einfach 1 zu 1 in
das deutsche übersetzt. Heute meinen beide Begriffe im Themengebiet
Nachrichtentechnik das gleiche: Ein nachrichtentechnisches Gebilde in dem
von jedem Anschluß auf irgendeine Weise ein anderer Anschluß
angesprochen werden kann. Elektrotechniker verwenden den Begriff "Netzwerk"
gerne für theoretisch zu berechnende Widerstandsnetzwerke. Um Verwechslungen
auszuschließen sei an dieser Stelle erwähnt, daß damit
kein Zusammenhang besteht.
2. Studentenwohnanlagen in
Osnabrück, eine kleine Reise
In der Stadt Osnabrück existieren im
Augenblick 28 Studentenwohnanlagen, die vom Osnabrücker Studentenwerk,
von der Universität oder einer Stiftung unterhalten werden. Im einzelnen
sind das folgende Wohnheime, Wohnhäuser und Gästehäuser:
-
Wohnheime und Wohnhäuser des Studentenwerkes
(der Unterschied zwischen Wohnheimen und Wohnhäusern liegt in der
Größe der Wohngemeinschaften; während bei Wohnhäusern
die Studierenden in Wohngemeinschaften mit ca. max. 7 Leuten zusammenwohnen,
wohnen in Wohnheimen die Studenten auf Fluren mit ca. 10 bis 20 Personen
zusammen, der Übergang zwischen den Bezeichnungen ist jedoch fließend.):
-
Dodesheide: Es handelt sich um ein altes,
traditionelles Wohnheim mit 212 Plätzen; gelegen im Stadtteil Dodesheide,
versorgt es hauptsächlich die grünen Fachbereiche der Fachhochschule
Osnabrück mit Wohnplätzen.
-
Hof Luhrmann: Ein ehemaliger Bauerhof mit
4 Gebäuden wurde hier, zwischen den Stadtteilen Haste und Gartlage,
zu einem Studentenwohnhaus umgebaut. Das ländliche Flair ist dabei
erhalten geblieben und prägt die 55 Wohnplätze.
-
Haste: Aus Osnabrück heraus in Richtung
Rulle liegt im Wald auf einem kleinen Berg das Wohnheim mit 24 Zimmern.
Es handelt sich um einen alten Fachwerk- / Bruchsteinbau, von dem man eine
hervorragende Aussicht genießt.
-
Jahnplatz: Mit ca. 270 Plätzen handelt
es sich um ein recht großes Wohnheim. Das Gebäude ist eine ehemalige
Fabrik, die durch Umbau und Erweiterungen zu einem Studentenwohnheim gemacht
wurde.
-
Jahnstraße: Fast direkt neben dem Jahnplatz
steht das relativ neue Gebäude mit 104 Wohnplätzen. Wie auch
im Jahnplatz-Wohnheim wohnen dort überwiegend Studierende der Universität,
die im Innenstadtbereich studieren.
-
Sedanstraße: Das 202 Zimmer zur Verfügung
stellende Wohnhaus liegt am Fuße des Westerberges. Der Vorteil ist
der Fußweg zu den Gebäuden der Universität und der Fachhochschule
am Westerberg.
-
Natruper Straße: Im dem Studentenwohnhaus
leben 52 Studierende in Wohngemeinschaften und Appartments. Zwischen Westerberg
und Innenstadt gelegen, bietet es in beide Richtungen kurze Wege an.
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Sedanstraße 2a: Eine 2 Personen Wohnung
wird im Obergeschoß des Kinderhortes bewohnt und befindet sich in
unmittelbarer Nähe des Wohnhauses Sedanstraße und des Westerberges.
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Salzmarkt: Das Wohnheim befindet sich im Neubaukomplex
des umgestalteten Salzmarktes (Tiefgarage, Markthalle, usw.). Mit 104 Studierenden
gehört es zu den größeren Wohnheimen.
-
Ziegelstraße: Es handelt sich um ein
kleines Wohnheim in der Nähe der Knollstraße. Der Altbau bietet
21 Studierenden Platz.
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Rostocker Straße: 11 Reihenhäuser
stellen in Haste 55 Wohnplätze zur Verfügung. Dabei teilen sich
immer 5 Studierende ein Haus mit 3 Etagen.
-
Blumenmorgen: 57 Studierende wohnen in unmittelbarer
Nähe zur Fachhochschule Haste in Reihenhäusern, die den Häusern
in der "Rostocker Straße" sehr ähnlich sind.
-
Caprivistraße: Das Wohnheim ganz oben
auf dem Westerberg liegt sehr nahe an den technischen Fachbereichen der
Fachhochschule und bietet 48 Studierenden Platz.
-
Haus auf der Stadtmauer: Das kleinste Studentenwohnheim
bietet einem Studierendem Platz und grenzt direkt an das Stadthaus am Rißmüllerplatz.
-
Wachsbleiche: Ein Altbau, im traditionellen
Wohnungsbau, der jetzt 12 Studierende beheimatet, liegt sehr nahe am Wohnhaus
Natruper Straße.
-
Katharinenstraße: Mit 11 Wohnpläzen
ist das Haus eher klein, liegt jedoch recht ruhig an der Fahrradstraße
im Katharinenviertel und sehr dicht an den Universitätsgebäuden
in der Innenstadt.
-
Mindener Straße: Das ehemalige Wasserwerk
beheimatet 20 Studierende, liegt jedoch sehr weit außerhalb von Osnabrück.
-
Lüstringer Straße: Das Schinkelwohnheim
mit 48 Plätzen besteht aus Neu- und Altbau und bietet ein recht ruhiges
Wohnen im Stadtteil Schinkel.
-
Klushügel: 3 benachbarte Häuser,
die direkt an einer Bahnstrecke liegen, werden dort als Studentenwohnheim
genutzt und bieten 51 Zimmer.
-
Wörthstraße: Das Wohnhaus bietet
neben 76 Zimmern auch eine ruhige Wohnlage trotz direkter Lage am Rosenplatz
in Osnabrück.
-
Leggeweg: Direkt am Wohnhaus Wörthstraße
befinden sich Reihenhäuser, die an die Häuser an der Rostocker
Straße erinnern. 65 Studierende finden hier Platz.
-
Kommenderiestraße: Es ist ein auch recht
neues Wohnhaus, was auf recht kleinem Raum Platz für 42 Leute zur
Verfügung stellt und sehr Nahe am Schloßgebäude der Universität
liegt.
-
Wiesenstraße: Dieses 'normale' Wohnhaus
kann von max. 20 Studierenden bewohnt werden und bietet damit Platz mitten
in der Stadt.
-
Hermann-Ehlers-Stiftung
-
Die Hermann-Ehlers-Stiftung bietet deutschlandweit
Studentenwohnplätze an. In Osnabrück ist es das Hermann-Ehlers-Haus
am Kurt-Schumacher-Damm mit 361 Wohnplätzen. Die Stiftung vermietet
alle Plätze selbst, ohne Vermittlung durch das Studentenwerk.
-
Gästehäuser des Studentenwerkes
in Zusammenarbeit mit der Universität (Gästehäuser bieten
eine gehobenen Wohnkomfort für Diplomanden und Doktoranten, die kurzzeitig,
3 Monate bis 3 Jahre, in Osnabrück wohnen.):
-
Lührmannstraße: 10 Appartments
stehen den Bewohnern in dem aufwendig renovierten Altbau mit viel Fachwerkelementen
zur Verfügung, desweiteren bietet das Gebäude mehrere Gemeinschaftsräume
an.
-
Gästehaus Kamp: 5 Personen können
in dem Haus an der Redlinger Straße wohnen.
2.1 Derzeitiger Zustand
Die nachrichtentechnische Infrastruktur in
den einzelnen Bauwerken ist stark unterschiedlich. Um alle Details zu erfassen
war eine aus ausführliche Informationstour erforderlich.
2.11 Bestehende oder in
Bau befindliche Rechnernetze
Im Vorfeld (die letzten 3 Jahre) gab es in
den Wohnheimen insgesamt 4 studentische Initiativen, deren Ziel es war
Rechnernetze in Wohnheimen zu installieren, die mit dem Hochschulnetz verbunden
sind und damit einen Zugriff auf die weltweiten Datennetze ermöglichen.
Leider waren nicht alle Initiativen erfolgreich, jedoch kann zumindest
teilweise auf deren Vorarbeitet aufgebaut werden:
2.111 Sedanstraße
1998 wurde im Studentenwohnhaus Sedanstraße
ein Rechnernetz installiert, was vom Betreiberverein SedaNet e.V. betrieben
wird. Dieses Netz bietet einen Anschlußpunkt in jedem bewohnten Zimmer
und einen Anschluß an das Hochschulnetz über ein Glasfaserkabel.
Zu erwähnen ist, daß das Netz nahezu vollständig in studentischer
Eigenarbeit installiert wurde und auch fast vollständig durch Sponsoren
und Kredite, die durch die einmalige Anschlußgebühr an das Netz
getilgt werden, finanziert wurde. Geplant wurde eine relativ alte Technologie
(10Base2, siehe Kapitel 3.121)
für einen Zeitraum von ca. 5 Jahren, um die Finanzierung zu ermöglichen
und den Arbeitsaufwand in Grenzen zu halten.
Abb. 1: Technisches Schaubild zum Netz im Wohnhaus Sedanstraße
2.112 Hermann-Ehlers-Haus
Das Netzwerk im Hermann-Ehlers-Haus war das
erste Rechnernetz in Osnabrücker Studentenwohnheimen. Geplant und
gebaut wurde es von Bewohnern 1996/1997 in Zusammenarbeit mit der Firma
Osmo aus Georgsmarienhütte. Die Technologie beruht weitestgehend auf
Kat5 und LWL (Lichtwellenleiter) Verkabelung (siehe Kapitel
3.12). Ein Rechneranschluß in jedem bewohnten Zimmer ist möglich.
Die Anbindung an das Hochschulnetz erfolgt z.Zt. über eine ADSL
Standleitung der Firma osnatel. Finanziert wurde
das Projekt durch Spenden der Industrie (kooperierende Firmen der Hermann-Ehlers-Stiftung)
und der Stiftung selbst. Mit fortlaufendem Austausch aktiver Komponenten
durch aktuelle Technik läßt sich das Netz mit Sicherheit weitere
10 Jahre betreiben. Die Administration und anfallende Wartungsarbeiten
werden von studentischen Beauftragten der Hausverwaltung erledigt.
In den folgenden Kapiteln wird auf dieses
Wohnheim nicht mehr eingegangen, weil es nicht direkt das Thema der Diplomarbeit
berührt. Das Netzwerk wird hier nur als Beispiel und wegen der Vollständigkeit
erwähnt.
2.113 Caprivistraße
Die Idee im Wohnheim Caprivistraße entstand
Ende 1998 aufgrund von Erdarbeiten der Fachhochschule Osnabrück, die
am Wohnheim vorbeiführten. Es lag nahe eine Anbindung des Wohnheimes
an das Hochschulnetz in einem Arbeitsgang (Erdarbeiten) durchzuführen,
um erhebliche Kosten zu sparen. Deshalb wurde eine Lichtwellenleiterkabel
vom Wohnheim zum Fachhochschulgebäude an der Caprivistraße eingezogen.
Nach monatelangem Stillstand der weiteren Planungen ergriff das Studentenwerk
selbst die Initiative und plante in Zusammenarbeit mit dem Staatshochbauamt
das zugehörige Inhausnetz. Die Installation durch die betreuenden
Hausmeister hat mittlerweile begonnen. Es wird eine Kat5 Verkabelung (siehe
Kapitel
3.122) mit einem Anschlußpunkt in jedem Zimmer eingebaut. Die
Planungen für die Realisierung der Anbindung, die aktiven Komponenten
und den Serverbetrieb sind noch nicht abgeschlossen. Die Finanzierung soll
durch eine Mieterhöhung von DM 5,- pro Monat erfolgen.
2.114 Jahnplatz
Im Jahr 1998 beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe
aus Bewohnern des Wohnheimes mit der Planung eines Rechnernetzes für
das Wohnheim Jahnplatz. Das Ergebnis liegt fast vollständig vor und
läßt eine Ausführung der Arbeiten durch eine Netzwerkfirma
mit geringen Modifikationen zu. Geplant wurde ein Netz ähnlich dem
im Hermann-Ehlers-Haus, auf Kat5 und LWL-Basis mit einem Anschlußpunkt
in jedem bewohnten Zimmer. Die Anbindung an das Hochschulnetz sollte über
eine ADSL-Verbindung der Hochschule aus dem Zentrum
für Hochschulsport heraus erfolgen, was sich in unmittelbarer Nähe
befindet. Der Netzbetrieb blieb in den Planungen offen. Die ehemaligen
Planer wollten jedoch die Verantwortung der Realisierung nicht übernehmen,
weil sie sich letztendlich nicht zutrauten das Projekt unter allen Umständen
vollständig durchzuführen, was erforderlich gewesen wäre,
um den Kreditansprüchen des Studentenwerkes gerecht zu werden, welches
das Projekt über eine Mieterhöhung vorfinanzieren sollte. Die
finanzielle Abhängigkeit legte das Projekt dann bis heute 'auf Eis'.
2.12 Bisherige Anbindung
von Wohnheimen an das Hochschulnetz
Insgesamt sind 3 bisherige Anbindungen zu
betrachten. Weil es sich um eine Art 'gewachsene Struktur' handelt, wurden
einfach die Wohnheime auf dem kürzesten oder kostenmäßig
günstigsten Weg an das Hochschulnetz angeschlossen.
-
Vom Hermann-Ehlers-Haus wurde die kürzeste
Verbindung über das osnatel-Netz zu irgendeinem
Universitätsgebäude genutzt, dieses war zufällig das Jura-Gebäude
am Heger-Tor-Wall.
-
Vom Studentenwohnhaus Sedanstraße lag
es nahe einfach ein ca. 100m langes Kabel bis zu Sedanstraße 4 (Psychosoziale
Beratungsstelle des Studentenwerkes) zu verlegen, weil dort sowieso ein
Anschluß verfügbar war.
-
Die Leitung vom Wohnheim Caprivistraße
führt in die Verwaltung der Fachhochschule, der weitere Weg ist noch
gar nicht geklärt, eine transparente Durchschaltung bis zur Universität
erscheint jedoch sinnvoll.
Um gewisse Sicherheitsmechanismen in beide
Richtungen der Anbindung einbauen zu können, müssen solche Anbindungen
über Router oder Layer-3-Switches (siehe Kapitel 3.13)
erfolgen. Im Falle des Hermann-Ehlers-Hauses und der Sedanstraße
ist das so realisiert worden. Desweiteren erfolgt die Anbindung der bisherigen
Wohnheime mit einer Geschwindigkeit von 8 bzw. 10 Mbit/s, was zur Zeit
vollkommen ausreicht, jedoch in der Zukunft ein Problem darstellt. Dann
müßte neue aktive Hardware (Router o.ä.) eingebaut werden;
eine Einbindung der bisherigen Wohnheime in eine übersichtliche Planung
ist also sinnvoll, um für die Zukunft vorbereitet zu sein.
2.13 Telefonieren in Wohnheimen,
Anschlußversorgung
Sämtliche betrachteten Wohnheime verfügen
über Telefonanschlüsse entweder direkt auf dem Zimmer oder in
der Wohnung (Flur). Ein weiterer Bedarf ist auch nicht vorhanden. Die gewählte
Telefongesellschaft (z.Zt. ausschließlich Telekom AG) kann über
die Leitungen jeweils wahlweise ISDN oder analoge Telefonanschlüsse
schalten. Auch in Zukunft zeichnet sich kein Telefonsystem ab, was anspruchsvollere
Leitungen benötigt als die, die z.Zt. überall installiert sind.
Damit scheidet die Integration des Inhaus-Telefonnetzes in die Netzwerktechnologie
schon im Vorfeld aus. Außerdem ergibt sich eine 100% ige Trennung
der Netze, das bildet ein Havarie-Konzept: falls das Rechnernetz ausfällt
wird das Telefonnetz dadurch dann nicht beeinflußt.
2.14 Fernseh- und Radioprogrammversorgung
Bei dem Großteil der betrachteten
Wohnheime ist mit jedem Zimmer ein Breitbandkabelanschluß der Kabelcom
Osnabrück vorhanden. Die Gebühren werden über die Miete
eingezogen. Lediglich die Wohnheime Wachsbleiche und Haste verfügen
noch über keine Verteilanlage und bieten damit auch keine Anschlußmöglichkeit.
Planungen der Hausmeister für das Wohnhaus Wachsbleiche sind jedoch
vorhanden und die Installation in der Vorbereitung.
Im Wohnheim Natruper Straße erfolgt
eine selektive Anschaltung der Wohnungen an das Netz der Kabelcom, standardmäßig
liegen die Anschlüsse auf einer Antennenverteilanlage. Dieses Verfahren
erfordert einen enormen Aufwand sowohl bei den Technikern der Kabelcom
als auch bei dem betreuenden Hausmeister des Studentenwerkes. Desweiteren
leidet durch den ständigen Umbau (bei jeder An- bzw. Abmeldung wird
umgeklemmt) die Infrastruktur (Anschlußdosen, Kabel, Kabeltragsysteme,
Wände) ganz erheblich darunter. Auch wird von Studierenden von wilden
Verkabelungen in den Wohnungen und defekten Anschlüssen berichtet.
Dort müßte dringend Abhilfe geschaffen und ein vernünftiges
System wiederhergestellt werden.
Im Wohnhaus Sedanstraße wurde vor
ca. 2 Jahren im Rahmen der Rechnervernetzung ein neues Verteilsystem für
Radio und Fernsehen installiert. Dort erfolgt jetzt die Einspeisung von
u.a. 22 Fernsehprogrammen über eine zentrale Satelliten-Kopfstation.
Die Gebühr an die Kabelcom Osnabrück entfällt dabei, weil
das Fernsehsignal selbst aufbereitet wird. Es wird dort relativ preisgünstige
Technik eingesetzt, die jedoch, was die eingespeisten Programme betrifft,
relativ flexibel ist und jetzt seit 2 Jahren zuverlässig läuft.
2.2 So sollte ein Studentennetz
aussehen: Vorgaben
Das Studentenwerk, als Auftraggeber, und die
Universität, als Lieferant der Daten, haben am 15.10.99 über
die Vorgaben ein Gespräch geführt. Es wurde geklärt, daß
einer Anbindung weiterer Wohnheime mit insgesamt ca. 1250 Anschlüssen
an das Rechenzentrum der Universität nichts im Wege steht. Die Anbindung
der Wohnheime sollte jedoch einzeln erfolgen, ein benötigtes Routing
oder Layer3-Switching der Administration des Rechenzentrums unterliegen.
Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Administratoren des Rechenzentrums
und des Netzbetreibers wird angestrebt. Eine Zusammenarbeit bei der Neuerschließung
von Datenübertragungsstrecken ist wünschenswert. Statische IP-Adressen
werden vom Rechenzentrum zur Verfügung gestellt. Anschlußkosten,
die durch den Anschluß von Wohnheimen entstehen, müssen durch
das Projekt (Studentenwerk) finanziert werden.
2.21 Wo soll es in Zukunft
Rechnernetze geben ?
Die Parteien sind sich bei diesem Gespräch
darüber einig geworden, daß folgende Wohnheime an ein Osnabrücker
Studentennetz mit einem Hochschulnetz-Gateway angeschlossen werden sollen:
-
Dodesheide
-
Jahnstraße
-
Jahnplatz
-
Sedanstraße
-
Natruper Straße
-
Caprivistraße
-
Blumenmorgen
-
Rostocker Straße
-
Salzmarkt
-
Wiesenstraße
-
Kommenderiestraße
-
Leggeweg
-
Wörthstraße
-
Klushügel
-
Lüstringer Straße
Damit scheiden von dem Projekt nur sehr kleine
Wohnheime, der "Hof Luhrmann" und die Gästehäuser aus. Natürlich
steht einem späteren Anschluß dieser Häuser an das zentrale
Netz nichts im Weg. Insgesamt sind in den anzuschließenden Wohnheimen
1393 Wohnplätze vorhanden, 202 Anschlüsse im Wohnheim Sedanstraße
sind in Betrieb, es ist also incl. Hausmeistern und Servern von ca. 1200
zu planenden Anschlüssen auszugehen.
2.22 Voraussetzungen fü
den Netzzugang
Wie auch in den bisher angeschlossenen Wohnheimen
ist die Voraussetzung für den Netzzugang die Immatrikulation an der
Fachhochschule oder der Universität. Desweiteren müssen die Nutzerordnungen
des Wohnheimnetzes (Beispiel Sedanstraße), des Rechenzentrums der
Universität und des DFN e.V. anerkannt werden.
2.23 Rechtliche Fragen
Für eventuelle strafrechtliche Vergehen
der Netznutzer haftet zuerst einmal die Universität Osnabrück
als Netzbetreiber. Diese wendet sich dabei aber in Folge, eventuell zusammen
mit dem Subnetzbetreiber (z.B. Betreiberverein), an den betreffenden Studierenden,
der dann vollständig haftbar ist. Die Nutzerordnung des Wohnheimnetzes
legt dabei die genaue Verfahrensweise fest.
2.24 Datenkosten
Voraussichtlich, so wird es auch in fast allen
deutschen Städten gehandhabt, werden die Kosten für die Daten
von der Hochschule getragen. Eine Gebührenabrechnung für angebundene
Studentenwohnheime ist zwar wiederholt angeregt worden, eine praktische
Durchführung erscheint jedoch unrealistisch, weil es dann zu finanziellen
Ungerechtigkeiten zwischen Studierenden im Rechner-Pool und im Wohnheim
kommen würde. Außerdem wäre ein massiver bürokratischer
Aufwand nötig. Auch läßt ein Blick auf andere Universitäten
in Deutschland keinen Osnabrücker Alleingang zu, weil das den Studienstandort
Osnabrück erheblich unattraktiv machen würde.
| Stadt |
Datenkosten |
Ideen für Datenkosten |
Anbindung |
Zukunft |
| Aachen |
keine |
keine, eher Zuschuß |
10 Mbit/s |
100 Mbit/s |
| Chemnitz |
keine |
keine |
10 Mbit/s |
reicht |
| Darmstadt |
keine |
keine |
10 Mbit/s |
reicht |
| Dortmund |
keine |
keine |
2 Mbit/s |
reicht |
| Freiberg |
keine |
keine |
10 / 155 Mbit/s |
reicht |
| Furtwangen |
keine |
keine |
10 Mbit/s |
reicht |
| Göttingen |
DM 20 pro Semester für alle Studierende |
keine weiteren |
8 Mbit/s ADSL, 10
Mbit/s, 100Mbit/s |
reicht |
| Hannover |
keine |
keine |
10 oder 155Mbit/s |
reicht |
| Harburg |
keine |
Ideen waren vorhanden, nicht weiterverfolgt |
2 Mbit/s HDSL |
reicht |
| Karlsruhe |
keine |
keine |
10 Mbit/s |
reicht |
| Kaiserslautern |
keine |
keine |
10 / 2 Mbit/s |
reicht |
| Oldenburg |
keine |
ja, aber unwahrscheinlich |
2 Mbit/s |
Erweiterung |
| Saarbrücken |
keine |
Gerüchte im Umlauf |
10 Mbit/s |
reicht |
| Stralsund |
keine |
keine |
10 Mbit/s |
reicht |
| Stuttgart |
keine |
keine, weil Projekt der Uni |
100 Mbit/s |
1000 Mbit/s |
| Ulm |
keine |
keine |
0,128 / 10 Mbit/s |
Erweiterung |
Abb. 2: Umfrage nach Datenkosten und derzeitiger Anbindungsgeschwindigkeit
Die Umfrage, die zu obiger Tabelle geführt
hat, hat im September 1999 über E-Mail stattgefunden. Dabei wurden
alle Studentenwohnheime in den deutschen Städten, die über eine
Datenanbindung zum Hochschulnetz verfügen, angeschrieben. Teilweise
wurde aus Städten mehrfach geantwortet, die Ergebnisse wurden dann
zusammengeführt. Einige Wohnheimadministratoren haben leider gar nicht
geantwortet. Interessant ist, daß die Meinungen der Universitäten
für Datenkosten sehr weit auseinandergehen. Während in manchen
Städten darüber nachgedacht wird Gebühren zu erheben, finanziert
die Universität in anderen Städten die Verkabelung in den Wohnheimen.
3. Inhausverkabelung
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit Anschlußdosen,
aktiven und passiven Verteilkomponenten und Kabeln: also allen Teilen von
Nachrichtennetzen, die im Haus installiert werden.
Für die verschiedenen Netze benutzt
man dafür normalerweise ganz unterschiedliche Komponeten. Um dem entgegenzuwirken
wurde ein Konzept zur "Strukturierten Verkabelung" entworfen und in Normen
(z.B. EN 50173, Europanorm) festgelegt. Die Normen spezifizieren
Anforderungen an das Inhaus-Netz in Bezug auf die Struktur, die Anforderungen
an die Komponenten und die Meßverfahren, womit das fertige Netz kontrolliert
wird. Das Konzept der "Strukturierten Verkabelung" richtet sich in erster
Linie an Firmen und Behörden, die ihre Verwaltungen mit Nachrichtennetzen
ausstatten. Sicher sind in dem Konzept auch viele Ansätze vorhanden,
die sich auf Studentenwohnheime anwenden lassen. Jedoch muß gesehen
werde, daß die Versorgung mit Radio- und Fernsehprogrammen in dem
Konzept gar nicht vorkommt, eine Telefonanschlußversorgung immer
schon vorhanden ist und nie mehr als ein Datenanschluß pro Wohnplatz
benötigt wird. Erschwerend kommt hinzu, daß die Betrachtungen
zur "Strukturierten Verkabelung" schon 4 Jahre alt sind und sich
die Anforderungen in der schnellebigen Datenwelt schon wieder geändert
haben.
Außerdem unterscheidet sich ein
Studentenwohnheim in vielen anderen Faktoren von einem Bürogebäude.
Hier seien nur einige wichtige genannt:
-
Wohnbereich anstatt Arbeitsplatz
-
Forschungsnetz und kein Produktionsmittel
(Verfügbarkeit muß nicht garantiert werden)
-
kein Stelzenboden oder abgehängte Decke
zur Kabelverlegung nutzbar
-
Fernseh- und Radioverteilung wird benötigt
-
bestehende Verteilungen (z.B. Telefon) müssen
integriert werden
-
Rechner werden von den Nutzern selbst administriert
-
mit Abhör- und Hackerangriffen ist in
Wohnheimen zu rechnen
-
die Kosten müssen für Studierende
tragbar sein
Aus diesen Gründen lassen sich die Normen
nicht anwenden. Es muß also nach speziellen Lösungen für
Wohnheime gesucht werden. Dabei sind natürlich Erfahrungen aus allen
bereits bestehenden Projekten in Osnabrück und anderen Städten
sehr hilfreich.
3.1 Lokale Netze
Der BegriffLAN (lokal area
network) hat sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt, wenn ein
lokales Rechnernetz gemeint ist. Anfangs gab es ausschließlich Rechnernetze,
die den Normen des IEEE (Institute of Electrical
an Electronics Engineers) Gremiums entsprachen. Es war festgelegt welche
Kabel, Stecker, Rechneradapter, Sternkoppler usw. verwendet werden durften.
Oft wurden die IEEE-Standards in ISO-Normen überführt.
Mittlerweile hat sich dies gelockert, es werden teilweise Netzkomponenten
gebaut, die zwar auf der Netztopologie aufbauen und die genormte Schnittstelle
verwenden, jedoch z.B. eine Netzkopplung über Funk oder die Kabelfernsehleitung
realisieren, die im Bereich LAN überhaupt nicht
genormt ist.
Unter einer Vielzahl von ehemals genormten
Netztopologien hat sich in den letzten 10 Jahren das Ethernet immer weiter
durchgesetzt. Die niedrigen Preise für die Komponenten und der einfache
und störungsarme Aufbau führten zu dieser Entwicklung. Nicht
genormete Netze (z.B. Kabel-TV oder Funknetze) verwenden zumindest die
Ethernet Schnittstelle zum Rechner. Es ist bisher kein Wohnheim in Deutschland
bekannt, wo das Rechnernetz nicht nach dem Ethernet Standard entworfen
wurde.
Abb. 3: einige IEEE-Standards, hier: den OSI-Schichten
1 und 2 zugeordnet
3.11 Nutzung bestehender
Infrastruktur
Auf den ersten Blick scheint eine Nutzung
von vorhandenen Leitungen oder Funkfrequenzen eine recht kostengünstige
Lösung für eine Inhausverkabelung zu sein. Folgende Vorteile
springen sofort ins Auge:
-
keine Stemm- und Bohrarbeiten, keine Gebäudeschäden
-
keine Kosten für neue Leitungen
-
weniger Installationskosten, weil das Verlegen
von Leitungen entfällt
-
kürzere Installationszeit
Leider stellt sich im Einzelfall meist heraus,
daß diese Lösungen einige Kriterien (Zukunftstauglichkiet, EMV
[Elektromagnetische Verträglichkeit], Geschwindigkeit) nicht erfüllen
oder aufgrund der teuren Endgeräte einfach preislich mit einer Neuverkabelung
nicht konkurieren können.
3.111 10BaseT
over KAT3 und Grundwissen zu Leitungen
10BaseT ist eine Standard,
um ein Ethernet zu bauen. Die erste Zahl (10) gibt dabei die Geschwindigkeit
des Netzes in Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an. T steht für eine Übertragung
über 2 Paare einer verdrillten Zweidrahtleitung (Twisted Pair). Es
handelt sich um den zur Zeit gebräuchlichsten Standard zum Bau eines
Ethernet. Die zugehörige Schnittstelle besteht aus einem 8-poligen
Westernstecker, in dem mindestens 4 bestimmte Kontakte belegt sind. Eine
maximale Verbindungslänge von 100m ist einzuhalten. Es handelt sich
um einen Punkt zu Punkt Standard, d.h. konkret, daß jeweils ein Datenendgerät
(Rechner) über ein Kabel an einen Sternkoppler angeschlossen werden
muß. Es entsteht damit ein sternförmiges Netz.
KAT3 bezieht sich einen Kabeltyp mit speziellen
elektrischen Eigenschaften (Dämpfung entsprechend der übertragenen
Frequenzen, Nahnebensprechen [NEXT] u.a.). Dazu sind alle Kabel, die verdrillte
Zweidrahtleitungen enthalten, nach dem amerikanischen Standard EIA/TIA
568 in Kategorien aufgeteilt worden. Durch Einhaltung bestimmter elektrischen
Grenzwerte kann ein Kabel dabei in die nächste Kategorie aufsteigen.
Folgende Tabelle schafft eine Übersicht:
Verkabelungs-
Kategorie |
Dienste und
Ethernet Standards |
max. Frequenz |
Jahr des Ethernet
Standards |
| Kategorie 1 |
Türklingel |
100 kHz |
kein Ethernet |
| Kategorie
2 |
Telefon, ISDN |
1 MHz |
kein Ethernet |
| Kategorie 3 |
Telefon, ISDN,
10BaseT,
10BaseT4 |
16 MHz |
1991 |
| Kategorie 4 |
Token-Ring, 10BaseT, 100BaseT4 |
20 MHz |
1993 |
| Kategorie 5 |
10BaseT
100BaseTX
1000BaseT |
100 MHz |
1994
1999 |
| Kategorie 6, 7 |
1000BaseT
andere |
200 MHz, 600 MHz |
noch kein Standard |
Abb. 4: Aufteilung der Kabel in Kategorien
Bei dem in der Überschrift genannten
KAT3 Kabel handelt es sich um ein folien-geschirmtes Telefonkabel, was
meist zwei Leitungspaare enthält. Wenn ein solches Kabel vorhanden
ist, könnte darüber ein LAN nach 10BaseT aufgebaut
werden. Weil diese Kabel jedoch nicht alle von gleicher Qualität und
teilweise nicht nur 2 sondern 4 Leitungspaare in dem Kabel verfügbar
sind, wurde auch der Standard 10BaseT4 eingeführt. Dabei werden 4
Paare benötigt, die Anforderungen an die Leitungsqualität sind
jedoch geringer, weil die Frequenz nur halb so hoch ist. Dieser Standard
hat in Europa keine Bedeutung, weil kaum ein Endgerät ihn unterstützt.
Es wird sehr selten vorkommen, daß
ein vollständiges KAT3 Kabel als Reserve verfügbar ist. Oft stehen
jedoch noch 2 Paare in z.B. einem 4 paarigen KAT3 Kabel zur Verfügung,
das sonst zur Telefonie genutzt wird. Hier kommt jetzt ein weiteres Unterscheidungsmerkmal
zu Geltung: die verschiedene Schirmung.
-
UTP: ohne jede Abschirmung
-
S/UTP: mit Gesamtabschirmung (meist Gesamtgeflecht)
-
STP: einzeln geschirmte Paare
-
S/STP: einzeln geschirmte Paare und zusätzlicher
Gesamtschirm
Um verschiedene Dienste (z.B. LAN
und Telefon) auf einer Leitung betreiben zu können, sollten die Paare
in der Leitung einzeln geschirmt sein. Es tritt ansonsten in dem Kabel,
zwischen den Paare ein starkes Nebensprechen auf (ein Austausch elektrischer
Spannung aufgrund induktiver und kapazitiver Kopplung), wodurch sich die
Dienste gegenseitig stören.
Das ist der Grund weshalb ein Betrieb
von verschiedenen Diensten auf KAT3 Kabeln nicht möglich ist. KAT3
Kabel sind ausschließlich vom Typ S/UTP erhältlich, besitzen
also keine einzeln abgeschirmten Paare.
Sollten die vorhandenen KAT3 Leitungen
recht einfach auswechselbar sein (z.B. in Kabelkanälen oder Leerrohren)
wird man normalerweise auch dort eine 10BaseT Übertragung
darüber vermeiden. In naher Zukunft müßte dieser Kabeltyp
aufgrund der nicht möglichen 100BaseTX Übertragung
(100Mbit/s), die sich langsam als Standard durchsetzt, gegen KAT5 Kabel
ausgewechselt werden. Dieses empfielt sich dann vorzuziehen, um nicht zwei
mal hintereinander sämtliche Steckdosen und Patchfelder (Verteileranschlüsse)
anklemmen zu müssen.
Kurzbewertung zu 10BaseT
over KAT3:
-
Arbeitsaufwand: gering
-
Gebäudebeschädigung: nahezu keine,
nur Steckdosen
-
Zukunftstauglichkeit: 3 Jahre
-
maximale Geschwindigkeit: 10Mbit/s
-
Zuverlässigkeit: hoch
-
EMV: mäßig,
Störungen möglich - abhängig von der Leitungsqualität
-
Datensicherheit: bei vollständigem Switching
(Kapitel 3.13) keine Bedenken
-
Kosten: sehr gering (ca. DM 200,- pro Zimmer,
Netzkarte - Steckdose - Kabel - Patch-Panel - Switch)
-
Voraussetzungen: vorhandene KAT3 Leitung in
jedes Zimmer
-
Gesamturteil: nicht zu empfehlen
3.112 xDSL als Inhauslösung
Das Kapitel 3 beschäftigt sich mit LAN
(Leitungslängen bis ca. 500m). Die xDSL Technologie ist jedoch ein
Weitverkehrsverfahren, was man unter Umständen auch als LAN
zweckentfremden kann. Vergleiche sind also eher mit einem Modem über
eine Telefonleitung, das bisher gebräuchlichste Weitverkehrsverfahren,
als mit Netzwerkkarten für Ethernet herzustellen.
xDSL faßt verschiedene Übertragungsverfahren
zur Datenübertragung auf Telefonleitungen zusammen. Das inzwischen
bekannteste und verbreiteste Verfahren dieser Art ist ADSL,
das ab jetzt weiter beispielhaft für xDSL behandelt wird.
| Bezeichung |
ADSL |
SDSL |
HDSL |
VDSL |
Bitrate in Senderichtung
(Nutzer zum Netz) |
16 bis 768 kbit/s |
1,544 Mbit/s bzw. 2,048 Mbit/s |
1,544 Mbit/s bzw. 2,048 Mbit/s |
1,5 bis 2,3 Mbit/s |
Bitrate in Empfangsrichtung
(Netz zum Nutzer) |
1,5 bis 9Mbit/s |
1,544 Mbit/s bzw. 2,048 Mbit/s |
1,544 Mbit/s bzw. 2,048 Mbit/s |
13 bis 52 Mbit/s |
| überbrückbare Leitungslänge |
2,7 bis 5,5 km |
2 bis 3 km |
3 bis 4 km |
0,3 bis 1,5 km |
| benötigte Adernpaare |
1 |
1 |
2 bei 1,544 Mbit/s,
3 bei 2,048 Mbit/s |
1 |
| Verfügbarkeit |
seit Mitte 90er Jahre |
seit Anfang 90er Jahre |
Seit Anfang 90er Jahre |
ab Ende 90er Jahre |
| benutzte Bandbreite |
bis ca. 1MHz |
ca. 240 kHz |
ca. 240 kHz |
bis ca. 30 MHz |
| POTS im Basisband |
ja |
nein |
nein |
ja |
| ISDN im Basisband |
nein |
nein |
nein |
ja |
Abb. 5: verschiedene xDSL Verfahren im Überblick
| ADSL |
Asymetric Digital Subscriber Line |
| POTS |
Plain Old Telephone Service: Das herkömliche
Analogtelefon wie wir es alle schon seit Jahrzehnten kennen. |
| SDSL |
Single Line Digital Subscriber Line |
| HDSL |
High Data RateDigital Subscriber Line |
| ISDN |
Integrated Digital Network Service: Stellt
2 B Kanäle à 64 kBit/s, diese werden zur Nutzdatenübertragung
verwendet, und einen D Kanal à 16 kBit/s, über den Steuerdaten
wie z.B. die Dienstekennung oder die Rufnummer übertragen werden,
zur Verfügung |
| VDSL |
Very High Data Rate Digital Subscriber Line |
Abb. 6: Glossar zu xDSL
Der Grund weshalb hier ADSL
beispielhaft behandelt wird ist aus der Tabelle klar ersichtlich: Es handelt
sich um ein unsymmetrisches Verfahren, d.h. es können maximal 9 Mbit/s
in das Studentenzimmer übertragen werden aber nur maximal 768 kBit/s
vom Hochschulnetz aus dem Studentenzimmer abgefragt werden. Diese Unsymmetrie
ist optimal für Wohnheime geeignet, weil Studierende im wesentlichen
Informationen aus dem Netz abfragen. Werden lokal Daten übertragen
(von einem Zimmer im Wohnheim zum anderen) ist die Geschwindigkeit allerdings
auch auf 768 kBit/s beschränkt. Ein weiterer Grund für die Auswahl
von ADSL ist, daß für Telefon und Rechnernetzwerk
nur eine Leitung benötigt wird. Am Endpunkt im Wohnheimzimmer wird
dazu ein Pots-Splitter installiert, der die Dienste
durch steilflankige elektrische Filter trennt.
3.1121 ADSL
Technologie
ADSL ist ein asymmetrisches
Datenübertragungsverfahren für Kupferdoppeladern. Im Vergleich
zu herkömmlichen Modemtechnologien gibt es deutliche Unterschiede:
Die von einem herkömmlichen Modem ausgesendeten Signale müssen
das gesamte Telekommunikationsnetzwerk eines Anbieters – inclusive Digitalisierung
in den Vermittlungsstellen – unbeschadet durchqueren. Daher steht den Analogmodems
nur der Sprachbereich zwischen 300 Hz und 3,4 kHz zur Verfügung.
Zwischen zwei ADSL-
Modems befindet sich dagegen nur die Kupferleitung, die gesendeten Signale
müssen also keine Rücksicht auf sonstiges Equipment nehmen. ADSL
nimmt das Frequenzspektrum bis etwa 1,1 MHz in Anspruch. Der Bereich zwischen
0 und 4 kHz wird für den normalen Telefoniebetrieb (POTS)
freigehalten.
Ab etwa 30 kHz beginnt ADSL
mit der breitbandigen Datenübermittlung. Für die Trennung zwischen
Up- und Downstream gibt es zwei Möglichkeiten. Die Echokompensation
ist von der konventionellen Modemtechnologie gut bekannt: Up- und Downstream
teilen sich den Frequenzbereich zwischen 30 kHz und 1,1 MHz. Das gesendete
Signal stört zwar das ankommende, doch da der Transceiver genau weiß,
welche Signale seine Sendestufe aussendet, kann er sie recht genau aus
dem Empfangssignal herausrechnen.
Die zweite Variante – Frequency Division
Multiplexing (FDM) – teilt die Frequenzen oberhalb 30 kHz nochmals in zwei
Bereiche auf. Zwischen 30 und etwa 130 kHz findet die Übertragung
des Upstream statt, die darüberliegenden Frequenzen werden für
den Downstream benutzt.
Welches Modulationsverfahren für
ADSL
eingesetzt werden soll, ist in der Industrie nochumstritten. Drei Leitungscodes
stehen zur Auswahl: die Quadratur- Amplituden/Phasenmodulation
QAM (wird von keinem Hersteller verwendet), die damit eng verwandte CarrierlessAmplituden/Phasenmodulation
CAP und die für bereits mehrere Standards ausschlaggebende Discrete
Multitone-Verfahren DMT. DMT teilt den für die Datenkommunikation
verfügbaren Frequenzbereich in über 250 schmale Frequenzbänder
auf, die jeweils etwa 4 kHz umfassen. Die
Mittenfrequenzen dieser Bänder sind die Träger, auf die die zu
übertragenden Daten mittels QAM
aufmoduliert werden. Die Standardisierungsgremien ANSI und ETSI legen in
ihren ADSL- Standards
fest, daß jede Trägerfrequenz maximal 15 Bit pro Sekunde und
Hertz transportiert. Diese Anzahl muß
nicht für jede Frequenz gleich sein. Die beiden an der Übertragung
beteiligten Modems testen die zwischen ihnen liegende Kabelstrecke und
erstellen eine Bitzuweisungstabelle (Bit loading table), die für jede
Trägerfrequenz die optimale "Bit-Ladung"
festlegt. Sie hängt in erster Linie vom Dämpfungsverhalten der
Leitung und von den vorhandenen Störeinflüssen auf der Übertragungsstrecke
ab. Diese Bitzuweisungstabelle erlaubt
es dem ADSL-Anbieter, die maximal verfügbare Bandbreite
vorab einzustellen. So kann er die angebotenen Datendienste differenzieren
und zu unterschiedlichen Preisen anbieten
– alles auf Grundlage einer einheitlichen Hardware.
Unabhängige Tests von Hochschulen
(z.B. Göttingen) haben ergeben, daß mit DMT eine deutlich schnellere
und sicherere Übertragung möglich ist als mit CAP. Wohl aus diesem
Grund schwenken immer mehr Hersteller zu diesem Verfahren über. Wichtig
zu wissen ist bei ADSL, daß kaum ein Modem oder
Router zu einem Gerät eines anderen Herstellers kompatibel ist.
Wie groß die maximale Datenrate
bei einem ADSL-Anschluß ist, hängt vom Zustand
und vor allem von der Länge der Leitungen ab. Je länger die Leitung
ist, umso größer ist die Dämpfung,
die die Signale erfahren – vor allem im oberen Frequenzbereich. Entfernungen
von bis zu drei Kilometern erlauben Datenraten zwischen 6 und 8 Mbit/s.
Je weiter der Teilnehmer von der Ortsvermittlung
entfernt ist, umso kleiner ist die maximal erreichbare Datengeschwindigkeit.
Für die LAN Anwendung im Haus mit Leitungslängen
von 50 m bis 500 m kann normalerweise immer die maximale Geschwindigkeit
erwartet werden.

Abb. 7: Pegel bei CAP und DMT über die Frequenz aufgetragen
3.1122 Geräte für
ADSL
Mittlerweile stellen die Firmen 3Com, Alcatel,
Archtek, Askey, Cisco, E-Tech, Elsa, Fujitsu, ke, Nortel, Orckit, Siemens,
Xavi und Zyxel ADSL Produkte her. Folgende Gerätetypen
sind üblich:
-
ADSL Router: Es handelt
sich um einen Router im klassischen Sinne: er bietet meist einen 2-Draht
Anschluß, an den die Telefonleitung (mit zwischengeschaltetem Pots-Splitter)
angeschlossen wird. Rechnerseitig erfolgt der Anschluß üblicherweise
über ein Ethernet Interface (10BaseT). Der
Router wird meist über eine Terminal-Oberfläche (serielle Schnittstelle)
oder über ein HTML-Interface konfiguriert. Bei der Realisierung einer
ADSL Standleitung mit 2 Routern sollte man vorsichtig sein: Nur wenige
Modelle sind standleitungsfähig !
Abb. 8: Cisco 675 SOHO/Telecommuter
ADSL-Router
-
ADSL Modem: Um nicht an
die Geschwindigkeitsgrenze der seriellen Schnittstelle zu stoßen,
gibt es ADSL Modems fast ausschließlich als Einsteckkarte für
den PC oder zum Anschluß über ein USB-Interface. Angesprochen
werden diese Modems über klassische AT Befehle, was sie weitgehend
kompatible zu Softwareanwendungen hält. Die Anschaltung an das Telefonnetz
ist identisch mit den ADSL Routern.
-
ADSL Remote Access Server:
Diese Geräte sind meist für den 19" Einbau im Rack vorbereitet
und enthalten üblicherweise 30 geroutete Ports. Sie dienen als zentrale
Kopfstation eines Netzes oder stehen bei einem Internetprovider zur Einwahl
(sofern man bei ADSL davon sprechen kann) zur Verfügung.
Preislich sind alle Geräte zwischen 1000,-
und 2000,- DM anzusiedeln (bei Access Servern: pro Port). Dieses kann sich
bei einer endgültigen Einigung auf einen Übertragungsstandard
und der Erschließung des Massenmarktes natürlich kurzfristig
ändern, jedoch ist dafür kein Datum abzusehen.
3.1123 EMV (Elektromagnetische
Verträglichkeit) und ADSL
Leider handelt es sich bei ADSL
nicht um eine neue Erfindung, um über eine Telefonleitung einfach
mehr Daten zu transportieren, vielmehr beruht die Neuerung auf der Freigabe
von Funkfrequenzen auf Leitungen. Konkret bedeutet das: Was früher
verboten war ist heute erlaubt. Während man vor ein paar Jahren nicht
mal einen Anrufbeantworter ohne Prüfzeichen an die Telefonleitung
anschalten durfte, weil er Störungen hätte verursachen können,
werden heute mit ADSL Funksignale über die Leitungen geführt.
Oben war es schon angedeutet: ADSL belegt den Frequenzbereich von 30 kHz
bis 1,1 MHz. In diesem Bereich befinden sich jedoch auch Funkdienste: Rundfunkdienst
(Mittel- und Langwelle), feste Funkdienste, Seefunkdienste und Navigationsfunkdienste.
Es gilt also zu untersuchen, ob ADSL von diesen Diensten gestört wird
bzw. ob diese Dienste von ADSL gestört werden.
Aus diversen ADSL
Pilotprojekten, z.B. Münster, und Untersuchungen an der Fachhochschule
Gelsenkirchen geht hervor, daß ADSL sich durch Rundfunk und Amateurfunksender
normalerweise nicht stören läßt.
Störungen von ADSL wurden jedoch
wiederholt von Rundfunkhörern im Mittel- und Langwellenbereich aufgenommen.
Diese Störungen stammen von Unsymmetrien in den verdrillten Zweidrahtleitungen.
Schlecht produzierte Leitungen und Klemmstellen strahlen die Hochfrequenzenergie
am stärksten ab.
Um die ADSL-Systeme trotzdem betreiben
zu können, wurden im Zuge der Umstellung der DIN-Normen auf Europanormen
die Störstrahlungsgrenzwerte angehoben. Im neusten Normenentwurf wurden
die Grenzwerte nochmal um 10dB angehoben und folgender Text angefügt:
"... falls es dennoch zu Störungen kommen sollte, so sind diese hinzunehmen
...". Es ist also davon auszugehen, daß bei einer Installation einer
ADSL Verteilung, in dem Haus kein Langwellen- und Mittelwellenrundfunk
mehr empfangbar ist, eine Auswirkung auf Nachbarhäuser ist jedoch
unwahrscheinlich.
3.1124 Fazit zu ADSL
als Inhauslösung
Zwei wesentliche Probleme zeichnen sich bei
der ADSL Technologie ab, wenn man sie als Inhauslösung
nutzen will, was das Studentenwerk Hannover bereits als Pilotprojekt 1999
getan hat (Kapitel 5.3):
Es entstehen Kosten für Endgeräte,
die bei etwa DM 2000,- pro angeschlossenem Studentenzimmer liegen, und
die Geschwindigkeit ist in Zukunft nicht ausbaubar. Das Projekt in Hannover
ist nur so zu erklären, daß es ganz wesentlich von Firmen bezuschußt
wurde, um überhaupt ein Projekt dieser Art realisieren zu können.
Kurzbewertung zu xDSL als Inhauslösung:
-
Arbeitsaufwand: gering
-
Gebäudebeschädigung: nahezu keine
-
Zukunftstauglichkeit: 2 bis 3 Jahre
-
maximale Geschwindigkeit: 8 Mbit/s bzw. 768
kBit/s intern
-
Zuverlässigkeit: recht hoch
-
EMV: Mittelwellen- und
Langwellenrundfunk werden gestört
-
Datensicherheit: mäßig, weil aufgrund
der Störstrahlung abhörbar
-
Kosten: extrem hoch (ca. DM 2000,- pro Zimmer,
xDSL-Router - Pots-Splitter - Access-Server)
-
Voraussetzungen: vorhandene Telefonleitung
in jedem Zimmer
-
Gesamturteil: nicht zu empfehlen
3.113 CATV
Beim Betrieb eines CATV Netzes wird die vorhandene
Verteilanlage für Radio- und Fernsehprogramme zur Datenübertragung
mitgenutzt. Teilnehmerseitig wird dazu ein sogenanntes CATV- oder Kabel-Modem
verwendet, was die Daten moduliert und demoduliert. An der Spitze des gemischt
stern- und busfömigen Netzes wird eine Kopfstelle installiert, die
das Netz administriert und eine Verbindung zum Hochschulnetz realisiert.
Die Daten zum studentischen Rechner (Downstream) werden dabei in einem
freien Fernsehkanal übertragen. Die Daten vom studentischen Rechner
weg (Upstream) müssen im Rückkanalbereich (5-55 MHz) übertragen
werden.
1997 bis 1998 wurden an der Universität
Hannover, Lehrgebiet Rechnernetze und Verteilte Systeme, wissenschaftiche
Untersuchungen an einer Pilotanlage in mehreren Studentenwohnheimen durchgeführt.
Insbesondere wurden dort auch alle Probleme betrachtet, die während
des Aufbaus und des Betriebes auffielen, hier einige Stichpunkte daraus:
-
Das ganze Verteilsystem muß rückkanalfähig
ausgerüstet werden (meist Austausch aller Verstärker, teilweise
auch aller Verteiler und Antennensteckdosen).
-
Meist wurden die Netze nicht für den
Rückkanalbetrieb geplant, deswegen kommt es oft zu erheblichen Pegelschwankungen.
-
Störungen durch Netzleitungen, Kurzwellensender
und den CB-Funk treten im Rückkanal auf und schränken ihn ein.
-
Normal übliche lange Baumnetze, die für
TV-Übertragung gut funktionieren, verhindern unter Umständen
den Computernetzbetrieb; Abhilfe schafft dann nur eine neue sternförmige
Verteilanlage.
Abb. 9: Aufbau des CATV Netzes in Hannover
Auch in Stuttgart wird in Studentenwohnheimen
ein CATV Netz betrieben. Im Internet ist zu dem Thema ein "Schwarzes Brett"
zu finden, an dem auch alle Störungen verzeichnet sind. Im Jahr 1998
sind darauf 8 mehr oder minder schwere Störungen zu finden.
Auch schreibt der zuständige studentische
Netzbetreuer aus Stuttgart: "Wir wollen hier in Stuttgart von dieser Lösung
weg (da es nicht weiter skaliert und zudem extrem unzuverlaessig ist).
Als limitierender Faktor hat sich hier aber die miserable Qualitaet der
HF-Strecken herausgestellt."
Die Finanzierung der CATV-Anlagen erfolgt
meistens geteilt. Während die Kopfstelle und die Leitung zur Hochschule
zentral finanziert wird, erfolgt die Beschaffung der Kabel-Modems über
eine monatliche Miete: diese Beträgt meist DM 30,-.
Auch das CATV Verfahren ist ein unsymmetrisches
System. Im Downstream ist eine maximale Geschwindigkeit von 30 Mbit/s möglich,
die sich allerdings alle angeschlossenen Rechner teilen. Im Upstream wird
bei einem Hochschulnetzzugriff meist sowieso nicht viel übertragen,
zum Problem wird der Upstream jedoch bei einer Datenübertragung im
Wohnheim von Zimmer zu Zimmer, weil sich alle angeschlossenen Rechner die
2,5 Mbit/s teilen müssen.
Kurzbewertung zu CATV:
-
Arbeitsaufwand: gering
-
Gebäudebeschädigung: nahezu keine
-
Zukunftstauglichkeit: 1 bis 2 Jahre
-
maximale Geschwindigkeit: 30 Mbit/s bzw. 2,5
Mbit/s intern: für alle Rechner zusammen
-
Zuverlässigkeit:schlecht
-
EMV: vergleichbar mit der
üblichen Fernsehverteilung, kann jedoch selbst gestört werden
-
Datensicherheit: Datenspionage ist an jeder
Stelle des Verteilnetzes leicht möglich
-
Kosten: extrem hoch (ca. DM 2000,- pro Zimmer,
Kabelmodem - Daten-Kopfstation)
-
Voraussetzungen: Rückkanaltaugliche Fernsehverteilanlage
-
Gesamturteil: nicht zu empfehlen
3.114 FunkLAN
Unter diesem Stichwort versteht man ein Rechnernetzwerk,
was ohne Leitungen, Stecker, Verteiler, usw. auskommt und über Funk
ein LAN bildet. Lediglich eine Adapterkarte (ISA, PCMCIA)
muß in jedem Rechner installiert werden. Die Antenne ist darin schon
integriert, kann jedoch auch abgesetzt werden. Offensichtlich gibt es vom
IEEE
Gremium einen allgemeingültigen Standard mit der Bezeichnung 802.11,
in dem diese Systeme, die im 2,4 GHz Frequenzbereich arbeiten, definiert
sind. Folgende Betrachtungen beziehen sich beispielhaft auf Produkte der
Firma Lucent, die ihr System "WaveLAN" nennt.
Bei einem Ethernet wird auf das Medium
(das Kabel) über das CSMA/CD Verfahren zugegriffen.
Es handelt sich bei dem Prinzip um das Shared-Medium-Konzept (siehe dazu
auch Diplomarbeit von Hans-Ulrich Kiel). Im FunkLAN
wird versucht fast genau das gleiche Verfahren auf das Medium Funkfrequenz
anzuwenden.
Konkret heißt das: Alle Stationen
empfangen die Funkfrequenz auf der auch alle Stationen senden können.
Wenn die Frequenz frei ist, kann eine Station, die Daten zu versenden hat,
senden. Senden zufällig 2 Stationen gleichzeitig, muß die Sendung
wiederholt werden. Ein Zufallsalgorithmus beseitigt das erneute gleichzeitige
Senden. Das Prinzip wird seit 1980 im Amateurfunk als "Packet-Radio" benutzt.
Aufgrund der hohen Frequenz steht ausreichend
Bandbreite zur Verfügung, um eine Geschwindigkiet von 2 oder 8 Mbit/s
zu realisieren. Die hohe Frequenz reduziert jedoch die Reichweite, so daß
je nach Antenne und Sichtkontakt 50 bis 500m überbrückt werden
können. Sollte eine Frequenz schon durch andere Nutzer belegt sein
(auch ganz andere Geräte belegen diesen frei verfügbaren Frequenzbereich)
wird automatisch auf eine andere Frequenz ausgewichen. Insgesamt 13 Frequenzen
stehen in Deutschland zur Verfügung.
Abb. 10: FunkLAN PCMCIA-Karte der Firma Lucent
Der Hersteller bietet seine Produkte hauptsächlich
für temporäre Anwendungen oder für kurzfristige Lösungen
an. Einem Einsatz in einem mittleren Studentenwohnheim von ca. 100 Studierenden
steht jedoch schon die zu große Entfernung von mehreren hundert Metern
und die geringe Geschwindigkeit (2 oder 8 Mbit/s für alle zusammen)
entgegen. In sehr kleinen Wohnheimen (bis ca. 10 Wohnplätze) wäre
ein Einsatz vielleicht denkbar.
Kurzbewertung zu FunkLAN:
-
Arbeitsaufwand: gering
-
Gebäudebeschädigung: keine
-
Zukunftstauglichkeit: 1 bis 2 Jahre
-
maximale Geschwindigkeit: 2 oder 8 Mbit/s:
für alle Rechner zusammen
-
Zuverlässigkeit:mäßig
-
EMV: belegt nicht-exklusive
Funkfrequenzen, kann dadurch stören und selbst gestört werden
-
Datensicherheit: Abhören aufgrund der
Funkübertragung denkbar
-
Kosten: hoch (ca. DM 1500,- pro Zimmer, FunkNetz-Karte
- Zimmerantenne)
-
Voraussetzungen: keine
-
Gesamturteil: nur kurzzeitig und in sehr kleinen
Wohnheimen zu empfehlen
3.12 aktuelle LAN
Technologie
In den vergangenen Kapiteln (xDSL, CATV, FunkLAN)
wurde im wesentlichen deutlich, daß für die Nutzung einer bestehenden
Infrastruktur immer recht teure Anschlußkomponenten erforderlich
sind. Diese müssen an jedem Netzwerkanschluß und der zentralen
Verteilstation installiert werden und verursachen dadurch enorme Materialkosten.
In diesem Zusammenhang ist interessant, daß Netzwerkkarten und Verteileinrichtungen
vom Typ Ethernet seit etwa einem Jahrzehnt einem enormen Preisverfall unterliegen.
Teilweise sind Karten mit einer Geschwindigkeit von 10 Mbit/s schon für
DM 20,- erhältlich. Aufgrund der hohen Anschlußzahl in relativ
kleinen Abständen (eine Voraussetzung für Ethernet), die in Studentenwohnheimen
immer vorhanden ist, ergibt sich dann eine schnelle und kostengünstige
Lösung.
3.121 Koaxial
Der Verkabelung mit Koaxialkabeln liegt die
Ethernet-Bus-Struktur zugrunde. Der Standard IEEE 802.3
10Base5 war der erste Ethernet Standard, der starke Verbreitung gefunden
hat. Diese Art
LAN ist landläufig auch unter der
Bezeichnung "Yellow Cable" bekannt, weil ein relativ dickes (ca. 10mm),
gelbes Koaxialkabel als Medium benutzt wurde. Von diesem maximal 500m langen
Strang konnten über Transceiver max. 50m lange mehrpaarige Abzweige
angeschlossenen werden, die ohne Steckdose über das AUI-Interface
an die Netzwerkkarte angeschlossen wurden. Aufgrund des hohen Preises,
der unförmigen Kabel und weil der fehlende Steckdosenstandard eine
ordentliche Verkabelung nicht zuließ, gehört 10Base5 jedoch
mittlerweile der Geschichte an.
Die Weiterentwicklung
ist der 10Base2 Standard. Dabei wird ein sehr flexibles und preisgünstiges
50 Ohm Koaxialkabel verwendet, was auch im Mobilfunkbereich sehr verbreitet
ist: RG58. Dieses wird mit, meist gekrimpten, BNC-Steckern konfektioniert
und von Rechner zu Rechner gezogen. Auf der Netzwerkkarte, die über
eine BNC Buchse verfügt, steckt ein BNC-T-Adapter, der den Rechner
anschließt und das Bussystem zusammenfügt. Die maximale Kabellänge
bei 10Base2 beträgt nur noch 185m (im Vergleich zu 10Base5), weil
die Dämpfungseigenschaften des Kabels deutlich schlechter sind. Wie
auch bei 10Base5 kann man mit 10Base2 eine theoretische Geschwindigkeit
von 10Mbit/s erreichen. Hier kann man deshalb nur eine theoretische Geschwindigkeit
angeben, weil alle Stationen das gleiche Kabel zur Kommunikation benutzen
(Zeitmultiplex) und den Zugriff über das CSMA/CD
(Carrier Sense Multiple Access / Collision Detection) Verfahren regeln.
Es wird also das Shared-Medium-Konzept angewendet.
Abb. 11: 10Base2 Netzwerk
Insgesamt dürfen maximal 30 Rechner
an ein Koaxialsegment angeschlossen werden. Um Reflexionen an den Kabelenden
zu verhindern, die sonst jeden vernünftigen Datenempfang verhindern
würden, müssen beide Enden des Ethernet Segmentes mit dem Wellenwiderstand
(50 Ohm) abgeschlossen werden. Dieses wird mit speziellen Aufsteckwiderständen
(Terminatoren) erreicht, die kaum größer als ein normaler Stecker
sind.
Sollen mehrere solche 10Base2 Ethernet-Segmente
verbunden oder ein Uplink z.B. zum Hochschulnetz hergestellt werden, muß
man Repeater verwenden. Diese verstärken, regenerieren und verteilen
die Netzsignale, auch werden fehlerhafte Segmente vom Netz abgekoppelt,
um störende Beeinflussungen zu verhindern.
Das große Problem dieses Systemes
ist die Fehleranfälligkeit: Ist ein Kabel defekt (Bruch oder Kurzschluß),
ein Stecker versehentlich abgezogen oder eine Netzwerkkarte defekt, liegt
das ganze Ethernet Segment brach. Die Fehlersuche gestaltet sich dann oft
mühsam, insbesondere wenn das Segment sehr lang ist.
Für 10Base2 gab es anfangs auch keine
üblichen Steckdosen. Die Kabel wurden einfach von Zimmer zu Zimmer,
meist über die Fußleiste, verlegt und direkt an den Rechner
angeschlossen. Im Laufe der Jahre verbreiteten sich aber eine Vielzahl
von Stecksystemen, die teilweise auch Sicherheitsvorteile für das
Netz brachten. Beispielhaft sei hier das scEAD System erwähnt. Es
handelt sich um eine geschirmte Weiterentwicklung des EAD Systems. Damit
hat die Firma Telegärtner auf die Forderungen der EMV
Vorschriften reagiert und das System verbessert. Diese Steckdosen besitzen
2 TAE-Z Anschlüsse, die aussehen wie Telefonsteckdosen für analoge
Telefone. Telefone können jedoch mechanisch dort nicht eingesteckt
werden. Ein spezielles scEAD Kabel verbindet diese Steckdose mit dem anzuschließenden
Rechner und ersetzt gleichzeitig das T-Stück. Netzseitig besitzt die
Steckdose 2 BNC Buchsen, mit dem sie in das Ethernet Segment eingeschleift
wird. Wird ein scEAD Kabel in die Steckdose eingesteckt, unterbricht der
Vorgang das Ethernet Segment und leitet es über die Netzwerkkarte
um. Dadurch ist ein problemloses Ein- und Ausstecken von Rechnern, ohne
Betriebsstörungen, im Segment möglich.
Vor ca. 1,5 Jahren wurde diese Technologie
im Studentenwohnhaus Sedanstraße eingebaut. Alle Rechner sind dort
ausschließlich mit der scEAD Technologie angeschlossen. Die Segmente
wurden sehr kurz gehalten und auf 4 Rechner pro Segment begrenzt. Aufgrund
der dortigen Haustopologie konnte kein anderes System installiert werden,
weil sonst aufwendige Stemm- und Bohrarbeiten nötig gewesen wären;
in den vorhandenen Lehrrohren war nur noch für eine Busverkabelung
platz. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß trotz anfänglicher
Vorbehalte gegen das System, das Netz sehr zuverlässig läuft
und fast keine Fehler im 10Base2 System auftreten.
Kurzbewertung zu 10Base2:
-
Arbeitsaufwand: komplette Neuverkabelung
-
Gebäudebeschädigung: je nach Hausbeschaffenheit
-
Zukunftstauglichkeit: 2 bis 3 Jahre
-
maximale Geschwindigkeit: 10 Mbit/s
-
Zuverlässigkeit:mäßig hoch
-
EMV: keine Bedenken, weil
vollständige Schirmung und niedrige Frequenz
-
Datensicherheit: abhörbar in den Segmenten
und über den Repeater
-
Kosten: gering (ca. DM 350,- pro Zimmer, Netzkarte
- Repeater - Steckdose - Kabel - Switch - Hausinstallation)
-
Voraussetzungen: keine
-
Gesamturteil: Nicht zu empfehlen, weil die
Geschwindigkeit nicht ausbaufähig ist.
3.122 KAT 5,6,7
Wie in Kapitel 3.111
schon beschrieben ist der Ethernet Standard 10BaseT
inzwischen sehr weit verbreitet. Es handelt sich dabei um eine ausschließlich
sternförmige Verkabelung. Jedes Zimmer bzw. jede Anschlußdose
wird mit einem separatem Kabel von einem zentral gelegenen Verteilerkasten
aus angeschlossen. Im Vergleich zur Bustopologie ist der Installations-
und Investitionsaufwand höher. Die Vorteile des Twisted Pair (ab Kategorie
5) liegen jedoch in der Möglichkeit auch höhere Geschwindigkeiten
über die gleiche Leitung zu realisieren. Jeder Teilnehmer hat seinen
eigenen Anschluß, er kann deshalb nicht durch Defekte anderer gestört
werden und ist auf einem Patchfeld einzeln zu- oder absteckbar. Fehler
lassen sich dadurch leichter lokalisieren und beheben. Eigentlich sind
für die Übertragung nach 10BaseT (10 Mbit/s)
und 100BaseTX (100 Mbit/s) nur 2 Kupferpaare in
der Leitung nötig. Die Verbreitung des Prinzips der strukturierten
Gebäudeverkabelung hat jedoch bewirkt, daß nahezu ausschließlich
4-paarige Leitungen erhältlich sind. Seit neustem ist der Standard
1000BaseT
(Gigabit Ethernet, IEEE 802.3ab) festgelegt, dieser
greift dann auf alle 4 Adernpaare zurück und überträgt Daten
mit einer maximalen Geschwindigkeit von 1000 Mbit/s. Alle Geschwindigkeiten
setzen eine maximale Kabellänge von 100m voraus, die erfahrungsgemäß
sehr schnell überschritten werden kann und bei der Planung oft überprüft
werden muß. Mit einem KAT5 Kabel werden immer 2 Stationen verbunden,
man spricht auch von einer Punkt-zu-Punkt Übertragung. Abschlußwiderstände,
wie sie im Bus-System in Kapitel 3.121 wichtig waren,
sind hier in den Endgeräten und Sternkopplern integriert.
|
Ethernet |
Fast Ethernet |
Gigabit Ethernet |
| Datenrate (HD) |
10 Mbit/s |
100 Mbit/s |
1 Gbit/s |
| Slot Time |
51,2 µs / 512 Bit |
51,2 µs / 512 Bit |
4,096 µs / 512 Byte |
| Inter Packet Gap |
9,6 µs |
0,96 µs |
96 ns |
| |
Reichweite |
Standard |
Reichweite |
Standard |
Reichweite |
Standard |
| CAT5 UTP |
100 m |
10BaseT |
100 m |
100BaseTX |
25-100 m |
1000BaseT |
Abb. 12: Übersicht der möglichen Ethernet-Übertragungen
über KAT5
Als Stecker für die KAT5 Verkabelung
wird der 8 polige RJ45 Stecker (Western-Plug) verwendet. Es handelt sich
um einen Crimpstecker, den man sowohl geschirmt und auch nicht geschirmt
findet. Um ein hochwertiges Netzwerk zu realisieren, werden meist geschirmte
Stecker der Firmen Herose oder Steward verwendet. Anstatt die Stecker bei
der Netzinstallation zu krimpen, werden meist fertige Patchkabel verwendet.
Diese bestehen aus einem flexiblen KAT5 Kabel (Litzen, andere KAT5 Kabel
enthalten massive Leiter) mit aufgekrimpten Steckern an beiden Seiten.
In den anzuschließenden Zimmern werden RJ45 Steckdosen verwendet,
um Beschädigungen zu vermeiden üblicherweise mit einem 45 Grad
geneigten Anschluß, auf die das Installationkabel mit Hilfe der LSA-Plus
Klemm- / Schneidtechnik aufgelegt wird. Dabei handelt es sich um ein Verfahren
aus der Telefontechnik, bei dem der Draht ohne Abisolierung direkt in eine
Schneidklemme gepreßt wird. Gleichzeitig wird eine Überlänge
entfernt. Dieses Verfahren ist sehr kontaktsicher und schnell, erfordert
aber spezielles Werkzeug. Leider sind die Farbfolgen der einzelnen Drähte
in den Kabeln von Hersteller zu Hersteller verschieden, diverse Farbcodes
werden verwendet: IEC 708, PTT, ICEA S80-576, EIA/TIA 568A, EIA/TIA 568B.
| Kabeltype |
Farbcode-Norm
|
Paar Nr.
Klemme 5 / 4
|
Paar Nr.
Klemme 3 / 6
|
Paar Nr.
Klemme 1 / 2
|
Paar Nr.
Klemme 7 / 8
|
Kerpen Megaline
622 S7STP 100MB
KAT5 |
IEC 708
IEC 189.2 |
1
weiß / blau
|
2
weiß / orange
|
3
weiß / grün
|
4
weiß / braun
|
Kerpen Megaline
522 S/UTP 100MB
KAT5 |
PTT-Code |
1
weiß / blau
|
2
rot / orange
|
3
schwarz / grün
|
4
gelb / braun
|
Kerpen Megaline
626 flex 100MB
KAT5 Patchkabel |
ICEA S80-576 |
1
grau / orange
|
2
schwarz / rot
|
3
grün / gelb
|
4
blau / braun
|
Belden 1633
S/UTP KAT5 |
EIA/TIA 569A |
1
ws-bl / blau
|
2
ws-or / orange
|
3
ws-gn / grün
|
4
ws-br / braun
|
Belden 1633
S/UTP KAT5 |
EIA/TIA 569B |
1
ws-bl / blau
|
3
ws-gn / grün
|
2
ws-or / orange
|
4
ws-br / braun
|
Betefa KAT5
STP-S |
IEC 708
IEC 189.2 |
1
weiß / blau
|
2
weiß / orange
|
3
weiß / grün
|
4
weiß / braun
|
Dätwyler
Uninet 3002 4P |
PTT-Code |
1
weiß / blau
|
2
rot / orange
|
3
schwarz / grün
|
4
gelb / braun
|
Abb. 13: Farbcodierung einiger Kabelhersteller
Für Ethernet Anwendungen müssen
jedoch jeweils Adernpaare zur Übertragung verwendet werden. Deshalb
muß sorgfältig festgestellt werden, in welcher Farbfolge die
Steckdosen und die Patchfelder belegt werden müssen. Die Kupferübertragungsadern
werden aber auch nicht in der Reihenfolge 1, 2, 3, ..., 8 aufgelegt. Folgende
Steckerbelegung ist üblich:
Abb. 14: Adernpaare im RJ45 Stecker

Kupferpaar 1: Pin 5 (+) Pin 4 (-) (meist frei)
Kupferpaar 2: Pin 3 (+) Pin 6 (-) (verwendet
10BaseT)
Kupferpaar 3: Pin 1 (+) Pin 2 (-) (verwendet
10BaseT)
Kupferpaar 4: Pin 7 (+) Pin 8 (-) (meist
frei)
In den Steckdosen sind die Pins beschriftet;
an den Steckern zählt man die Pins von rechts nach links, wenn man
den Stecker von vorne betrachtet, das Kabel vom Betrachter weg geht und
die Federverriegelung sich unten befindet (siehe Bild). Oft findet man
in der Literatur widersprüchliche Angaben für die Zuordnung der
Farben, Paare und Pins. Eine Vertauschung der Kabelpaare untereinander
und der Pins innerhalb eines Paare ist dabei unkritisch, wenn die falsche
Belegung an beiden Enden des Kabels erfolgt. Katastrophal wirkt sich aber
eine Vermischung der Adern aus verschiedenen Paaren aus. Dies würde
zu Fehlern im Netzbetrieb führen nach denen man unter Umständen
sehr lange sucht.
Es handelt sich bei den beschriebenen
Verbindungen immer um eine Sternkoppler-Endgerät Verbindung. Verbindungen
zwischen Endgerät und Endgerät bzw. Sternkoppler und Sternkoppler
lassen sich so nicht realisieren. Die Folge wäre nämlich, daß
beide Stationen auf dem gleichen Kupferpaar senden und beide auf dem gleichen
Paar empfangen, was wenig Sinn macht. Aus diesem Grund wird dazu ein gekreuztes
Patchkabel (speziell blau oder rot markiert) verwendet. In diesem findet
eine Vertauschung der Pins 1-3, 2-6, 7-5, 8-4 statt.
Von der Steckdose zum Rechner erfolgt
die Verbindung über ein normales Patchkabel. Im Verteilerschrank wird
das Installationskabel ebenfalls mit der LSA-Plus Technik auf einem Patch-Panel
aufgelegt. Von dort kann mit kurzen Patch Kabeln die Verbindung zum Sternverteiler
hergestellt werden.
Abb. 15: Sternförmige Struktur in einem Wohnheimflur
Neben dem bisher hier erwähnten KAT5
Standard, der sich sehr stark durchgesetzt hat, werden seit einigen Jahren
Leitungen mit noch besseren Eigenschaften angeboten. Die Tabelle in Kapitel
3.111 zeigte, daß Kabel für KAT6 (max. 200 MHz), KAT6+ (max.
300MHz) und KAT7 (max. 600MHz) verkauft werden: Es handelt sich dabei aber
teilweise um noch keinen festen Standard. Sinnvoll erscheint die Verkabelung
mit höherwertigen Kabeln als KAT5 in der Hinsicht, daß Gigabit-Ethernet
zwar auf KAT5 Kabeln standarisiert ist, bisher aber kaum Erfahrungen vorhanden
sind, ob eine Funktion auf allen KAT5 Kabeln gewährleistet ist. Insbesondere
die Lobby der Lichtwellenleiterfirmen (nächstes Kapitel)
versorgt Fachzeitschriften und Kunden z.Zt. mit Zweifeln. Diese sind auch
nachvollziehbar, weil es bisher noch wenige Geräte mit einer 1000BaseT
Schnittstelle gibt. Aus diesen Gründen ist man bei einer Neuinstallation,
bei der alle passiven Komponenten (Installationsleitungen, Steckdosen,
Patch-Panel und Patch-Kabel) bis 200 MHz zu gebrauchen sind, auf der sicheren
Seite. Außerdem wird im IEEE Gremium augenblicklich
darüber nachgedacht einen Standard für eine 2,5 Gbit/s Übertragung
mit KAT6-Kabeln zu entwerfen.
| Maximal zulässige Dämpfung auf 100 Meter |
Minimale Nahnebensprechwerte (NEXT) |
| Alle Werte entsprechen wie beim Nahnebensprechen der
Normung EN 50173, während die Einteilungen für die Kategorien
6 und 7 als DIN 44312-5 der IEC zur Standardisierung vorgeschlagen wurden. |
Die Werte sind in den Standards EN 50173 beziehungsweise
DIN 44312-5 für Kategorie 6 und 7 festgelegt. Die beiden letzten Typen
sind vom DIN der IEC als Standardisierungsvorschlag vorgelegt worden. |
| Frequenz |
KAT3 |
KAT4 |
KAT5 |
KAT6 |
KAT7 |
| 1 Mhz |
2,6 dB |
2,1 dB |
2,1 dB |
2,1 dB |
2,0 dB |
| 16 Mhz |
13,1 dB |
8,9 dB |
8,1 dB |
8,0 dB |
7,6 dB |
| 20 Mhz |
- |
10,2 dB |
9,1 dB |
8,9 dB |
8,5 dB |
| 62,5 Mhz |
- |
- |
17,1 dB |
16,4 dB |
15 dB |
| 100 Mhz |
- |
- |
22 dB |
21 dB |
19 dB |
| 200 Mhz |
- |
- |
- |
23 dB |
25 dB |
| 300 Mhz |
- |
- |
- |
- |
33 dB |
| 600 Mhz |
- |
- |
- |
- |
50 dB |
|
| KAT3 |
KAT4 |
KAT5 |
KAT6 |
KAT7 |
| 41 dB |
56 dB |
62 dB |
- |
80 dB |
| 23 dB |
38 dB |
44 dB |
60 dB |
80 dB |
| - |
36 dB |
42 dB |
57 dB |
80 dB |
| - |
- |
35 dB |
50 dB |
75,3 dB |
| - |
- |
32 dB |
48 dB |
71,1 dB |
| - |
- |
- |
45 dB |
67,3 dB |
| - |
- |
- |
- |
63,7 dB |
| - |
- |
- |
- |
60 dB |
|
Abb. 16: wichtigste Leitungsparameter für die Kategoriesierung
Um die Richtlinien zur elektromagnetischen
Verträglichkeit (EMV) einzuhalten, sollten ausschließlich geschirmte
Kabel und Komponenten verwendet werden. Dies ist zwar allgemein üblich
und auch meist erforderlich um die Nutzungsfrequenz zu garantieren, jedoch
finden sich immer noch vereinzelt Hersteller, die andere Produkte anbieten.
S/UTP Kabel sind in Studentenwohnheimen normalerweise vollständig
ausreichend (mechanisch auch deutlich dünner und meist preiswerter),
weil nicht davon auszugehen ist, daß in Zukunft andere Dienste auf
dem gleichen Kabel übertragen werden sollen, was S/STP Kabel erforderlich
machen würde. Gerade in Osnabrück liegen in sämtlichen Studentenwohnheimen
die Telefonleitungen separat, eine Nutzung dafür ist deshalb nicht
zu erwarten.
Die zentralen Verteilerkästen bestehen
meist aus einem 19" Schrank, in dem die aktiven Komponenten (Sternkoppler
und Wandler für die Anbindung an das Hochschulnetz) und Patch-Panels
eingebaut sind. Teilweise sind in diesen Schränken auch noch Server
und andere Geräte mit untergebracht. Ein Schloß sollte
den Schrank gegen Unbefugte schützen. Eine Scheibe in der Tür
läßt auch bei geschlossenem Schrank eine schnelle Fehleranalyse
zu. Nicht zuletzt ist auf eine gute Erdung (Potentialausgleich) des Verteilerschrankes,
und damit des ganzen Netzes, zu achten. Dies ist nicht nur in den Normen
vorgeschrieben, sondern schützt auch vor Überspannungen und unerwünschten
Ausgleichsströmen auf dem Netz. In diesem Zusammenhang sollte auch
beachtet werden, daß wenn sich das Datennetz (mit durchgehender geerdeter
Schirmung, STP) über mehrere angrenzende Häuser (z.B. Reihenhäuser)
mit getrennter Elektroverkabelung erstreckt, unbedingt ein Potentialausgleich
zwischen den Potentialausgleichsschienen der einzelnen Häuser durchgeführt
werden muß. Es ergeben sich sonst unter Umständen erhebliche
Ausgleichsströme auf dem Schirmgeflecht, die den Datenverkehr stören
können. Zum Potentialausgleich sollten Kupfer-Erdungsleitungen mit
einem Querschnitt von 4mm² oder besser 16mm² verwendet werden.
Bei der Installation einer KAT5,6,7 Verkabelung
können viele Fehler gemacht werden. Z.B. können falsche Adern
in den Anschlußdosen oder Patch-Panels aufgelegt, die Kabel zu lang
entseilt werden, die Kabel geknickt oder zu dicht an Störquellen vorbei
verlegt werden. Aus diesem Grund sollte jede installierte KAT5,6,7 Strecke
nach der Fertigstellung mit einem Kabelmeßgerät kontrolliert
werden. Dieses protokolliert auf Diskette oder Papier alle wichtigen Kabeldaten
und meldet bei einem Wert, der außerhalb der Toleranz liegt, Alarm.
Die Firma Fluke bietet z.B. ein weitverbreitetes Gerät an, was alle
wesentlichen Funktionen unterstützt. Sowohl die Firma, die die Installation
durchführt, als der spätere Betreiber sollten Messungen durchführen,
wobei sich die Betreibermessungen jedoch auf Stichproben beschränken
könnnen, weil die Meßprotokolle bereits vorliegen.
Sowohl beim 10 Mbit/s Ethernet als auch
beim 100 Mbit/s Fast Ethernet wird zum Anschluß von Geräten
(Server/Rechner etc.) an das Netzwerk ein Netzwerkadapter, oder auch Network
Interface Card (NIC) genannt, benötigt. Diese Netzwerkkarten, welche
sowohl 10 Mbit/s und auch 100 Mbit/s unterstützen haben sich als "de
facto Standard" inzwischen durchgesetzt. Aufrund der Auto-Negotiation-Funktion
erkennen diese Adapter automatisch den richtigen Übertragungsmodus.
Der Übertragungsmodus wird mit dem nWay Protokoll auf der physikalischen
Ebene ermittelt. Das nWay Protokoll ermöglicht Ethernet-Adaptern und
Switch-Ports (siehe Kapitel 3.132) die automatische
Einstellung des Übertragungsmodus, d.h. ob 10 Mbit/s oder 100 Mbit/s.
Preislich liegen dieses Netzwerkkarten zwischen DM 50,- und 200,-, während
reine 10 Mbit/s Karten schon für DM 20,- zu erhalten sind.
Kurzbewertung zu 100BaseTX:
-
Arbeitsaufwand: komplette Neuverkabelung
-
Gebäudebeschädigung: je nach Gebäudebeschaffenheit
-
Zukunftstauglichkeit: ca. 15 Jahre (bei späterem
Austausch von aktiven Komponenten)
-
maximale Geschwindigkeit: 1000 Mbit/s
-
Zuverlässigkeit: hoch
-
EMV: keine Bedenken, weil
vollständige Schirmung (Folie und Geflecht)
-
Datensicherheit: bei vollständigem Switching
(Kapitel 3.136) keine Bedenken
-
Kosten: gering (ca. DM 550,- pro Zimmer, Netzkarte100Mbit/s
- Switch - Steckdosen - Kabel - Patch-Panel - Hausinstallation)
-
Voraussetzungen: keine
-
Gesamturteil: in den meisten Fällen zu
empfehlen
3.123 Lichtwellenleiter
Schon seit ca. 15 Jahren verdrängen die
Lichtwellenleiter (kurz LWL) zunehmend die Kupferverkabelung. Weil die
Vorteile klar offenliegen, kann nur der höhere Preis der LWL-Verkabelungen
eine Kupferverkabelung noch rechtfertigen. Folgende Vorteile sind eindeutig:
-
Potentialtrennung: keine Probleme durch Überspannungen,
Blitzeinschläge und Ausgleichsströme
-
EMV-freundlich: die EMV-Problematik
entfällt, weil die Übetragung optisch stattfindet
-
höhere Übertragungsgeschwindigkeiten:
Geschwindigkeiten bis über 10 GBit/s sind möglich
-
weitere Entfernungen: auch über viele
Kilometer können noch einige Gigabit/s übertragen werden
-
platzsparend: die Fasern sind sehr dünn:
nur 125µm
-
Zuverlässigkeit: Fehler sind extrem selten
feststellbar
Es wird unterschieden zwischen Multi-Mode,
normal Gradienten-, Faser und Mono-Mode Faser (siehe Diplomarbeit Hans-Ulrich
Kiel). Die Entscheidung für die richtige Faser muß nach der
Länge der Übertragungsstrecke gefällt werden. Prinzipiell
kann z.Zt. ein Trend in Richtung Mono-Mode Faser abgesehen werden, weil
auch die zugehörigen Endgeräte sich preislich immer mehr den
Endgeräten für Multi-Mode Fasern annähern.
Für die Datenübertragung über
Lichtwellenleiter wird Licht oder Laserlicht mit Wellenlängen von
850, 1300 oder 1550 nm verwendet. Je höher die verwendete Wellenlänge
ist, desto geringer wirkt sich die Dämpfung des Lichtleiters aus.
Sender, Faser und Empfänger müssen zusammenpassen. 850 nm ist
am meisten verbreitet und wird zum Beispiel für Ethernet nach 10Base-FL
verwendet. Netzwerkstandards mit Datenraten von 100 Mbit/s und mehr (wie
z.B. 100BaseFX oder
ATM) verwenden
in der Regel eine Wellenlänge von 1300 nm. Für die Single Mode-Übertragung
werden Wellenlängen von 1300 nm und im Einzelfall 1550 nm verwendet.
Ein optisches Kabel besteht aus mehreren
Schichten. Die eigentliche Glasfaser ist von einer Ummantelung (Coating,
1) aus Kunststoff umgeben. Sie soll vor allem das Splittern beim Spleißen
(Verbinden von 2 Fasern mit Hilfe eines optischen Schweißverfahrens)
verhindern. Darüber liegt eine weitere Kunststoffschicht, der Puffer,
der dem mechanischen Schutz dient. Die eigentliche optische Faser besteht
aus einem Kern (Core, 3) und einer Verkleidung (Cladding, 2). Diese beiden
sind für die optischen Eigenschaften relevant, deshalb wird für
den Faserdurchmesser immer ein Wertepaar angegeben. Gängige Faserdurchmesser
sind 50/125 µm für Multi Mode- und 9/125 µm für Single
Mode-Fasern. Fasern mit 62,5/125 µm werden nicht mehr so häufig
verwendet, sind aber mit den moderneren 50/125 µm Fasern und Endgeräten
verwendbar. Spätere Standards des IEEE-Gremiums
erlauben voraussichtlich über 50/125µm Kabel größere
Entfernungen zu überbrücken als über 62,5/125 µm Kabel.
Dieses zeichnet sich auch schon bei Gigabit-Ethernet ab.
Abb. 17: Monomodefaser E9/125/250 mit Primärbeschichtung
Um die LWL-Fasern an die Endgeräte
anzuschließen, werden optische Steckverbinder verwendet. Bei Bündeladerkabeln
(meist Erdleitungen, die ein ganzes Bündel LWL-Fasern in einer einzigen
Schutzhülle vereinen) erfolgt die Steckermontage jedoch nicht, wie
bei elektrischen Steckverbindern üblich, direkt an dem offene Kabelende,
vielmehr kauft man fertige Stecker mit einem angeschlossenem Kabelstück
von ca. 1,5m (Pigtails). Diese werden durch das Zusammenschweißen
(Spleißen) der beiden Faserenden montiert. Ausschließlich bei
Volladerkabeln (meist Inhausleitungen), bei denen die einzelnen Glasfasern
separat umhüllt sind, lassen sich Steckverbinder mit Hilfe von speziellen
Werkzeugen und Schleifverfahren direkt montieren. Sowohl das Spleißen
als auch die Steckermontage sollte jedoch nur von Fachkräften durchgeführt
werden, die über passende Werkzeuge, Geräte und die nötige
Erfahrung verfügen. Zu jeder Steckermontage gehört eine abschließende
OTDR (Optical Time Division Reflectometer) -Messung. Damit kann einwandfrei
festgestellt und protokolliert werden, ob die Leitung zuverlässig
funktionieren wird.
Einige verschiedene optische Steckverbinder
haben sich in der Vergangenheit durchgesetzt:
-
ST-Stecker schließen eine einzelne Faser
an und haben eine Bajonettverriegelung, sie sehr gebräuchlich und
preiswert ist.
-
SMA-Stecker schließen ebenfalls eine
einzelne Faser an, haben aber eine Schraubverriegelung. SMA-Stecker werden
heute nicht mehr verwendet.
-
FSMA-Stecker sind auch relativ alte Stecker,
die lange Zeit an aktiven Komponenten der Firma Hirschmann verwendet wurden.
-
SC-Stecker sind als Einzel- oder Doppelstecker
erhältlich (SC bzw. Dual-SC). Sie schließen eine Faser oder
ein Faserpaar an und haben eine viereckige Steckverriegelung. SC-Stecker
werden hauptsächlich für Fast-Ethernet und ATM
verwendet.
-
FC/PC-Stecker sind sehr hochwertige Steckverbinder,
die meist bei teuren Meßgeräten Verwendung finden. Sie sind
relativ dick und verfügen über eine gerändelte Metallverschraubung.
-
E2000-Stecker sind eine patentierte Erfindung
der Firma Diamond. Sie bieten eine Alterntive zu SC-Steckern in der Form,
daß bei abgezogenem Stecker kein Licht austritt.
-
FDDI- oder Mic-Stecker sind Duplex Stecker
für 2 Fasern und werden ausschließlich für FDDI verwendet.
-
DIN-Stecker sind sehr hochwertige Stecker,
die meist im Single-Mode Bereich eingesetzt werden. Dieser Metallstecker
wird auch über eine Rändel- / Überwurfmutter arretiert und
ermöglich eine gesicherte Verbindung. Oft wird auch eine Rutschkupplung
verwendet, um den Stecker immer mit dem gleichen Drehmoment und damit der
gleichen Übergangsdämpfung zu befestigen. Die Deutsche Telekom
AG verwendet diesen Stecker ausschließlich.





Abb. 18: ST- , SC-Duplex, FSMA-, FC/PC-, FDDI- und DIN-Stecker (links
nach rechts)
Um bei Single-Mode Anwendungen eine hohe
Rückdämpfung auf der Übertragungsstrecke zu erreichen, werden
DIN-, SC-, E2000- und FSMA-Stecker in manchen Anwendungsfällen mit
einem Schrägschliff von 8 Grad versehen. Dieses soll den sendenden
Laser vor störendem Fremdlicht schützen, das durch Reflektionen
zustande kommt und die Übertragung stark behindern würde.
| |
Ethernet |
Fast Ethernet |
Gigabit Ethernet |
| Datenrate (HD) |
10 Mbit/s |
100 Mbit/s |
1 Gbit/s |
| Slot Time |
51,2 µs / 512 Bit |
51,2 µs / 512 Bit |
4,096 µs / 512 Byte |
| Inter Packet Gap |
9,6 µs |
0,96 µs |
96 ns |
| |
Reichweite |
Standard |
Reichweite |
Standard |
Reichweite |
Standard |
Multimode Faser
50/125 (850 nm) |
2000 m |
10BaseFL |
2 km |
100BaseFX |
500m |
1000BaseSX |
Multimode Faser
50/125 (1300 nm) |
|
|
2 km |
100BaseFX |
550m |
1000BaseLX |
Singlemode Faser
9/125 (1300 nm) |
25 km |
10BaseFL |
20 km |
100BaseFX |
2000m |
1000BaseLX |
Abb. 19: Übersicht der möglichen Ethernet-Übertragungen
über LWL im FD-Modus (Kapitel 3.131)
Abb. 20: Zipcord LWL Leitungen
Im
Inhaus-Bereich (Sternförmige Verbindungen aus allen anzuschließenden
Zimmern im Wohnheim zum zentralen Verteilerschrank, Verbindung aller Verteilerschränke
im Wohnheim untereinander) werden üblicherweise Duplex-LWL-Kabel (Zipcord)
verwendet. Dieses sind spezielle Volladerkabel, die 2 trennbare Fasern
beinhalten und damit genau einen Ethernet-Anschluß realisieren können.
Die Ummantelung besteht normal aus einem halogenfreien Material (Kapitel
3.14). Der wesentliche Vorteil in Studentenwohnheimen, im Vergleich
zu Kupferkabeln, liegt im geringen Kabeldurchmesser (2,9x5,8 mm). Damit
ist es manchmal möglich vorhandene Leerrohre zu nutzen, was mit dickeren
Kupferkabeln nicht möglich wäre. Aufwendige Stemm- oder Bohrarbeiten
könnten damit vermieden werden.
Aus obiger Tabelle geht hervor, daß
unter Verwendung von Multi-Mode Faser bei einer Kabellänge von 500m
ein Betrieb von 1000BaseSX noch möglich ist. In Osnabrücker Studentenwohnheimen
wird eine größere Entfernung als 500m innerhalb des Hauses niemals
auftreten. Deshalb kann eine Inhausverkabelung, und es ist auch üblich
es so zu realisieren, ausschließlich mit Multi-Mode Faser durchgeführt
werden.
Nach der Kabelverlegung erfolgt an beiden
Enden eine Steckerinstallation (ST oder SC-Duplex). Im Wohnheimzimmer wird
eine LWL-Steckdose installiert, dort wird der montierte Stecker einfach
eingesteckt. Der Anschluß des studentischen Rechners erfolgt dann
einfach über ein LWL-Patch-Kabel. Im Verteilerschrank erfolgt die
Montage eines Patch-Feldes, das einfach aus vielen LWL-Kupplungen besteht.
Dort wird der montierte Stecker von hinten aufgesteckt, vorne erfolgt die
Verbindung zum Sternkoppler über ein kurzes LWL-Patch-Kabel.
Die Erfahrung zeigt, daß aktive
Komponenten (Sternkoppler) mit LWL Anschlüssen nur mit erheblichem
Aufpreis erhältlich sind. Meist ist es deshalb preisgünstiger
Sternkoppler für KAT5,6,7 Netzwerke einzubauen und die Verbindung
zum LWL-Kabel über einen Medienwandler herzustellen. Diese sind in
19" Einschüben zu 6,8,12 oder 16 Stück sowohl für 10BaseFL
als auch für 100BaseFX erhältlich. An
dieser Stelle muß man sich jedoch leider entscheiden: Die Medienwandler
für 100BaseFX sind etwa doppelt so teuer
wie die 10BaseFL Wandler, die jedoch widerum in
ca. 3 Jahren ausgetauscht werden müßten.
Die LWL Netzwerkkarten, die im studentischen
PC die Verbindung zum Netz herstellen, sind um ein vielfaches teurer als
die Kupferkarten. Während 10BaseFL Versionen
schon für ca. DM 100,- erhältlich sind, kostet eine 100BaseFX
Karte im günstigsten Fall DM 180,-. Es sind also nicht die eigentlichen
Lichwellenleitungen und die Stecker, die den Preis in die Höhe treiben,
sondern die aktiven Komponenten, die eine LWL-Nutzung eigentlich nur ermöglichen
sollen.
Kurzbewertung zu 100BaseFX:
-
Arbeitsaufwand: komplette Neuverkabelung
-
Gebäudebeschädigung: je nach Hausbeschaffenheit
-
Zukunftstauglichkeit: > 20 Jahre (bei späterem
Austausch von aktiven Komponenten)
-
maximale Geschwindigkeit: z.Zt. 1000 Mbit/s,
weitere Entwicklungen folgen
-
Zuverlässigkeit: hoch
-
EMV: prinzipbedingt keine
Probleme, weil optische Übertragung
-
Datensicherheit: bei vollständigem Switching
(Kapitel 3.136) keine Bedenken
-
Kosten: hoch (ca. DM 1200,- pro Zimmer, Netzkarte100Mbit/s
- Switch - Medienwandler100Mbit/s - LWL-Facharbeiten - Steckdosen - Kabel
- Patch-Feld - Hausinstallation)
-
Voraussetzungen: keine
-
Gesamturteil: zu empfehlen, wenn Leerrohre
genutzt werden können, die für KAT5,6,7 zu dünn sind
3.13 Hubbing, Switching
oder Routing
Bisher wurde versucht diese 3 Begriffe zu
vermeiden. Statt dessen wurde der Begriff Sternkoppler benutzt, der vieles
bedeuten kann: es wird aber immer auf einen Hub, Switch oder Router hinauslaufen.
In den folgenden Unterkapiteln werden die Funktionen der 3 Gerätegruppen
ausführlich erläutert, im letzten Kapitel findet eine Bewertung
statt.
3.131 Hub
Ein Hub ist ein sehr einfacher Sternkoppler
für ein Ethernet nach 10BaseT oder 100BaseT,
der prinzipiell funktioniert wie ein Repeater für 10Base2.
Das bedeutet, es handelt sich um ein kleines Gerät (meist im 19" Einbauformat
mit 1 bis 2 Höheneinheiten), welches vorne viele Ethernet-Ports besitzt.
An jedem Anschluß wird ein Rechner angeschlossen, wenn er nicht unbenutzt
bleibt. Sobald der Hub an einem Port ein Datenpaket empfängt, leitet
er es verstärkt und regeneriert an alle anderen Ports weiter. Fehlerhafte
Datenpakete werden ignoriert. Registriert der Hub an einem Port extrem
falsche Signale, liegt z.B. ein Kurzschluß vor, dann wird der Port
abgeschaltet, um die anderen Ports nicht zu beeinträchtigen.
Er wird erst wieder in Betrieb genommen, wenn kein Fehler mehr festgestellt
werden kann.
Auf diese Weise entsteht durch viele Rechner,
einen Hub und Leitungen das Shared-Medium mit dem CSMA/CD
Zugriffsverfahren (Collosion Domain), was bereits in einigen vorherigen
Kapiteln erwähnt wurde. Deshalb kann jeweils nur eine Station gleichzeitig
Daten an den Hub senden. Jede Station empfängt alle gesendeten Daten
auf dem gesamten Netz, auch alle Daten, die an andere Stationen adressiert
sind. Alle Stationen teilen sich die Gesamtgeschwindigkeit von 10 oder
100 Mbit/s. Diese Höchstgeschwindigkeit kann jedoch nie erreicht werden,
weil immer Umschaltzeiten abgewartet werden müssen oder eine Sendung
wiederholt werden muß, weil unabsichtlich 2 Stationen gleichzeitig
gesendet haben (Collision). Man spricht auch hier von einer theoretischen
Maximalgeschwindigkeit.
Mittlerweile gibt es Hubs mit 4 bis 48
Ports. Wenn die Portzahl noch weiter ausgebaut werden muß verwendet
man stackable-Hubs, also Hubs, die man stapeln kann. Diese verfügen
dann über spezielle, schnelle Ports, um teilweise bis zu 6 oder mehr
Hubs zusammenzuschalten.
Ursprünglich gab es spezielle Regeln,
um Hubs an unterschiedlichen Orten in einem Gebäude oder auch einem
Firmengelände zusammenzuschalten. So wurde immer die maximale Ausbreitungsgeschwindigkeit
des Ethernet berücksichtigt und ein sicherer Betrieb gewährleistet.
Mit der Entwicklung der Switches (nächstes Kapitel),
die sich aufgrund ihrer Speicherfunktion über diese Regeln hinwegsetzen
dürfen, wird es aber kaum noch vorkommen, daß man mehr als 2
Hubs miteinander verbindet. Wenn überhaupt noch Hubs verwendet werden,
dann meist dazu einige Recher zusammenzufassen und über einen Uplink-Port
an den nächsten Switch anzubinden. Aus diesem Grund wird an dieser
Stelle die Repeater-Regel nicht mehr behandelt.
3.132 Switch
Ein Switch ist ursprünglich aus einem
Gerät mit dem Namen "Bridge" entstanden. Die Bridge hatte schon alle
Funktionen eines Switch, jedoch nur 2 Ports. Switches können beliebig
viele Ports besitzen, üblich sind aber Werte wie 6, 8, 12, 16, 24,
32, 48. Ein Switch kann einem Hub zum verwechseln ähnlich sehen, hat
auch eine ähnliche Funktion, sollte jedoch anders behandelt werden.
In einem Switch arbeitet, im Vergleich zum Hub, ein Mikroprozessor. Er
wertet die Kopfzeilen aller Ethernet-Pakete der angeschlossenen Rechner
aus und leitet daraus Informationen für seine effektive Arbeit ab.
Dazu ist es wichtig zu wissen, daß
jede Ethernet-Adapterkarte eine feste, eingebrannte Ethernetadresse hat,
die weltweit einmalig ist. Dazu wurden an alle Hersteller dieser Karten
Adressblöcke im hexadezimalen Bereich vergeben. Diese Adresse ist
12-stellig, mittels Software auslesbar und wird auch MAC-
oder Hardwareadresse genannt. Der Name MAC-Adresse (Media
Access Control) findet seinen Ursprung in der Netzwerk-Schicht 2 des OSI
Referenzmodells, in der der sich die Arbeit der Switches insgesamt auch
abspielt.
Bekommt z.B. ein Switch an Port 4 ein
Datenpaket von einem Rechner mit der Ethernet-Adresse 00-20-AF-45-DC-FC,
dann speichert der Switch das Paket zwischen, merkt sich, daß dieser
Rechner an Port 4 angeschlossen ist und leitet es weiter. Wird in nächster
Zeit an einem anderen Port ein Paket für 00-20-AF-45-DC-FC empfangen,
greift der Switch auf die alte Information zurück und leitet das Paket
ausschließlich an Port 4 weiter. Ist nicht bekannt an welchem Port
der Zielrechner angeschlossen ist, wird das Paket an alle Ports, mit Ausnahme
des Ports wo das Paket herkommt, weitergeleitet. Es gibt auch spezielle
MAC-Adressen
des Typs "Broadcast" (Datenpakete an alle),
die generell an alle Ports weitergeleitet werden, diese seien hier aber
nur am Rande erwähnt. Dieses Vorgehen einer primitiven Datenvermittlungstelle
wird "Store & Forward Switching" genannt. Daneben gibt es auch das
"Cut-through-Verfahren" und das "Fragment free cut through" Verfahren,
die aber ähnlich funktionieren oder nur in der Geschwindigkeit optimiert
sind. Switches bieten im Vergleich zum Hub folgende Vorteile:
-
Nur Daten, die auch benötigt werden,
belegen die Anschlußleitung zum Rechner (wesentlich geringe Datenlast).
-
Vertrauliche Daten werden nicht an andere
Rechner verschickt und können dadurch dort auch nicht mißbräuchlich
ausgewertet werden.
-
Die Repeaterregel muß bei Switches nicht
beachtet werden, weil eine Zwischenspeicherung frühere Repeaterprobleme
verhindert.
-
Es kann im Switch die Geschwindigkeit des
Mediums gewechselt werden: z.B. von 10 auf 100 Mbit/s.
-
Im Switch kann eine Statistik über die
Netzauslastung geführt werden.
-
Die Switch Ports lassen sich in einem sogenannten
"Managed Switch" (üblich) aus der Ferne zu- oder abschalten.
-
Die Vermittlungsfunktion kann z.B. über
ein genormtes Interface (SNMP) fernadministriert werden. Damit lassen sich
einzelne Ports mit angeschlossenen Rechnern beeinflussen.
-
Meistens unterstützen die Ports an einem
Switch den Ethernet Full-Duplex-Modus (FD).
-
Im Normalfall besitzt ein Switch einen Port
für einen Hochgeschwindigkeits-Uplink (z.B. 1000BaseLX).
Aufgrund des gravierenden Preisverfalls der
Switches in den letzten 5 Jahren und der enormen Vorteile nach obiger Aufzählung,
gibt es offenbar bald keinen Grund mehr noch Hubs einzubauen. Meist bieten
die Switches Ports an, die sowohl Geschwindigkeiten von 10 Mbit/s als 100
Mbit/s
verarbeiten und dies auch noch automatisch detektieren. Studierende im
Wohnheim können dann nach eigenem finanziellem Polster und Interesse
entscheiden, ob sie ihr Geld in einen 100 Mbit/s Netzwerkzugang (Netzwerkkarte)
investieren wollen.
Abb. 21: Preise der Netzwerkkarten und Switch-Ports über die Jahre
Im Augenblick (9/99) sind Preise ab DM
100,- pro geswitchtem 10/100-Port incl. SNMP-Management von bekannten Herstellern
erhältlich. Diese Geräte garantieren auch eine genügende
Portdichte (Ports pro Volumen des Switches), um Wohnheime mit mehreren
hundert Studierenden ohne großen Aufwand mit Daten zu versorgen.
3.133 HD
und FD
Nach dem Shared-Medium-Konzept werden z.B.
auf 10Base2 (Koaxialleitung) alle Datenpakete über
eine einzige Leitung übertragen. Das gleiche Verfahren ist auch im
Sprechfunk üblich, alle beteiligten Stationen senden dann auf einer
Frequenz. Dort spricht man von Simplex, dieser Begriff hat sich jedoch
bei Rechnernetzen nicht durchgesetzt. Dafür ist jedoch der Begriff
für Sprechfunk auf 2 Frequenzen (eine hören und eine senden)
übernommen worden: Duplex. Mit der Einführung des Standards 10BaseT
benutzt man jeweils ein Kupferleitungspaar zum senden und eins zum empfangen.
Weil jedoch aufgrund der verwendeten Hubs immer noch das Shared-Medium-Konzept
mit dem CSMA/CD-Zugriff Verwendung findet, kann
nicht gleichzeitig gesendet und empfangen werden. Deshalb spricht man von
Halb-Duplex (HD).
Full Duplex (FD), also gleichzeitiges
Senden und Empfangen, ist zwischen Endstationen (Rechnern) und Switch bzw.
Switch-zu-Switch-Verbindungen möglich. Beide Stationen müssen
jedoch das zugehörige Protokoll unterstützen. Ist dies der Fall,
dann handelt es sich bei der Geschwindigkeit (10, 100 oder 1000 Mbit/s)
nicht mehr um einen theoretischen Wert, sondern um einen Maximalwert pro
Richtung. Zusammen können dann maximal 20, 200 oder 2000 Mbit/s zwischen
den Ports übertragen werden. Durch dieses neue Verfahren müssen
im Ethernet auch keine Kollisionen mehr erkannt werden. Deswegen sind mit
FD auf den LWL Strecken auch 100BaseFX-Übertragungen
über 2km hinweg möglich. Mit HD wären nur 412m zulässig.
Aufgrund der oben beschriebenen zunehmenden Verbreitung von Switches ist
es nur noch eine Frage der Zeit, ab wann ausschließlich FD Strecken
in Betrieb sind.
3.134 Router
Router sind die eigentlichen Vermittlungsstellen
im Hochschul-, Wissenschafts- und Internet. Obwohl es auch Router für
Protokolle wie IPX/SPX gibt, wird hier ausschließlich das verbreitete
TCP/IP Protokoll behandelt. Es ist deutschlandweit kein Wohnheim bekannt,
in dem ein anderes Protokoll geroutet oder benutzt wird, es wäre auch
aus Performance-Gründen nicht sinnvoll. Im Vergleich zu Switches arbeiten
Router nicht nur in der OSI Schicht 2, sondern hauptsächlich in der
Schicht 3. Dort vermitteln sie keine MAC-Adressen, vielmehr
werden IP-Adressen verwendet, die folgende Form haben: "131.173.58.26".
Es handelt sich um 4 Zahlen von 0 bis 255, die durch Punkte getrennt sind.
Sie werden weltweit eindeutig vergeben; jeder Rechner, der am Internet
teilnimmt, benötigt prinzipiell eine eigene IP-Adresse.
Handelt es sich um einen Layer 3/4 Router
(nach OSI Schichtenmodell), verwaltet das Gerät neben den Adressen
auch noch sogenannte TCP/IP-Ports. Dabei handelt es sich um virtuelle Eingänge,
die jedes mit TCP/IP arbeitende Gerät bietet. Diese Ports sind von
0 bis 65535 durchnumeriert und teilweise festen Diensten (WWW, FTP,
DNS, SMTP, POP3, NETBIOS) zugeordnet.
Der Name Router leitet sich von dem Begriff
"route" ab, der im englischen Strecke oder Weg bedeutet. Das kommt der
Funktion auch schon sehr nahe: Der Router findet Strecken durch das Netz.
In den Anfängen von TCP/IP handelte
es sich bei den Routern um ausschließliche Vermittlungsstellen, die
den Weg von einem Rechner im Internet über mehrere Router zum Zielrechner
im Internet vermittelten. Dazu wurde auf statische (einmalig durch den
Administrator festgelegte) oder dynamische (angepaßte der übertragenen
Datenmenge auf den jeweiligen Strecken) Routingtabellen zurückgegriffen.
Im Laufe der Entwicklung kamen immer mehr
Funktionen auf den Router zu: Er sorgte dafür unterschiedliche Medien
(Ethernet, Token-Ring, ISDN-Verbindungen, X.21-Verbindungen,
usw.) aufeinander anzupassen. Auch entwickelten sich spezielle Access-Router,
die die Einwahl bei Internet-Providern ermöglichen. Aus der anfänglichen
Vermittlungstelle mit einheitlichen Anschlüssen wurde ein universelles
Koppelgerät zwischen Systemen.
Üblicherweise wird über einen
Router nicht ein einzelner Rechner an das Hochschulnetz oder Internet angebunden
(mit Ausnahme der Modem oder ISDN Einwahl), sondern
vielmehr ein ganzes Sub-Netz, was aus mehreren hundert Rechnern bestehen
kann. Der Router fungiert dabei als Standard-Gateway (Ausgang nach draußen)
und wird in dem Sub-Netz einfach als ein spezieller Rechner angeschlossen.
Zugriffe auf das äußere Netz sind dann aus dem Sub-Netz heraus
nur über den Router möglich, während der Router innerhalb
des Sub-Netzes keine Funktion hat und auch nicht belastet wird.
Der Zugriff durch den Router auf externe
Netze muß dabei jeweils für die, einem Rechner zugewiesene,
IP-Adresse (in Verbindung mit der vorhandenen MAC-Adresse)
freigeschaltet werden. Damit ist eine gewisse Kontrolle möglich. Auch
ist es üblich nicht alle TCP/IP-Ports freizuschalten und damit nicht
alle Dienste zu erlauben. Dieses dient aber teilweise auch dem Schutz des
Sub-Netzes, um Eindringlingen die Arbeit zu erschweren (Netzwerkschicht-Firewall).
Es gibt bei den IP-Adressen auch spezielle
Broadcast-Adressen,
die Aufgaben haben, die hier nicht behandelt werden können.
Broadcasts,
die von Switches verteilt werden (OSI Schicht 2), durchlaufen Router normalerweise
nicht. Sie können diese Grenze nicht überwinden und bleiben damit
im Sub-Netz (Broadcast Domain). Dadurch ist gewährleistet,
daß größere Netze (und das Internet) nicht von Broadcast-Datenpaketen
überflutet werden. Bei Wohnheimen ist es sinnvoll jeweils jeden größeren
Wohnheimkomplex (50 bis 400 Wohnplätze) einzeln zu routen. Bei noch
größeren Sub-Netzen (z.B. alle Wohnheime in Osnabrück zusammen)
würde irgendwann die Anzahl der Broadcasts,
die jeder Rechner aufgrund des Betriebssystemes leider zwangsläufig
aussendet, derart groß, daß ein großteil der gesamten
Datenlast nur noch aus Broadcasts bestände.
Abb. 22: Ethernet mit Ausbreitung von Broadcasts
3.135 Layer 3 Switch
Hierbei handelt es sich um einen Marketingbegriff
(der technisch leider etwas unsauber ist). Auf OSI-Schicht 3 findet eigentlich
immer ein Routing statt. Trotzdem setzt sich der Begriff "Layer 3 Switch"
und die Geräte immer mehr durch. Technisch verbirgt sich dahinter
die Hochgeschwindigkeitsversion eines traditionellen Routers. Ein wesentlicher,
performancesteigernder Unterschied ist dabei, daß die Routing-Tabellen
in Hardware (ROM) vorgehalten werden. Damit ist ein schneller Zugriff gewährleistet.
Im wesentlichen hat ein Layer 3 Switch
jedoch alle Funktionen, die ein Router auch besitzt. Weil der Router im
normalen Einsatz den Backbone (Zusammenfassung
aller Netzwerkverbindungen mit hoher Datenrate) bildet, sollte er eine
hohe Performence haben, er würde sonst alle Netze ausbremsen. Aus
diesem Grund ist ein Layer 3 Switch für den Anwendungsfall eine vernünftige
und inzwischen übliche Lösung, wenn nicht spezielle Anwendungsfälle
dies verbieten.
3.136 Datensicherheit
und Geschwindigkeit
Gerade in Studentenwohnheimen handelt es sich
um einen Anwendungsfall von Datennetzen, der etwas besondere Aufmerksamkeit
benötigt. Einerseits sollte das Netz schnell sein, weil es sich um
ein Forschungsnetz handelt und damit etwas über dem üblichen
Standard angesiedelt werden muß. Andererseits werden über das
Netz nicht nur Daten übertragen, die allgemein zugänglich sind
oder von allen genutzt werden. Vielmehr werden sogar private und vertrauliche
Informationen (E-Mails, Bilder, Konferenzen) übertragen, die nicht
abgehört werden sollten.
Eine ausreichende Geschwindigkeit von
10 Mbit/s wurde in den meisten bisher in Deutschland versorgten Wohnheimen
mit den Ethernet-Standards 10Base2 und 10BaseT
erreicht. Die interne Geschwindigkeit, z.B. kopieren von Rechner zu Rechner,
liegt damit nur geringfügig unter der Kopiergeschwindigkeit von CD-ROM
auf die Festplatte. Die externe Geschwindigkeit (Zugriff auf das Hochschulnetz)
hängt von anderen Faktoren ab, mit denen sich das Kapitel
4. beschäftigt. Jedoch entwickelt sich die Rechnertechnologie
bekanntlich explosionsartig weiter. In 3 bis 4 Jahren ist es deshalb wahrscheinlich,
daß eine Geschwindigkeit von 10 Mbit/s als eher gering betrachtet
wird. Wenn heute ein Netz geplant wird, sollte deshalb mit einer Betriebszeit
von vielleicht 10 Jahren gerechnet werden, ohne Komponenten in dem Netz
auszutauschen. Die Ethernetgeschwindigkeit von 100Mbit/s nach 100BaseTX
oder 100BaseFX ist bekanntlich verfügbar
und auch bezahlbar. Der Preisunterschied pro Wohnplatz beträgt dabei
ca. 20% bei einer Kupferverkabelung. Eine Investion in ein 100 Mbit/s-Netz
ist deshalb wahrscheinlich sogar preisgünstiger als derzeit ein 10
Mbit/s-Netz aufzubauen und in vielleicht 4 Jahren alle aktiven Komponenten
(Switches, Netzwerkkarten) auszuwechseln. Desweiteren wird an anderen Hochschulstandorten
bereits über Multimediaanwendungen diskutiert (Stichwort: Vorlesung
über das Internet). Es bleibt abzuwarten inwieweit sich Lehrkräfte
in Osnabrück für solche Systeme entscheiden. Mit einem 100 Mbit/s-Netz
sind jedoch auch alle Vorbereitungen in diese Richtungen getroffen.
Der Effekt ist verblüffend: mit einem
kleinen Computerprogramm kann der gesamte Netzwerkdatenverkehr auf einem
Ethernet, das über Hub oder Repeater verbunden ist, mitgeschrieben
(IP-Sniffing) werden. Damit sind nicht nur alle persönlichen Daten
und vertrauliche Nachrichten abhörbar, auch alle fremden Paßwörter,
die unverschlüsselt über das Netz übertragen werden (was
meist
der Fall ist), erscheinen mit dem Programm auf dem Bildschirm. Schuld daran
ist das Prinzip des Ethernet: das Shared-Medium. Bisher war die Tatsache
zumindest den Administratoren der Netze in den Studentenwohnheimen bekannt.
Abhilfe konnte kaum geschaffen werden. Lediglich das verschlüsselte
Übertragen von Paßwörtern (Secure Shell) wurde teilweise
eingeführt. Bei der Neuplanung von Datennetzen in Studentenwohnheimen
ist es jedoch möglich zu berücksichtigen, daß solche Angriffe
auf die Datensicherheit in Zukunft zwecklos bleiben. In Kapitel
3.132 wurde es schon angedeutet: Ein Switch leitet die Datenpakete
nicht an alle Empfänger blind weiter wie ein Hub, sondern stellt die
Pakete gezielt zu, sofern der Empfänger bekannt ist. Das ist der Grund,
weshalb bei einem Angriff auf die Datensicherheit in einem geswitchten
Ethernet, wenn überhaupt, nur noch das erste Paket mitgeschrieben
werden kann. Sobald dem Switch der Standort des Empfängers bekannt
ist, werden alle Pakete gezielt zugestellt. Im Kapitel
3.132 wurden noch viele andere Vorteile von Switches gegenüber
der Hubs genannt. Die Verhinderung von Lauschangriffe ist jedoch eine Notwendigkeit,
die einen vergleichsweise geringfügig höheren Preis rechtfertigt.
Im Augenblick beschäftigt sich das
IEEE
mit einem Sicherheitsstandard, um zu verhindern, daß an ein Ethernet
nicht gemeldete Geräte angeschlossenen werden. Unter der Nummer 802.1x
wird ein Verfahren entwickelt, daß einen Zugang zum Netz nur nach
vorhergehender Authentifizierung ermöglicht. Weil es in Studentenwohnheimen
öfter zum Anschluß von Fremd- und Zweitrechnern gekommen ist,
sollte die Entwicklung dieses Systems weiter beobachtet werden, um rechtzeitig
eine Nutzung zu ermöglichen. Manche Hersteller bieten auch jetzt schon
Lösungsansätze - in den Switches implementiert - an.
3.14 Brandschutz bei neuen
Netzen
Nach dem Flughafenbrand in Düsseldorf
1996 ist das Brandschutzbewußtsein in Deutschland wieder aufgeblüht.
Dort breitete sich der Brand hauptsächlich durch PVC-haltige Kabel
enorm schnell aus. Bei diesen Leitungen, die meistens Verwendung finden,
besteht die Isolierung aus dem Kunststoff PVC, das im Brandfall die Flammen
schnell weiterleitet und giftige Gase freisetzt. In öffentlichen Gebäuden
mit starker Brandlast gibt es mittlerweile vom VDS (Verband Deutscher Sachversicherer)
eine Empfehlung keine halogenhaltigen (womit PVC gemeint ist) Kabel mehr
zu verwenden. Halogenfreie Kabel kosten mittlerweile nur noch unwesentlich
mehr Geld (ca. 10%). Deshalb sollte man von PVC-Kabeln auch in Studentenwohnheimen
Abstand nehmen. Werden die Leitungen über lange Strecken oder über
Türen in Kabeltragsystemen (Rohre, Kanäle) geführt, sollte
aus den gleichen Gründen auch auf PVC verzichtet werden. Bei der Montage
über Türen kommt im Brandfall noch die Gefahr durch herabtropfenden
Kunststoff hinzu, der den Fluchtweg versperrt. Kabelkanäle aus Aluminium
oder Stahl sind hier eine Alternative.
Oft müssen Leitungen durch Brandwände
und Komplextrennwände hindurch verlegt werden. Zu diesem Zweck sind
Kabelabschottungen vorgeschrieben, sie verschließen die für
die Durchführung von Kabel und elektrischen Leitungen erforderlichen
Öffnungen durch Decken und Wände und verhindern im Brandfall
die Ausbreitung von Feuer sowie Rauch in angrenzende Bereiche. Wird die
Kabelinstallation nicht durch eine Fachfirma durchgeführt, sollte
vor den Arbeiten eine Information bei einer Fachfirma für Brandschutz
eingeholt werden. Nach Abschluß der Arbeiten sollte dann eine Kontrolle
der sorgfältigen Ausführung aller Arbeiten an Brandwänden
und Komplextrennwänden durch einen Fachmann erfolgen.
Die bessere und einfachere Lösung
stellt das Verfahren dar; die Leitungen zu verlegen und die gebohrten Löcher
anschließend vorschriftsmäßig von einer Brandschutzfirma
verschließen zu lassen. Dabei sollten die Bohrungen aber höchstens
zu 60% mit Leitungen gefüllt werden.
Ein Problem stellt auch die Einführung
von z.B. LWL-Erdleitungen in ein Gebäude dar. Neben der Problematik,
daß eine druckwasser- und gasdichte Einführung mittels eines
Kabeldurchführungssystemes erfolgen muß, bestehen diese Kabel
auch meistens aus PE. Kabel aus diesem Kunststoff dürfen jedoch aufgrund
der hohen Brandlast nicht innerhalb von Gebäuden verlegt werden. Deshalb
muß entweder direkt nach der Gebäudeeinführung eine Spleißung
auf ein Innenkabel erfolgen, oder generell ein PE und PVC freies Innen-
und Außenkabel verwendet werden.
3.15 Fazit zur LAN-Technologie
Ein abschließendes "Statement" fällt
nach den ausführlichen Betrachtungen zur Inhausverkabelung nicht schwer.
Alle möglichen Verfahren wurden reichhaltig beschrieben und bereits
bewertet. Erstaunlich ist, daß der Preis für eine komplette
Neuverkabelung auf Basis von LWL und 100 Mbit/s pro Zimmer günstiger
ist als eine ADSL oder CATV Lösung.
Zwei sinnvolle Lösungsmodelle sind
übriggeblieben:
-
Sind dicke Leerrohre oder gar keine Leerrohre
vorhanden, bietet sich eine Neuverkabelung mit KAT6 Leitungen nach dem
Standard 100BaseTX an. Es sind als Sternverteiler
ausschließlich 10/100 Mbit/s Switches zu verwenden.
-
Sind dünne Leerrohre, durch die ein LWL-Duplex-Volladerkabel
paßt, vorhanden, sollte über eine reine LWL Verkabelung
mit 50/125 Multi-Mode Kabel nachgedacht werden. Als Sternverteiler sollten
10/100 Mbit/s Switches mit 100Mbit/s-Medienwandlern verwendet werden.
Die jeweils in der Kurzbewertung angegebenen
Schätzpreise enthalten alle erforderlichen Hardwarekomponenten und
den erforderlichen Arbeitsaufwand einer Fachfirma. Eine Anbindung an das
Hochschulnetz (Internet) ist in dem Preis nicht enthalten und wird in Kapitel
4. behandelt und bewertet. Die angegebenen Schätzpreise sollten
einen objektiven Vergleich der Übertragungsverfahren zulassen. Deshalb
ist eine studentische Beteiligung am Aufbau des Netzes, die den Preis teilweise
erheblich reduzieren würde, noch nicht eingerechnet worden. Auch ist
im Preis die Netzwerkkarte für den angeschlossenen Computer enthalten,
die jedoch normalerweise aus Haftungsgründen vom Netznutzer (Studierenden)
selbst erworben wird. 40% des Preisunterschiedes zwischen einer KAT6 und
einer LWL-Verkabelung fallen auf diese Netzwerkkarte, die den Netzbetreiber
finanziell nicht belastet.
3.2 Telefonverkabelung
Bereits in Kapitel 2.13
wurde erwähnt, daß Telefonanschlüsse in alle Wohnheimen
reichlich verfügbar sind. Deshalb werden in den folgenden 3 Kapiteln
nur kurz die Prinzipien und die verwendete Infrastruktur vorgestellt. Generelle
Änderungen und neue Entwicklungen sind in diesem Bereich vorerst nicht
zu erkennen.
3.21 analog a/b
Das traditionelle Telefonverfahren verwendet
einen Sprachübertragungsbereich von 300 bis 3400 Hz. Die Übertragung
erfolgt auf einer symmetrischen 2-Drahtleitung, um Störungen weitestgehend
auszuschließen. Für das Senden und Empfangen der Sprache reicht
das eine Kupferpaar aufgrund der Anwendung der Gabelschaltung aus. Der
Rufton (Klingel) wird mit Hilfe einer 60V/50Hz Wechselspannung aufmoduliert.
Telefone werden normalerweise ohne Zwischenverstärker bis zur Vermittlungstelle
direkt an die teilweise bis zu 5 Kilometer lange Kupferleitung angeschlossen.
Es gibt aber auch Systeme, wie zum Beispiel im Studentenwohnheim Dodesheide
zu finden, wo mit Hilfe eines PCM-Systems (Puls-Code-Modulation), also
einer transparenten Digitalisierung oder einer analogen Modulation der
Telefongespräche in eine andere Frequenzlage (Trägerfrequenztelefonie),
mehrere Telefonate über eine Leitung geführt werden. Das wird
immer dann erforderlich, wenn mehr Telefonanschlüsse geordert werden,
als Leitungen zur Vermittlungstelle verfügbar sind.
Im Haus werden als Infrastruktur meist
2 bis 4 paarige Leitungen verlegt. Diese werden an normale TAE-Steckdosen
angeschlossen. Im Keller faßt dann eine Verteilerbox alle Inhauskabel
zusammen und stellt den Anschluß zum Erdkabel her.
Teilweise gibt es in den Studentenwohnheimen
Netze, wo jede im Haus verfügbare Steckdose direkt bis zur Vermittlungstelle
der Telekom durchgeschaltet ist. Landläufig wird dies auch als "starres
Netz" bezeichnet. Dies ermöglicht dem Netzbetreiber alle Änderungen
an den Telefonanschlüssen ohne einen Service-Techniker im Außendienst
durchzuführen. Dieses ist jedoch nur dort möglich, wo genug Leitungspaare
bis zur Vermittlungstelle verfügbar sind. Außerdem muß
dazu im Haus, auch wo noch kein Telefonanschluß gewünscht wird,
ein vollständiges Netz aufgebaut werden. Dieses kostet viel Geld und
wird gerne vermieden. Dann ergibt sich der Zustand, daß oft Service-Techniker
des Netzbetreibers vor Ort arbeiten müssen, um z.B. Leitungen umzuklemmen
oder Anschlüsse ganz neu zu verdrahten.
3.22 ISDN
ISDN wurde in den 80er Jahren entwickelt und
brauchte eine sehr lange Zeit, um überhaupt auf dem Markt aufzutreten.
Dies lag mit Sicherheit daran, daß sehr viele Länder an der
Standardisierung beteiligt wurden, aber auch daran, daß eigentlich
wenig Bedarf an einer Technologie wie ISDN bestand. Deutlich macht das
auch die Tatsache, daß z.B. in den USA ISDN so gut wie unbekannt
und meist auch nicht verfügbar ist.
ISDN verfolgt die konsequente Weiterführung
der digitalen Übertragungstechnik von der Vermittlungstelle bis zum
Kunden. Während bei der heutigen a/b Telefontechnik zwar eine digitale
Vermittlung stattfindet und die Übertragung im Weitverkehrsnetz auch
digital erfolgt, geschieht die digital-analog Wandlung in der Vermittlungsstelle.
Bei ISDN erfolgt die Übertragung in das Haus des Kunden digital über
die symmetrische 2-Drahtleitung. Meist wird dazu das U0-Vefahren verwendet,
was mit Hilfe der Echokompensation die Hin- und Rückübertragung
auf einem Leitungspaar ermöglicht. Im Kundenhaus erfolgt dann mit
Hilfe des NTBA eine Schnittstellenwandlung auf die inzwischen weit verbreitete
S0 Schnittstelle. Dabei handelt es sich um eine 4-Draht-Schnittstelle,
die für die beiden Übertragungsrichtungen verschiedene Paare
verwendet. An diesen Leitungs-Bus können dann auch mehrere Geräte
im "Punkt zu Mehrpunkt" Übertragungsverfahren angeschaltet werden.
Ein solcher ISDN-Anschluß stellt 2 Sprach- oder Datenkanäle
zur Verfügung. Diese ganze Übertragung erfolgt synchron zum Telefonnetz
und stellt dadurch eine garantierte Bandbreite oder Geschwindigkeit zur
Verfügung. Die Übertragung von Signalisierungen (Klingel, Ruftöne,
usw.) erfolgt in einem separaten Datenkanal, der neben den beiden Sprachkanälen
im digitalen Zeitmultiplexverfahren über die Leitung geführt
wird. Aus diesem Grund lassen sich nahezu beliebige Telefonnummern zuordnen.
Zur Unterscheidung wird dabei die angerufene Nummer mit an den Kunden übertragen.
Neben dem Anschluß mit 2 Sprachkanälen
wird auch ein Anschluß mit 30 Sprachkanälen für Großkunden
angeboten. Die zugehörige Kundenschnittstelle nennt sich S2M. Normal
erfolgt an diese Schnittstelle eine Anschaltung einer Telefonanlage, die
alle ISDN Daten weiterverarbeitet und weiterverteilt.
Aufgrund der Verwendung des gleiches Mediums
(symmetrische 2-Drahtleitung) sind bei einer Umstellung eines a/b Anschlusses
auf ISDN die Hardwareänderungen minimal. Die Montage des NTBA erfolgt
meist neben der ehemaligen TAE-Telefonsteckdose. Üblich ist mittlerweile
auch, daß kein Service-Techniker mehr die Installation vornimmt,
sondern der Kunde den NTBA anschließt und der Netzbetreiber den Anschluß
nur noch in der Vermittlungsstelle umschaltet.
Für die Installation einer Inhausverkabelung
in Studentenwohnheimen ist es also unerheblich, ob Studierende einen ISDN
oder einen a/b-Anschluß betreiben wollen. Die Verkabelung beschränkt
sich auf ein 2-Drahtpaar, was z.Zt. in allen Osnabrücker Wohnheimen
pro Wohnung oder Zimmer vorhanden ist.
3.23 ATM
Bei ATM (Asynchron
Transfer Mode) handelt es sich um ein Verfahren, was gerne High-Speed
ISDN
genannt wird. Es handelt sich um ein asynchrones Verfahren zur Weitverkehrsübertragung.
Z.Zt. sind Geschwindigkiet von 1,5 bis 622 Mbit/s üblich. Das verwendete
hardwaremäßige Medium ist dabei sehr unterschiedlich. Die Besonderheit
von ATM ist, daß es möglich ist Bandbreite, also Geschwindigkeit,
für Übertragungen zu reservieren. Deshalb kann die Übertragung
als gesichert betrachtet werden. Weil es sich jedoch um ein asynchrones
Verfahren handelt, kann es zu Verzögerungen in der Übertragung
kommen. Das ist auch der Grund weshalb Übertragungsverfahren für
Telefongespräche bisher eigentlich immer synchron ausgeführt
wurden. ATM als High-Speed
ISDN zu bezeichnen trifft
also nicht den Kern der Problematik. Vielmehr handelt es sich bei ATM um
ein High-Speed Datennetz, was meist zur Schaffung von Internetverbindungen
genutzt wird. Dabei arbeitet ATM aber grundsätzlich anders als das
Internet: Während ATM verbindungsorientiert überträgt, ist
TCP/IP als Internetprotokoll verbindungslos definiert.
ATM läßt sich sowohl über
ADSL-Strecken
(ab 1,5 Mbit/s, ADSL-Lite) als auch über Lichtwellenleiter-Verbindungen
betreiben. Damit definiert ADSL keine hardwaremäßigen Komponenten
sondern nutzt bestehende Plattformen, um die neuen Protokolle einsetzen
zu können. Feste ATM-Standards sind größtenteils sowieso
noch nicht vorhanden, weil die Festlegung aller Standards z.Zt. im sogenannten
ATM-Forum geschieht. Dabei handelt es sich um eine Interessenvertetung
der Industrie im Internet, die dieses Verfahren für den eigenen Zweck,
jedoch koordiniert, weiterentwickelt.
Aus diesen Gründen wird ATM offensichtlich
auch nicht das Telefonsystem der Zukunft werden. Vielmehr läßt
sich eine Nischenlösung absehen, nachdem ATM in den vergangenen Jahren
vielfach dazu genutzt wurde den fehlenden Gigabit-Ethernet Standard abzudecken,
der jetzt vorhanden ist.
Auf die Telefonverkabelung in Studentenwohnheimen
hat die Entwicklung von ATM also keine Auswirkungen. In Kapitel
4.13 wird ATM jedoch noch näher betrachtet und auf die Tauglichkeit
als Backbone-System im Computernetzwerk begutachtet.
3.3 Fernseh- und Radioprogrammverteilung
Als am Anfang des Jahrhunderts das Radio und
das Fernsehen erfunden wurde war es lange Zeit üblich eine Dachantenne
direkt an das Empfangsgerät anzuschließen. Bei größere
Wohnanlagen erfoderte das allerdings für jeden Empfänger eine
eigene Antenne auf dem Dach, was mit der zunehmenden Verbreitung des Mediums
Rundfunk ausuferte. Die Folge war das System der Fernseh- und Radioprogrammverteilung,
was seine Perfektion mit der Erfindung des Kabelfernsehens fand.
Hinter dem Gedanken der Programmverteilung
steht die Idee alle Antennensignale für Radio und Fernsehen zentral
zu empfangen, zu verstärken und an jeden Empfänger zu verteilen.
Weil es sich bei dem verteilten Signal um ein Hochfrequenzsignal handelt,
kann der Empfänger normalerweise nicht unterscheiden, ob er an eine
Antenne oder eine Verteilanlage angeschlossen ist. In der frühen Zeit
der Verteilanlagen wurden ausschließlich Programme verteilt, die
man auch mit Einzelantennen hätte empfangen können.
Mit dem Kabelfernsehangebot wurden dann
an der zentralen Empfangsstelle (meist eine pro Stadt) weitere Programme
über Satellit empfangen und in die Verteilanlage eingespeist. Bis
heute wurden damit die empfangbaren Programme immer weiter ausgeweitet,
so daß es z.Zt. ein Angebot von über 30 Fernsehprogrammen im
Kabelfernsehnetz gibt.
3.31 Nutzung bestehender
Verteilsysteme
In den meisten Mehrparteienhäusern, so
auch in Studentenwohnheimen, wurde irgendwann ein Verteilsystem für
den Empfang der ersten 3 Fernsehprogramme installiert. Nebenbei wurde noch
der UKW Rundfunkbereich übertragen. Mit der terrestrischen (Empfang
ohne Satellitenantenne) Empfangsmöglichkeit von RTLplus und Sat1 wurde
diese Anlage dann erweitert, so daß auch ein Empfang der 2 weiteren
Programme möglich war. Um dies zu ermöglichen wurden Frequenzumsetzer
installiert, die die Fernsehprogramme von einer Ursprungsfrequenz im UHF-Bereich
in einen anderen Fernsehkanal (meist im VHF-Bereich) umsetzten. Damit wurde
vermieden, daß sich im Haus die Signale des direkt empfangenen Senders,
der manchmal sehr stark war, und die verteilten Signale auf dem gleichen
Kanal mischen und stören. Bevorzugt wurden die Kanäle im VHF
I und VHF III Band benutzt, um mit niedrigen Frequenzen arbeiten zu können,
das verringerte die Anforderungen an die Verteilanlage (Kabel, Steckdosen).
3.311 verschiedene Koaxialkabel
und Verteilkomponenten
Eingebaut wurden damals übliche Antennenkabel.
Diese ca. 5 mm dicken 75 Ohm Koaxialkabel besitzen einen äußeren
Schirm aus Kupfergeflecht. Der Isolierstoff zwischen Schirm und Innenleiter
(Dielektrikum) besteht aus dem Kunststoff PE. Diese Kabel besitzen Eigenschaften,
die mit Koaxialkabeln heutiger Bauart nicht zu vergleichen sind. Nicht
nur ist die Dämpfung der hochfrequenten Signal in den alten Kabeln
extrem hoch, auch dringt sehr viel HF-Energie aus den Kabeln nach draußen
und wird dabei "gesendet".
Technische Vergleichswerte sind dabei
die Angaben für das Schirmungsmaß und die Dämpfung. Heute
übliche Koaxialkabel sind meist 7 mm dick und besitzen einen äußeren
Schirm aus Alumiumfolie und Kupfergeflecht. Auch wird für das Dielektrikum
meist kein PE mehr verwendet, sondern man greift auf einen Schaum aus PE
zurück, auch Cell-PE genannt. Durch diese und noch einige weitere
Maßnahmen wurde die Qualität der Koaxialkabel soweit verbessert,
daß sich die verteilten Signale im Koaxialkabel mit den Signalen
im Freiraum (Funkbetrieb) nicht mehr nennenswert beeinflussen. Schirmungsmaße
von über 70dB sind heute möglich und realisieren dieses. Nur
so ist ein Betrieb von Kabelfernsehen mit vielen Programmen möglich.
Die genutzen Frequenzen außerhalb des Kabels werden von anderen Funkdiensten
genutzt, die nicht gestört werden dürfen (EMV).
Nicht nur die Koaxialkabel wurden weiterentwickelt,
auch Verteiler, Abzweiger und Steckdosen, die in der Verteilanlage eingebaut
werden und die Verbindungen ermöglichen, wurden verbessert. Insbesondere
wurde hierbei die Durchgangsdämpfung (Dämpfung der Signale beim
Durchgang durch die Komponente) wesentlich verringert. Damit wurde die
nötige Verstärkung an der zentralen Empfangsstelle geringer.
Die schlechte Qualität der Komponenten
erlaubt es also normalerweise nicht eine alte Verteilanlage für die
Verteilung von Kabelfernsehprogrammen zu nutzen. Leider wird dies illegalerweise
und aus Unwissenheit von vielen Hausbesitzern dennoch gemacht. Die Folge
daraus ist, daß Funkdienste, wie z.B. der Amateurfunkdienst und der
Flugfunkdienst, inzwischen seit Jahrzehnten flächendeckend gestört
werden. Weil das ehem. BAPT (Bundesamt für
Post und Telekommunikation), die heutige Regulierungsbehörde, jedoch
keinen Ausweg aus dem Problematik sah, wurden die wichtigsten gestörten
Dienste aus dem Frequenzspektrum im Kabelfernsehen ausgespart. Dies führte
jedoch zu einer geringeren übertragbaren Anzahl von Fernsehprogrammen.
Mittlerweile wurde das ganze Gebilde von
Vorschriften über den Bau von Radio- und Fernsehverteilanlagen wesentlich
reduziert. Auch die frühere Anmeldepflicht für Verteilanlagen
>25 Telnehmer ist inzwischen abgeschafft worden. Übrig blieben im
wesentlichen die EMV- und die Sicherheitsvorschriften,
die die Anforderungen an die Komponenten regeln. Im Endeffekt muß
dabei gewährleistet sein, daß die gesamte Verteilanlage keine
größere Leistung als 20dBpW (39 dBµV an 75 Ohm) abstrahlt
(Schirmungsmaß, Störstrahlungsleistung). Diese auf 1pW bezogene
dB-Angabe bedeutet, daß für die Störstrahlung als Grenzwert
0,1 nW gilt. Die Europanormen EN 50083-1 und EN 50083-2 enthalten u.a.
diese Vorschriften und sind für das CE-Zeichen und damit für
den Verkauf und den Betrieb verpflichtend.
3.312 Planung neuer Verteilsysteme
An dieser Stelle wäre es übertrieben
das komplette Vorgehen der Planung einer Verteilanlage zu beschreiben.
Fast alle Osnabrücker Studentenwohnheime verfügen bereits über
ein Verteilsystem, was für Kabelfernsehen oder ähnliche Signale
mit vielen Fernsehprogrammen verwendet werden kann. Deshalb sei hier auf
das Planungshandbuch der Firma Blankom aus Thüringen verwiesen, das
das Vorgehen und alle Anforderungen bestens beschreibt, jedoch nicht mehr
zu 100% aktuell ist. Die wesentlichen Dinge sind hier nur kurz dargestellt,
es handelt sich um Empfehlungen, die meist auf den Europanormen EN 50083-3
bis EN 50083-8 beruhen und um Vorschriften aus den oben genannten Normen:
Während früher der Haupteinspeisepunkt
(Kopfpunkt) der Anlage im Dachgeschoß festgelegt wurde, weil dort
auch die Antennen montiert waren, wird jetzt der Kopfpunkt normalerweise
im Keller festgelegt. Dies hat die Gründe, daß bei einer Einspeisung
von Kabelfernsehen der Anschluß im Keller zu finden ist (Erdleitung)
und daß am Kopfpunkt der Anlage meist Umsetzer und Verstärker
montiert werden, deren Betriebstemperatur zur einwandfreien Funktion nicht
überschritten werden sollte. Auf Dachböden wird es im Sommer
aber meist ziemlich warm, deshalb sollte dieser Raum dafür besser
gemieden werden.
Aus den Verteilnetz-Grundtypen "Reihenverteilnetz"
(das Signal wird von Steckdose zu Steckdose durchgeschleift) und "Sternverteilnetz"
(die Steckdosen werden sternförmig an einen Verteiler angeschlossen)
erarbeitet man meist ein gemischtes Netz. Ziel ist es an allen Steckdosen
des Verteilnetzes einen Spannungspegel aller Fernprogramme von minimal
60 und maximal 84 dBµV zu realisieren. Bei Radioprogrammen liegen
die Werte 4 dB niedriger. Um das zu erreichen stehen Steckdosen mit unterschiedlicher
Anschlußdämpfung (z.B. 4, 7, 10, 14, 18 und 22 dB), Abzweiger
(ermöglichen Stichleitungen mit unterschiedlichen Dämpfungen
von der Hauptleitung zu realisieren), Verteiler mit 2 bis 8 Ausgängen,
Dämpfungsglieder mit festem oder variablem Dämpfungswert und
Kabel mit einem längenabhängigen Dämpfungswert zu Verfügung.
Als sehr kostengünstiger, montagefreundlicher und zuverlässiger
Steckverbinder für Verteilsysteme hat sich der F-Stecker herausgestellt.
Dabei handelt es sich im Prinzip nur um eine Metallhülse, die das
Anschrauben des Koaxialkabels an der Buchse ermöglicht. Die früher
viel verwendeten IEC-Stecker haben insbesondere im Langzeitbetrieb weit
schlechtere Eigenschaften.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen in
einem Verteilsystem die Verstärker: Sie ermöglichen nicht nur
die Verstärkung von zu geringen Spannungspegeln, sondern lassen auch
eine frequenzmäßige Entzerrung zu, die durch ungleiche Kabeldämpfung
der verschiedenen Frequenzen verursacht wird. Werden viele Verstärker
in einem Verteilsystem kaskadiert (hintereinandergeschaltet, um hohe Leitungslängen
zu ermöglichen), dann ist nicht nur der richtige Pegel an der Steckdose
zu beachten, sondern auch ein benötigtes Signal-Rauschverhältniß,
was immer mindestens 46dB betragen sollte, um ein rauschfreies Bild zu
garantieren. Im Falle von Inhaus-Verteilnetzen werden jedoch normal nie
mehr als 2 Verstärker kaskadiert, weshalb der Rauschabstand meist
nicht betrachtet werden muß. Verstärker werden hauptsächlich
nach Verstärkung (20 bis 40 dB) und maximalem Ausgangspegel bewertet.
Dabei wird in den Katalogen der maximale Ausgangspegel (Betriebspegel)
unter sehr verschiedenen Bedingungen angegeben. Teilweise wird dabei auf
die maximalen Störprodukte 2. Ordnung (IMA) eingegangen, was meist
der kritischere Wert ist. Aber auch eine Angabe bezogen auf die Störprodukte
3. Ordnung (KMA) ist üblich. Auch muß man wissen, daß
die Bezugswerte für Hausanschlußverstärker (letzter Verstärker
vor der Steckdose) nicht so streng sind, wie die Bezugswerte für Strecken-
oder Verteilverstärker. Außerdem beziehen sich die Angaben auf
die Belegung mit unterschiedlicher Programmzahl. Bei Hausanschlußverstärkern
wird von 12 Fernsehprogramen (CTBA, CSOA ja nach Kanalraster) ausgegangen,
bei einer Verdoppelung der Programmzahl müssen vom maximalen Ausgangspegel
3 dB abgezogen werden. Bei Strecken- oder Verteilverstärkern wird
standardmäßig von 2 übertragenen Programmen ausgegangen
(KMA), eine Verdopplung der Programmzahl schlägt auch wieder mit 3
dB zu buche. Beim IMA-Wert ist der maximale Betriebspegel nicht von der
Kanalzahl abhängig.
Der maximale Pegel irgendwo im Verteilsystem
(meist hinter dem stärksten Verstärker) ist auch vorgegeben.
Er richtet sich nach dem Schirmungsmaß der verwendeten Komponenten.
Dabei ist von dem geringsten Schirmungsmaß, also der schlechtesten
Komponente auszugehen. Dieses ist meist das verwendete Kabel. Bis 862 Mhz
besitzen aktuelle Koaxialkabel mit Folienschirm oft ein Schirmungsmaß
von 70 dB. Mit einer zulässigen Störstrahlungsspannung von 39dBµV
ergibt sich durch die Addition der Werte ein maximaler Pegel von 109 dBµV.
Dieser Wert darf hier nicht überschritten werden.
Die Planung eines Verteilsystemes erfordert
etwas Geschick und Ausdauer. Oft gibt es mehrere Möglichkeiten das
Netz zu realisieren, die Kosten können dabei unterschiedlich sein.
Nach der Neuinstallation eines Radio- und Fernsehverteilsystemes ist es
immer erforderlich Kontrollmessungen durchzuführen. Leider kommt es
sehr leicht vor, daß Steckdosen nicht einwandfrei angeschlossen wurden
oder Kabel fehlerhaft sind. Wenn das System in Betrieb ist, kann mit einem
Fernseh-Meßempfänger einfach der an jeder Steckdose anliegende
Pegelwert für beispielhafte Fernsehprogramme überprüft werden.
Wenn dieser mit der Planung grob übereinstimmt, kann davon ausgegangen
werden, daß kein Fehler vorliegt.
Das ehemalige BAPT
hat 1996 einige technische Empfehlungen für die Installation dieser
Verteilanlagen herausgegeben. Darin wird u.a. empfohlen aktive Komponenten
mit möglichst hoher Einstrahlungsstörfestigkeit zu verwenden,
das Verteilnetz weitestgehend sternförmig aufzubauen und eine genügend
hohe Anzahl installierter Antennensteckdosen je Wohnung zur Vermeidung
von Störungen durch nichtfachgerechte Eigenverkabelungen vorzusehen.
Auch sollten die Anlagenbetreiber die Hausbewohner auf die Gefahren von
Eigenverkabelungen und die Verwendung normgerechter Empfängeranschlußkabel
hinweisen.
Ernst zu nehmen sind auch die Erdungsvorschriften
für Programmverteilanlagen. Dabei ist vorgeschrieben, daß die
komplette Verteilanlage, vor und hinter der Hauptverstärkung, über
eine mindestens 4mm² Kupferleitung mit dem Potentialausgleich des
Hauses verbunden werden muß. Dies ist unabhängig von einer eventuell
vorhandenen Antennenerdung.
3.32 Digitale Programmzukunft
Bis auf wenige Versuchsprogramme werden z.Zt.
alle über Antenne empfangbaren und im Kabelfernsehen verfügbaren
Fernseh- und Radioprogramme analog verbreitet. Dazu werden beim Fernsehen
alle Informationen incl. des Fernsehtones in einem 7 bzw. 8 MHz breiten
Fernsehkanal moduliert. Bei Radioprogrammen beträgt die Kanalbandbreite
üblicherweise 300 kHz.
Weil keine weiteren Programme mehr unterzubringen
waren und die Digitalisierung in sehr vielen Bereichen große Fortschritte
erzielt hat, wurde deshalb der digitale Rundfunk entwickelt. DVB
(Digital Video Broadcast) ist jetzt schon größtenteils nutzbar, DAB
(Digital Audio Broadcast) steckt noch in der Versuchsphase. Bevor DAB als
Standard festgelegt wurde, gab es schon DSR (Digitales Satelliten Radio)
und ADR (Astra Digital Radio). Diese Verfahren arbeiteten jedoch fast ausschließlich
via Satellit (DSR versuchsweise im Kabelfernsehen) und fanden deshalb keine
sehr große Verbreitung.
3.321 DVB
Digital Video Broadcasting (DVB) umfasst eine
Reihe zueinander kompatibler Standards zur digitalen Fernsehübertragung
über Satelliten, terrestrische Sender und Breitband-Kabelnetze (BK-Netze).
Bildkompression, Fehlerkorrektur und angepasste Modulationsverfahren ermöglichen
eine Vervielfachung der anbietbaren Programme bei nahezu fehlerfreier Übertragung
auf den vorhandenen Übertragungswegen. Dabei wird das Bild ähnlich
wie in einem Computer bearbeitet und zum Empfänger übertragen.
In diesem Zusammenhang rüstet z.B. die Deutsche Telekom AG zur Zeit
ihr BK-Netz für die DVB-Übertragung aus. Gemäß DVB-Kabelstandard ETS
300429 (European Telecommunication Standard) wird hierfür als Modulationsart
eine 64-Quadratur-Amplituden-Modulation (QAM) verwendet. Damit ergibt sich
in einem analogen Fernsehkanal der Bandbreite 8 MHz eine Nutzbitrate von
ca. 38,1 Mbit/s. Mit einer höherstufigen 256-QAM hingegen ließe
sich im 8-MHz-Kanal eine Nutzdatenrate von ca. 50,8 Mbit/s erzielen.
Der Übergang zur digitalen Übertragungstechnik
ermöglicht eine wesentlich effizientere Nutzung des Frequenzspektrums
sowie mehr Flexibilität bei der Aufteilung der Übertragungskapazität.
Für den Rundfunkteilnehmer bedeutet dies eine Ausweitung des Programmangebotes,
für den Programmanbieter eine Senkung der Übertragungskosten.
Die digitalen Programme werden je nach
Bitrate in Qualitätsstufen unterteilt: 1,5 Mbit/s entspricht LDTV
(Low Definition TeleVision), 4-6 Mbit/s entspricht SDTV (Standard Definition
TeleVision), 8 Mbit/s entspricht EDTV (Enhanced Definition TeleVision)und
24-30 Mbit/s entspricht HDTV (High Definition TeleVision). Daneben lassen
sich auch noch digitale Hörfunkkanäle übertragen, obwohl
es dafür ein eigenes System (DAB, Kapitel
3.322) gibt.
Die Audio- und Videocodierung für
digitales Fernsehen basiert allgemein auf dem MPEG-2-Standard. Allerdings
gibt es verschiedene Wege, wie das codierte Signal zum Teilnehmer gelangt.
Abhängig von der Übertragungsweise - per Kabel, Satellit oder
auf terrestrischem Wege - unterscheiden sich auch die Empfänger.
Das übertragungstechnische Konzept
der Ausstrahlung von Fernsehsignalen über Satellit (Satellitenübertragung
nach DVB-S) nach dem DVB-Standard ist durch folgende Verfahren gekennzeichnet:
-
QPSK-Modulation (Quadrature Phase Shift
Keying)
-
MPEG-2-Transport-Stream (TS).
Der DVB-Standard für die Übertragung
digitaler Fernsehsignale - Kabelübertragung nach DVB-C mit Quadratur-Amplituden-Modulation
- in Kabelnetzen ist charakterisiert durch:
-
16-QAM- bis 256-QAM-Verfahren
-
MPEG-2-Transport-Stream.
Während der Arbeiten im Rahmen des DVB-Projekts
wurde für jeden der drei spezifizierten Übertragungskanäle
(Satellit, Kabel und terrestrisch) das geeignete Übertragungsverfahren
gewählt. Für die terrestrische DVB-T-Übertragung wird z.B.
das OFDM-Verfahren (Orthogonal Frequency Division Multiplex) verwendet.
Es ist ein Mehrträgerverfahren und unterscheidet sich signifikant
von den für die Kabel- und Satellitenübertragung verwendeten
Einträgerverfahren. Im Prinzip erfordert das OFDM-Verfahren eine große
Zahl von parallelen Modulatoren im Sender und Demodulatoren im Empfänger.
Man kann allerdings zeigen, daß die erforderlichen Signalverarbeitungsschritte
einer IFFT (im Sender) bzw. FFT (im Empfänger) entsprechen. Damit
stehen kostengünstige und leistungsfähige Verfahren für
diese Schritte zur Verfügung.
DVB wurde in Deutschland als erstes durch
die D-Boxen und PayTV bekannt. Damit bekam DVB natürlich sofort ein
negatives Erscheinungsbild, PayTV ist in Deutschland offenbar unbeliebt.
Dazu beigetragen hat die Tatsache, daß auch alle freien digitalen
Programme (die analog natürlich meist auch noch zu empfangen sind)
nur mit einer D-Box empfangen werden können: Digitale Empfänger
ohne PayTV-Funktion sind auf dem Markt immer noch kaum verfügbar.
Offenbar besteht beim Endkunden auch kein direktes Interesse an digitalem
Fernsehen. Dennoch gibt es Bestrebungen in einigen Jahren auch den ganzen
analogen terrestrischen Rundfunk durch das DVB-Verfahren zu ersetzen. In
den USA ist der Umstieg für das Jahr 2002 geplant, Europa wird sich
wahrscheinlich etwas mehr Zeit lassen, in 5 Jahren kann aber mit einer
Umstellung des Übertragungsverfahrens gerechnet werden. Dafür
sind Modelle vorgeschlagen, die eine zeitweise Aussendung in beiden Verfahren
vorschlagen oder die digital-analog Umsetzer subventionieren.
Im Kabelnetz der Osnabrücker Kabelcom
werden augenblicklich 3 digitale Programmpakete mit je ca. 8 Programmen
eingespeist. Wie schnell eine Ausweitung des digitalen Angebotes erfolgt,
wird hauptsächlich davon abhängen, wie viele digitale Empfänger
bzw. digital-analog Umsetzer in den nächsten Jahren verkauft werden.
Über Satellit (Astra) werden bereits eine Fülle von digitalen
Programmpaketen gesendet, die Tendenz ist stark steigend.
3.322 DAB
Digital Audio Broadcast (DAB) ist ein digitales
Verfahren für den Hörfunk. Es arbeitet mit einer Datenreduktion
nach MPEG Layer 2 (MUSICAM) und einer Abtastfrequenz von 48 kHz. Damit
ergibt sich ein zu übertragene Datenrate von 128 bis 384 kbit/s pro
Kanal und eine CD-ähnliche Qualität. Die verwendete COFDM-Modulation
(Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex, Standard ETS
300401) gewährleistet eine gewisse Immunität der Übertragung
gegen Signaleinbrüche, äußere Störungen und Mehrwegeempfang
(Flackerfading). Die terrestrische Verbreitung erfolgt in einem Gleichwellennetz,
d.h. alle Sender arbeiten auf der gleichen Frequenz ohne sich störend
zu beeinflussen. Eine enorme Einsparung der bisher benötigten Alternativfrequenzen
wird dadurch erreicht. In einem Paket (1,536 MHz Bandbreite) können
je nach gewählter Klangqualität 4 bis 8 Radioprogramme übertragen
werden. Desweiteren sind einige programmbegleitende Zusatzinformationen
(vergleichbar mit RDS Radio-Data-System), z.B. schriftliche Verkehrsinformationen,
geplant. Als terrestrische Sendefrequenzen sind 174 ... 240 MHz und 1452
... 1492 MHz vorgesehen. In Radio- und Fernsehverteilanlagen sind diese
Frequenzen jedoch schon durch den Fernsehempfang belegt oder gar nicht
übertragbar (oberer Frequenzbereich), was zu Problemen führt.
Offensichtlich ist dann ein Fernsehkanal zu opfern oder umzulegen, um darin
die Übertragung von 24 bis 30 DAB Radioprogrammen zu ermöglichen.
Die Übertragung erfolgt mit einem um 20 dB reduzierten Pegel, der
ausreicht um vollständigen Empfang zu garantieren.
Alles dieses ist im Augenblick noch Zukunftsmusik
und sollte lediglich bei der Planung einer ganz neuen Programmbelegung
für ein großes Radio- und Fernsehverteilsystem berücksichtigt
werden. Bis zur flächendeckenden Einführung von DAB vergehen
noch einige Jahre, der flächendeckende Verkauf der Empfänger
hat noch gar nicht richtig begonnen. Im Vergleich zum digitalen Fernsehen
(DVB) gibt es beim digitalen Radio jedoch einen gewissen
Bedarf. Seitdem sich die CD als Standardmedium der Musikindustrie durchgesetzt
hat,
kann der normale FM-Stereo Rundfunk nur noch mit einer vergleichsweise
geringen Qualität aufwarten, Handlungsbedarf besteht also.
3.33 Satellitenfernsehen
kontra Kabelfernsehen
Etwa im Jahr 1985 hat die damalige Deutsche
Bundespost den Ausbau des Breitbandkabelnetzes in den ländlichen Gebieten
gestoppt. Die Folge daraus war die Suche nach Alternativlösungen,
daraus hat sich der Satelliten-Direktempfang entwickelt. Insbesondere das
Astra-Satellitensystem ermöglicht den Empfang fast aller wünschenswerten
Programme mit einer relativ kleinen, und durch Massenproduktion preisgünstigen,
Kombination aus Satellitenantenne und Programmumsetzer (Receiver / Sat-Empfänger).
Im Vergleich zum Kabelfernsehen ist es mit der Lösung möglich
mit einem einmaligen Kaufpreis in den Genuß fast aller Programme
zu kommen, wozu sonst eine meist relativ hohe monatliche Kabelfernsehgebühr
bezahlt werden muß. Die Qualität den empfangenen Bildes ist
gleichwertig oder eher höher als beim Kabelfernsehen.
Leider ist diese Technologie in manche
Gegenden ausgeufert. Teils sind an Mehrfamilienhäusern 10 oder mehr
Satellitenantennen montiert. Systeme, um allen Hausbewohnern den Sat-Empfang
mit einer Antenne zu ermöglichen, wurden erst zu spät marktüblich,
sind offenbar zu teuer oder zu kompliziert einzubauen. Diese Systeme arbeiten
mit einem Switching-Verfahren, daß die erforderliche Polarisationsebene
und das erforderliche Empfangsband jeweils an den Sat-Empfänger durchschaltet.
Nach wie vor ist es damit jedoch erforderlich an jedem Fernseher einen
Sat-Empfänger zu betreiben.
Dazu gibt es eine Alternative: Beim Kabelfernsehen
wird das Signal üblicherweise einmal in jeder Stadt in einer Kopfstelle
(Kabelfernseh-Kopfstation) erzeugt und dann verteilt. Bei dieser Erzeugung
handelt es sich um eine Umsetzung, bei der terrestrisch oder über
Satellit empfangene Fernseh- und Radioprogramme aufbereitet und in den
passenden Kanal im Kabelfernsehen eingespeist werden. Diese Umsetzung kann
man jedoch auch exklusiv nur für ein Wohnhaus durchführen. Die
Bewohner können, je nach Qualität der Umsetzung, nicht feststellen,
ob sie Kabelfernsehen (hier von der Osnabrücker Kabelcom) oder das
hauseigene Kabelfernsehen angeliefert bekommen. Eine hauseigene Umsetzeranlage
hat folgende Vorteile:
-
Kabelfernsehgebühren fallen nicht mehr
an, der einmalige Kaufpreis rechnet sich nach einigen Jahren und spart
danach (abhängig von der Anzahl der Anschlüsse im Verteilnetz,
siehe Kapitel 8.1).
-
Die Programmbelegung kann nach den Wünschen
der Mieter optimiert werden (z.B. können spezielle ausländische
Sender oder weitere Radioprogramme eingespeist werden).
-
Hausinterne Informationen können z.B.
als Standbild auf einem freien Kanal bekannt gemacht werden.
-
Die Umstellung auf DVB
oder DAB kann zeitlich vorgezogen oder auch hinausgeschoben
werden.
-
Benachbarte Häuser können sich der
Lösung einfach anschließen und das Verteilsystem erweitern.
Dem stehen einige Nachteile gegenüber:
Die Kopfstation erfodert eine gewisse Wartung, die sich hautsächlich
auf das Programmieren der jeweils aktuellen Quellfrequenzen beschränkt.
Diese sollte jedoch von qualifizierter Hand durchgeführt werden, die
notfalls auch die passenden Meßgeräte besitzt. Auch müssen
natürlich Kosten für Ersatzteile und Erweiterungen der Kopfstelle
mit einkalkuliert werden.
3.331 Anforderungen an
Kopfstationen
Eine Kopfstation für eine Kabelfernsehanlage
besteht im wesentlichen aus einem Schrank, in dem sich alle Umsetzer, Verteiler
und Sammelfelder befinden und der zugehörigen Außeneinheit (Antennen).
Die Antennen werden mit der Inneneinheit über Koaxialkabel verbunden,
das fertige Ausgangssignal verläßt die Kopfstelle auch über
ein solches: ein Pegel von 100 dBµV für normale analoge Fernsehprogramme
hat sich dabei als Übergabespannung durchgesetzt, um sich einen zusätzlichen
Verstärker direkt am Übergabepunkt zu sparen.
Es hat sich als positiv erwiesen auch
alle terrestrisch empfangbaren Fernsehprogramme über Satellit zu empfangen.
Die Qualität ist gleichwertig oder besser und es werden zusätzliche
Antennen eingespart. Um eine große Programmvielfalt zu garantieren,
ist es meist notwendig die Satelliten Eutelsat-Hotbird und Astra zu empfangen.
Satellitenantennen von 1,20 m bündeln den Empfang stark genug, um
einen ausreichenden Empfangspegel zur Speisung der Verteiler bereitzustellen
und gleichzeitig ein gutes Signal-Rauschverhältnis zu erreichen. Der
Empfang beider Satelliten über 2 "schielende" LNCs (Low Noise Converter)
stellte sich bei dem Pilotprojekt im Studentenwohnheim Sedanstraße
als schwierig heraus. Die Justage wird deutlich empfindlicher und aufwendiger.
Der geringe Preisunterschied für eine zweite Antenne sollte in Kauf
genommen werden, um nachträglichen Ärger zu vermeiden. Für
den UKW Rundfunkbereich werden meist 1 oder 2 Antennen mit geringer Richtwirkung
(3 Element Yagi) bevorzugt, die horizontal montiert werden müssen.
Um ein ähnliches Fernsehprogrammangebot
wie die Osnabrücker Kabelcom bereitzustellen, müssen über
30 Fernsehprogramme von Satellit umgesetzt werden. Weil nicht alle Verteilanlagen
Frequenzen oberhalb von 450 MHz unterstützen, werden die Programme
normalerweise unterhalb von 450 MHz angesiedelt. Die maximal 36 Programme
werden dann nach dem BK-Raster (FTZ 156 TR 4) auf die verfügbaren
Frequenzen verteilt. Dabei werden fast alle verfügbaren Kanäle
benutzt. Eventuell können auch noch 11 reservierte Kanäle zusätzlich
belegt werden. Die Umsetzer in der Kopfstation müssen dazu die Eigenschaft
"nachbarkanaltauglich" besitzen. Dies richtet sich nach der Steilflankigkeit
der Ausgangsfilter. Wenn alle angeschlossenen Verteilnetze bis 860 MHz
tauglich sind (ausgiebige Prüfung notwendig), kann auch eine Belegung
nach der CENELEC (Europäisches Komitee für Normung) Vollkanalbelegungsliste
(DIN EN 50083-3) erfolgen. Damit ist ein Betrieb von bis 95 Fernsehprogrammen
möglich. Unbedingt müssen dafür aber alle Verstärker
auf den maximalen Betriebspegel mit 95 Programmen kontrolliert werden.
| Bereich |
Kanal |
Frequenz |
Bemerkung |
|
Band IV
(17 Kanäle) |
ch21 |
471,25 Mhz |
analog-PAL |
| Rückweg |
|
5-30 Mhz |
|
ch22 |
479,25 Mhz |
analog-PAL |
| Band I |
ch2 |
48,25 Mhz |
analog-PAL |
ch23 |
487,25 Mhz |
analog-PAL |
| |
ch3 |
55,25 Mhz |
analog-PAL |
ch24 |
495,25 Mhz |
analog-PAL |
| |
ch4 |
62,25 Mhz |
analog-PAL |
ch25 |
503,25 Mhz |
analog-PAL |
| unterer Pilot |
|
80,15 Mhz |
-4dB |
ch26 |
511,25 Mhz |
analog-PAL |
| UKW |
|
87,5-108 Mhz |
4 dB abgesenkt |
ch27 |
519,25 Mhz |
analog-PAL |
USB
(7 Kanäle) |
S4 |
126,25 Mhz |
analog-PAL |
ch28 |
527,25 Mhz |
analog-PAL |
| S5 |
133,25 Mhz |
analog-PAL |
ch29 |
535,25 Mhz |
analog-PAL |
| S6 |
140,25 Mhz |
analog-PAL |
ch30 |
543,25 Mhz |
analog-PAL |
| S7 |
147,25 Mhz |
analog-PAL |
ch31 |
551,25 Mhz |
analog-PAL |
| S8 |
154,25 Mhz |
analog-PAL |
ch32 |
559,25 Mhz |
analog-PAL |
| S9 |
161,25 Mhz |
analog-PAL |
ch33 |
567,25 Mhz |
analog-PAL |
| S10 |
168,25 Mhz |
analog-PAL |
ch34 |
575,25 Mhz |
analog-PAL |
Band III
(8 Kanäle) |
ch5 |
175,25 Mhz |
analog-PAL |
ch35 |
583,25 Mhz |
analog-PAL |
| ch6 |
182,25 Mhz |
analog-PAL |
ch36 |
591,25 Mhz |
frei (Videorekorder) |
| ch7 |
189,25 Mhz |
analog-PAL |
ch37 |
599,25 Mhz |
analog-PAL |
| ch8 |
196,25 Mhz |
analog-PAL |
Band V
(32 Kanäle) |
ch38 |
607,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| ch9 |
203,25 Mhz |
analog-PAL |
ch39 |
615,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| ch10 |
210,25 Mhz |
analog-PAL |
ch40 |
623,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| ch11 |
217,25 Mhz |
analog-PAL |
ch41 |
631,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| ch12 |
224,25 Mhz |
analog-PAL |
ch42 |
639,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
OSB
(10 Kanäle) |
S11 |
231,25 Mhz |
analog-PAL |
ch43 |
647,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S12 |
238,25 Mhz |
analog-PAL |
ch44 |
655,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S13 |
245,25 Mhz |
analog-PAL |
ch45 |
663,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S14 |
252,25 Mhz |
analog-PAL |
ch46 |
671,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S15 |
259,25 Mhz |
analog-PAL |
ch47 |
679,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S16 |
266,25 Mhz |
analog-PAL |
ch48 |
687,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S17 |
273,25 Mhz |
analog-PAL |
ch49 |
695,25, Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S18 |
280,25 Mhz |
analog-PAL |
ch50 |
703,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S19 |
287,25 Mhz |
analog-PAL |
ch51 |
711,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S20 |
294,25 Mhz |
analog-PAL |
ch52 |
719,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
ESB
Hyperband
(18 Kanäle) |
S21 |
303,25 Mhz |
analog-PAL |
ch53 |
727,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S22 |
311,25 Mhz |
analog-PAL |
ch54 |
735,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S23 |
319,25 Mhz |
analog-PAL |
ch55 |
743,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S24 |
327,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch56 |
751,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S25 |
335,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch57 |
759,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S26 |
343,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch58 |
767,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S27 |
351,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch59 |
775,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S28 |
359,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch60 |
783,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S29 |
367,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch61 |
791,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S30 |
375,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch62 |
799,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S31 |
383,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch63 |
807,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S32 |
391,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch64 |
815,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S33 |
399,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch65 |
823,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S34 |
407,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch66 |
831,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S35 |
415,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch67 |
839,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S36 |
423,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch68 |
847,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S37 |
431,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
ch69 |
855,25 Mhz |
digital-TV (-10db) |
| S38 |
439,25 Mhz |
digital-TV (-10 dB) |
|
|
|
Abb. 23: Vorschlag für eine Programmbelegung mit 95 Kanälen
nach CENELEC
Im Kapitel 3.312 wurde
schon angedeutet, daß Steckverbinder in der Hochfrequenzverteilung
eine große Rolle spielen. Die meisten Hersteller verwenden innerhalb
der Kopfstation auch F-Stecker, was eine vernünftige Lösung darstellt.
Kopfstationen, die immer noch IEC-Stecker verwenden, sollten vermieden
werden. Einige Programme, so auch ARD und ZDF, senden sowohl Sendungen
mit Stereo-Ton als auch welche mit Mono-Ton. Bei der Umsetzung von Satellit
muß die Sendeart berücksichtigt werden, damit es nicht zu Einbußen
in der Tonqualität kommt. Gute Kopfstationen werten dazu das Videotextsignal
aus, in dem Informationen über das aktuelle Tonverfahren übertragen
werden. Kopfstationen ohne diese Funktion, die nur über eine manuelle
Umschaltung für Stereo bzw. Mono verfügen, sollten nicht verwendet
werden. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und der Stabilität
des Ausgangspegels sollte eine Kopfstation diskret aufgebaut werden. Eine
Kaskadierung von mehreren kleinen Kopfstationen ist zwar denkbar, führt
jedoch meist zu einer unübersichtlichen Verkabelung außerhalb
der Schränke. Auch ist oft eine mangelhafte Entkopplung der Anlagen
untereinander die Folge, was eine Beeinflussung der Ausgangspegel aller
Programme zur Folge hat. Dies erschwert eine Justage der ganzen Anlage
erheblich. Eine Fehlersuche dauert wesentlich länger. Für die
Umsetzeranlage sollten diverse Module verfügbar sein, so daß
auch in Zukunft einer Erweiterung der Anlage (DVB, DAB)
nichts im Wege steht. Üblicherweise gibt es z.Zt. Module für
Satelliten-Umsetzung, Terrestrische Umsetzung, QPSK/QAM Umsetzung (DVB),
UKW-Vollbereichsverstärker, UKW-Kanalumsetzer, Sat-Tonunterträgerumsetzer
und Generatoren für Standbilder, um z.B. Informationen einzuspeisen.
Die Anlage sollte mit vertretbarem Aufwand ein Signal erzeugen können,
was mindestens 42 Fernsehprogramme und 30 Radioprogramme enthält.
Bei einer Erweiterung sollte es keine generelle Schranke geben.
Eine wichtige Überlegung bringt die
Übertragung der Radioprogramme mit sich. Bei kleineren Anlagen ist
es üblich alle Programme transparent, also ohne eine Frequenzumsetzung,
von ein oder zwei Antennen einzuspeisen. Meist sind mit dieser Lösung
nicht alle Radioprogramme einwandfrei empfangbar. Sender, die außerhalb
der Richtwirkung der Antennen stehen liefern dann einen ungenügenden
Spannungspegel und können nur mit Rauschen oder gar nicht empfangen
werden. Auch sind die Pegel aller Radioprogramme oft sehr unterschiedlich,
was eine Verteilung erschwert. Zusätzliche Programme aus Satellitenunterträgern
oder hauseigene Radioprogramme können nicht zusätzlich eingespeist
werden, weil schwache Sender auf der gleichen Frequenz von den Antennen
eine Signalüberlagerung verursachen würden. Diese Nachteile werden
bei Anlagen bis zu 200 Teilnehmern jedoch üblicherweise in Kauf genommen,
es wird dann davon ausgegangen, daß nur übliche Radiosender
empfangen werden müssen.
Eine bessere Lösung, die jedoch weit
aufwendiger ist, bietet die Umsetzung aller Radioprogramme, genauso wie
es bei allen Fernsehprogrammen auch praktiziert wird. Dabei werden die
terrestrisch empfangenen Radioprogramme auf die Umsetzer geschaltet. Meist
werden dazu mehrere Antennen verwendet, was eine Auswahl anbietet, an welcher
Antenne das jeweilige Programm das stärkere Signal liefert. Die Ausgänge
werden über Sammelfelder oder Richtkoppler zusammengeführt und
das fertige UKW-Signal in das Signal der Fernsehprogramme mit eingespeist.
Diese Lösung bietet vielfältige Möglichkeiten um weitere
Radiogramme, z.B. von Satellit, zu integrieren. Das Verfahren verteuert
die Kopfstelle jedoch um ca. 25 %.
3.332 Projektierung einer
Musterkopfstelle
Für eine Musterprojektierung einer Kabelfernseh-Kopfstation
(Satelliten-Umsetzeranlage) wurden sowohl semi-professionelle als auch
professionelle Systeme der Firmen Kathrein, Hirschmann, Blankom, Astro
und Fuba verglichen. Die Firma Blankom bietet mit ihrem modularen Profi800
System die einzige Anlage an, die alle Kriterien aus Kapitel
3.331 erfüllt und dazu sich in einer erschwinglichen Preislage
bewegt. Aus diesem Grund wird die Musterprojektierung anhand der Produkte
der Firma Blankom durchgeführt:
Vorausgesetzt wird eine gewünschte
Programmversorgung von 36 analogen Fernsehprogrammen und 30 Radioprogrammen.
Damit werden 3 analoge Fernsehprogramme mehr übertragen als von der
Osnabrücker Kabelcom, an die die Kanalbelegung stark angelehnt wird.
Auf eine Umsetzung von digitalen Programmpaketen wird vorerst verzichtet,
weil Studierende üblicherweise nicht über finanzielle Mittel
verfügen, um PayTV zu abonieren. Digitale Empfänger für
die freien Digitalprogramme bewegen sich auch noch im oberen Preisbereich,
wenn sie überhaupt erhältlich sind. Für den Hörfunkbereich
wird die kostenintensive Lösung (Kapitel 3.331)
gewählt, bei der alle Programme einzeln in der Frequenzlage umgesetzt
werden. 18 Radioprogramme werden dabei terrestrisch empfangen und 12 weitere
über Satellit hinzugespeist.
Benötigt werden folgende Komponeten:
-
2 Stück Satellitenantennen, Aluminium,
125cm Durchmesser
-
2 Stück Antennenmasten incl. Montage-
und Erdungsmaterial
-
1 Stück LNC Quadro, um später auch
DVB-Programme
von Astra einspeisen zu können
-
1 Stück LNC Dual für Eutelsat Hotbird
-
2 Stück UKW-Antennen 3-Element Yagi
-
7 Stück passive Satellitensignalverteiler
-
2 Stück aktive Satellitensignalverteiler
(incl. Signalverstärker zwecks Kaskadierung und LNC Speisespannung)
-
1 Stück passiver Satellitensignalverteiler
mit LNC Speisespannung
-
3 Stück Sat-Fernsehumsetzer 45...75 MHz
-
7 Stück Sat-Fernsehumsetzer 110...174
MHz
-
8 Stück Sat-Fernsehumsetzer 174...230
MHz
-
10 Stück Sat-Fernsehumsetzer 230...300
MHz
-
8 Stück Sat-Fernsehumsetzer 300...470
MHz
-
2 Stück aktives Sammelfeld (incl. Signalverstärker
zwecks Kaskadierung)
-
5 Stück passives Sammelfeld
-
Potentialausgleichsmaterial, Erdungsblöcke,
4mm² Kabel
-
5 Stück Netzteil zur Speisung von je
8 Sat-Fernsehumsetzern
-
2 Stück Stromversorgung und Steuerrechner
für 10 Module Rundfunkkanalumsetzer
-
1 Stück Bereichsverstärker für
2 UKW-Antennen zur Versorgung der UKW-Aufbereitung
-
9 Stück Rundfunkkanalumsetzer für
je 2 UKW-Rundfunkprogramme
-
12 Stück Sat-Tonträgerumsetzer zur
Modulation eines UKW-Rundfunkprogrammes
-
3 Stück Wandmontageplatte für je
36 Kassetten
-
diverse Verbindungskabel mit F-Steckern
Insgesamt besteht die modulare Kopfstelle
in dieser Zusammenstellung aus 82 Kassetten. Bei dieser Musterprojektierung
handelt es sich um eine Lösung, wie sie auch von den Kabelfernsehfirmen
verwendet wird. An Zuverlässigkeit und Servicefreundlichkeit ist die
Anlage durch die Kassettentechnik (modularer Aufbau) kaum zu überbieten.
Eine Hardwaregrenze besteht erst bei einer Einspeisung von 126 Fernsehprogrammen,
was jedoch sowieso mit keinem Verteilnetz möglich wäre. Aufgrund
des komplexen Aufbaus erfolgt die Montage der Anlage nicht in einem Schaltschrank
sondern an einer freien Wand. Ein kleiner abgeschlossener Kellerraum (z.B.
Lagerraum für Reinigungsmaterial) wäre am besten zur Montage
geeignet. Dort ist es ausreichend kühl, ein Schutz vor Fremdeingriffen
durch ein sicheres Schloß besteht auch. Weil der Preis der Anlage
sich in der Klasse oberhalb von 50.000 DM bewegt, sollten mit dieser Lösung
nur sehr große Verteilnetze (z.B. alle Osnabrücker Studentenwohnheime)
versorgt werden. Für kleine Netze (z.B. ein Wohnheim mit 200 Plätzen)
kann an verschiedenen Stellen gespart werden. Dazu bietet sich in erster
Linie die Anzahl der eingespeisten Programme an, bei 31 analogen Fernsehprogrammen
verringern sich die Kosten erheblich. Auch sind normalerweise 18 Radioprogramme
vollständig ausreichend, meist reicht sogar die transparente Einspeisung
des terrestrischen Radiobandes aus. In
Kapitel 8.1 werden
beide Versionen, die Ideallösung und die Lösung mit allen Einsparungen,
wirtschaftlich betrachtet. Auch sollte bedacht werden, daß vermutlich
in wenigen Jahren (3 bis 5) eine starke Erweiterung der Anlage für
das digitale Fernsehen und Radio (DVB,
DAB)
erfolgen muß. Der Einbau von einer oder nur sehr wenig Kopfstellen
für alle Studentenwohnheime verringert auch diese Kosten natürlich
erheblich.
4. Anbindung von Wohnheimen
an externe Netze
Bisher wurden ausschließlich Lösungen
erarbeitet, die zur Verwendung innerhalb von Wohnheimen geeignet sind.
Alle 3 Anwendungsfälle (Rechnernetz, Fernsehverteilung, Telefon) erfordern,
oder werden dadurch lukrativer, eine externe Anbindung des Wohnheimes an
ein fremdes Netzwerk. Mit den verschiedenen Möglichkeiten zur Anbindung
beschäftigt sich das gesamte folgende Kapitel 4.
4.1 Studentennetzschaltung
Zweck des Studentennetzes ist, daß die
Kommunikation zwischen den Wohnheimen untereinander, zur Hochschule und
zuletzt zum Internet sichergestellt ist. Das Kriterium der Geschwindigkeit
wirkt sich dabei mit Sicherheit hauptsächlich auf die Kommunikation
zur Hochschule und zwischen den Wohnheimen aus. Der Vision mancher Dozenten
und Netzplaner in anderen Städten (z.B. Münster, dort laufen
Pilotprojekte), jetzt oder in wenigen Jahren Vorlesungen und Videofilme
über das Netz anzubieten, könnte mit einer weitreichenden Planung
entgegengekommen werden. In Osnabrück ist das im Augenblick noch kein
Thema, weil weder Dozenten bisher daran Interesse angemeldet haben, noch
auf der Hochschulseite dafür technische Vorbereitungen getroffen wurden.
In den bisher in Osnabrück angebundenen Wohnheimen hat sich herausgestellt,
daß eine Geschwindigkeit von 8 Mbit/s (ADSL)
bzw. 10Mbit/s (10BaseFL) zum jetzigen Zeitpunkt
ausreichend ist. Dabei erfolgt zwischen den Wohnheimen bisher kaum eine
Datenübertragung. Bei vielen angebundenen Wohnheimen ist jedoch mit
einer wesentlichen Steigerung aufgrund von studentischer Zusammenarbeit
zu rechnen.
4.11 WAN Anbindung
Eine Datenverbindung über große
Entfernung (weiter als die Reichweite eines LAN) bezeichnet
man als WAN-Verbindung (WoldWide Area Network).
Diese Verbindungen sind üblicherweise langsamer als LAN
Verbindungen, weil die Übertragungsverfahren aufwendiger sind, die
Leitungen nicht den Qualitätsstandard erfüllen oder bei LWL-Verbindungen
das Produkt aus Leitungslänge und Übertragungsgeschwindigkeit
leider immer konstant ist. Im Anschluß werden alle möglichen
Verfahren kurz vorgestellt und bewertet. Meist sind die Verfahren ähnlich
wie im
LAN Bereich und wurden dort schon ausführlich
beschrieben. Die einmaligen Installationskosten bei den WAN-Strecken sind
verschwindend gering (wenn man von einer Neuverlegung einer Erdleitung
absieht), weil sie sich unter allen angeschlossenen Zimmern aufteilen.
Interessant sind jedoch monatlich anfallende Kosten, die für Mietleitungen
oder ähnliches anfallen.
4.111 LWL
Im Weitverkehrsbereich spielt die Lichtwellenleiter-Faser
eine immer größere Rolle. Verwendet werden dort fast ausschließlich
Mono Mode-Fasern des Typs 9/125 µm. Die Deutsche Telekom AG, damals
Bundespost, war die erste Gesellschaft, die ein flächendeckendes Netz
aus Glasfasern in ganz Deutschland erstellte. Dieses wird z.Zt. von den
unterschiedlichsten Diensten genutzt.
Wenn über das LWL-Kabel nach dem
Ethernet-Standard übertragen wird, gelten die gleichen Regeln wie
im LAN Bereich. Die Abbildung in Kapitel
3.123 zeigt dazu alle kritischen Kabellängen. Angewendet wird
im WAN Bereich nahezu ausschließlich der FullDuplex
-Modus,
weil dabei die Längenbeschränkung aufgrund der Kollisionen entfällt.
Aber auch andere Übertragungsverfahren
lassen sich auf Lichtwellenleitern realisieren. Dazu zählt insbesondere
ATM,
was in Kapitel 3.23 schon etwas beschrieben wurde.
Es wird augenblicklich größtenteils zur Datenübertragung
zwischen Städten verwendet. Die Meinungen über die Zukunftschancen
gehen auseinander, das sollte an dieser Stelle jedoch nicht Thema sein.
Kritsch ist bei den Single-Mode Übertragungen
der verwendete Anschlußstecker. Die Verbindung muß, um sicher
zu funktionieren, absolut sicher und präzise erfolgen. Das Rechenzentrum
der Universität Osnabrück setzt nach vielen schlechten Erfahrungen
mit ST und SC Steckern jetzt DIN-Stecker ein. Aufgrund der drehmomentpräzisen
Schraubverbindung aus Metall bieten diese Stecker einen sehr guten optischen
Kontakt. Weil auch die Telekom diesen Stecker seit vielen Jahren ausschließlich
verwendet, sollte man sich diesem Quasistandard anpassen. Unter Umständen
kann man sich durch diese - wirklich nicht billigen - DIN-Stecker sehr
viel zeit- und kostenintensive Wartungs- und Reparaturarbeiten ersparen.
Im Erdreich werden üblicherweise
Bündelader-Kabel mit schwarzer Ummantelung aus dem Kunststoff PE verwendet.
Der Durchmesser des Kabels beträgt dabei ungefähr 10mm. Das Bündel
enthält meist 2, 4, 8, 12, 24 oder mehr Fasern. Bei dickeren Leitungen
werden auch mehrere getrennte Bündel in ein Kabel eingearbeitet. Der
PE-Mantel wird üblicherweise von einem nichtmetallischen Nagetierschutz
umgeben, um Mader, Mäuse und Ratten fernzuhalten. Eingearbeitetes
Glasgarn nimmt Zugkräfte am Kabel bis zu einem bestimmten Maß
auf und schützt dabei die innenliegenden Fasern.
Abb. 24: verschiedene LWL-Bündeladerkabel

1: PE-Mantel
5: Quellband
2: Stahlwellmantel
6: Bündelader mit Füllmasse
3: Aufreißzwirne
7: Stützelement (GFK)
4: Zugentlastung aus Aramidgarn
8: 2-12 Glasfasern pro Bündelader mit
Primärbeschicht.
Abb. 25: Aufbau eines Kabels mit mehreren Bündeln
Die Hausübergabe an ein Innenkabel
erfolgt am Mauerdurchbruch durch Spleißung oder es wird generell
ein LWL Innen- und Außenkabel verwendet. Dann erfolgt die Spleißung
auf Pigtails unmittelbar am Anschlußpunkt der aktiven Übertragungskomponenten.
LWL-Leitungen werden an den Endpunkten
entweder mit speziellen Modulen an den aktiven Komponenten (meist Switch)
angeschlossen oder über Medienkonverter kontaktiert. Diese wandeln
die optischen Signale auf eine elektrische Schnittstelle, die am Switch
zur Verfügung steht.
Während man bei einer Eigenverlegung
problemlos auf LWL zurückgreifen kann, lassen sich LWL-Standleitungen
kaum mieten. Die großen Netzbetreiber (Telekom AG, Arcor) schließen
die Vermietung von LWL-Standleitungen (dark fiber) nahezu generell aus.
Sie vermieten ausschließlich nach der Standleitungspreisliste, die
nur bandbreitenbeschränkte Leitungen (meist mit ATM
Schnittstelle) vorsieht.
Kurzbewertung zu LWL als WAN-Lösung:
-
Arbeitsaufwand: Neuverlegung oder Miete
-
Zukunftstauglichkeit: > 20 Jahre (bei späterem
Austausch von aktiven Komponenten)
-
maximale Geschwindigkeit: z.Zt. 1000 Mbit/s
bei 2km Länge, weitere Entwicklungen folgen
-
Zuverlässigkeit: hoch
-
EMV: prinzipiell keine
Probleme, weil optische Übertragung
-
monatliche Kosten: bei LWL Mietleitung hoch
-
einmalige Kosten: bei Neuverlegung enorm hoch,
sonst ca. DM 2000,-
-
Gesamturteil: zu empfehlen, wenn Geschwindigkeit
benötigt wird oder auch Rundfunk und Telefon übertragen werden
sollen
Hierbei handelt es sich um Standard-Festverbindungen,
die meist von der Deutschen Telekom AG unter der Bezeichnung "digitale
Standleitungen" vermietet werden. Typen wie 64S, 64S2, 64U, S01, S02, TS01,
TS02 und T2MS sind dabei möglich. Als Übertragungsprinzip wird
dabei das ISDN-Verfahren verwendet. D.h., daß
es sich um eine synchrone Übertragung handelt, die über die Vermittlungsstelle
geschaltet wird. Zumindest für die Generation des Synchrontaktes ist
dies auch zwingend erforderlich. An den beiden Enden kann dann über
einen NTBA, der die ISDN Signale von U0 auf S0 wandelt,
je ein einfaches ISDN Endgerät betrieben werden
(z.B. ISDN Router). Die Kosten für diese Leitungen
werden nach feststehenden Preislisten abgerechnet und richten sich nach
der Entfernung und den Bezirken der Vermittlungsstellen.
Geschwindigkeiten von 64kbit/s bis ca.
2Mbit/s sind mit diesen Verbindungen möglich. Der Vorteil liegt in
der maximalen überbrückbaren Entfernung: Diese ist nämlich
nicht beschränkt, sondern lediglich vom Preis abhängig. Leider
ist dieses Kriterium für eine Übertragung innerhalb von Osnabrück
nicht entscheidend, weil die Entfernungen alle sehr gering sind.
Im Studentenwohnheim Hermann-Ehlers-Haus
wurde anfangs eine 64S Verbindung zur Übertragung eingesetzt. Diese
wurde zwar fast 2 Jahre betrieben, jedoch stellte sich die verfügbare
Geschwindigkeit als deutlich zu gering heraus. Es wurde auf eine ADSL-Verbindung
mit 8 Mbit/s umgestellt.
Kurzbewertung zu ISDN
als WAN-Lösung:
-
Arbeitsaufwand: gering, weil Leitung einfach
gemietet wird
-
Zukunftstauglichkeit: 2 bis 3 Jahre
-
maximale Geschwindigkeit: 2Mbit/s
-
Zuverlässigkeit: vom Netzbetreiber abhängig,
mäßig hoch
-
EMV: keine Bedenken, weil
übliche Telefontechnik
-
monatliche Kosten: 2Mbit/s -> ca. 1000DM/Monat,
64kbit/s -> ca. 300DM/Monat
-
einmalige Kosten: ca. DM 3000,-
-
Gesamturteil: nicht zu empfehlen, weil die
Geschwindigkeit nicht mehr zeitgemäß ist und die Kosten zu hoch
sind
4.113 xDSL
Die xDSL-Verfahren, speziell ADSL,
wurden in Kapitel 3.112 sehr ausführlich beschrieben.
Alle Fakten können für ADSL als WAN-Lösung
im Prinzip so übernommen werden. Hier kommt jedoch die maximale Leitungslänge
hinzu: Abhängig von der Länge des Leitungspaares (2,7 bis 5,5
km) lassen sich nur gewisse Geschwindigkeiten erreichen. Genauso wirken
Klemmleisten, wie sie in Verteilerkästen üblich sind, als Tiefpaßfilter
und damit ebenfalls geschwindigkeitsmindernd, insgesamt sind das folgende
Faktoren:
-
Leitungslänge
-
Leitungsquerschnitt
-
Verjüngungen
-
Übergänge von Leitungen (insbesondere
von Leitungen unterschiedlichen Querschnittes)
-
Patchstellen, Rangierverteiler
-
Isolationsdefekte
An der Universität Göttingen wurde
die Geschwindigkeit auf verschiedenen ADSL-Strecken
verglichen und graphisch dargestellt. Dabei stellte sich heraus, daß
eigentlich nur ein Einfluß vom Leitungsquerschnitt und von der Anzahl
der Rangierverteiler festzustellen ist. Die Leitungslänge spielt eine
untergeordnete Rolle, sie macht sich erst ab ca. 3km bemerkbar.
Abb. 26: Vergleich verschiedener ADSL-Strecken
in Göttingen
Leider lassen sich bei der Deutschen Telekom
AG keine transparenten Leitungspaare mieten, die man zur ADSL-Übertragung
nutzen könnte. Dies hat mit den festgelegten Vermarktungsstrukturen
dort zu tun. Dienstleitungen, die nicht in der Preisliste stehen, werden
von der Deutschen Telekom AG prinzipiell nicht angeboten. Pilotprojekte
wie in Münster scheinen wohl die große Ausnahme zu sein. Man
ist deshalb auf Leitungen der Universität oder anderer Netzbetreiber
(Kapitel 4.12) angewiesen. Bei transparenten Leitungen
handelt es sich um Kabel, die direkt, ohne Vermittlungstelle oder andere
aktive und passive Komponenten dazwischen, von einer Endstelle zur anderen
Endstelle verlaufen. Sie sind erforderlich, weil jede Vermittlungskomponente
dazwischen den verfügbaren und erforderlichen Frequenzbereich einschränken
würde. Insgesamt bietet ADSL die brauchbarste
WAN-Lösung
über Kupferleitungen als Medium. Wenn keine LWL-Strecken zur Verfügung
stehen und andere Anbindungsmöglichkeiten (Laser, Funk) ausscheiden,
ermöglicht ADSL eine Übertragung mit ausreichender
Geschwindigkeit bei meist geringem Installationsaufwand und niedrigen Kosten.
Erfahrungen können einfach beim Hermann-Ehlers-Haus abgefragt werden;
dieses Wohnheim ist seit ca. 1 Jahr über eine ADSL-Strecke
angeschlossen. Die Erfahrungen sind durchweg positiv, der monatliche Preis
relativ gering. Negativ fiel bisher nur die relativ geringe Geschwindigkeit
vom Wohnheim in das Hochschulnetz hinein auf. Auf den Betrieb eines großen
WWW-Servers im Wohnheim sollte also bei einer ADSL-Strecke
besser verzichtet werden. Ideen wie "Vorlesungen oder Viodeofilme über
das Internet" können mit einer ADSL-Strecke zum
Wohnheim sicher nicht verwirklicht werden, deshalb kann dieses System nur
als Übergangslösung für einige Jahre betrachtet werden.
Die EMV Problematik
ist bei ADSL als WAN-Lösung
nicht so gravierend wie bei ADSL als Inhaus-System.
Beim WAN-Betrieb verlaufen die Leitungen fast ausschließlich
im Erdreich (wenn die aktiven Komponenten im Haus dicht am Hausanschluß
montiert werden), welches relativ gut abschirmend wirkt. Manchmal sind
die verwendeten Telefonkabel im Erdreich auch als geschirmte Variante ausgeführt,
was dann absolut unkritisch ist, sofern Dienste, die auch über das
Kabel übertragen werden, nicht gestört werden.
Kurzbewertung zu xDSL als WAN-Lösung:
-
Arbeitsaufwand: mäßig gering, Mietleitung
muß an das Haus angeschlossen werden, Telekom AG scheidet aber als
Netzbetreiber aus
-
Zukunftstauglichkeit: 3 bis 5 Jahre
-
maximale Geschwindigkeit: 8 Mbit/s zum Wohnheim
bzw. 768 kBit/s vom Wohnheim weg
-
Zuverlässigkeit: hoch, weil transparente
Standleitung
-
EMV: Mittelwellen- und
Langwellenrundfunk wird evtl. gestört, Erde schirmt aber ab
-
monatliche Kosten: transparente Mietleitung:
ca. DM 700,- pro Monat
-
einmalige Kosten: ca. DM 5000,-
-
Gesamturteil: als Übergangslösung
zu empfehlen, wenn LWL nicht verfügbar ist
4.114 Powerline
Bei Powerline handelt es sich um eine Lösung
für die "letzte Meile", ein Begriff für Verfahren, um private
Häuser und Firmen mit einem Internet-Serviceprovider zu verbinden.
Damit steht dieses Verfahren unmittelbar in Konkurrenz zu ADSL,
nutzt jedoch ein ganz anderes Medium zur Nachrichtenübertragung: das
Stromnetz (230V). Es sind auch Powerline Systeme für Mittelspannungsleitungen
(10 oder 20 kV) in der Entwicklung, diese sollen hier jedoch nicht betrachtet
werden, weil in Osnabrück dann besser die immer zu 10kV Leitungen
parallel verlegten Telefonleitungen genutzt werden können. Im Falle
der Osnabrücker Studentenwohnheime könnte man mit dem Powerline-Verfahren
Wohnheime über das Stadtwerke Stromnetz sternförmig zusammenführen
und dann zentral mit der Universität koppeln.
Abb. 27: Prinzip des Powerline Hausanschlusses
Während ADSL auf
Kupferpaaren in Telefonleitungen übertragen wird und diese durch das
symmetrische Übertragungsprinzip relativ wenig der eingekoppelten
Energie in den Raum abstrahlen, nutzt Powerline Energie-Erdkabel, die erhebliche
Unsymmetrien enthalten und damit einen Großteil des Nutzsignales
abstrahlen. Auch gibt es an Energieleitungen viele nichtlineare Bauelemente,
anoxydierte Verbindungen usw., die sich wie Frequenzvervielfacher und Mischer
verhalten können und damit Störungen weit außerhalb des
genutzten Frequenzbereiches verursachen. Eine Powerline-Übertragung
auf Energie-Freileitungen ist noch nicht geplant. In mehreren deutschen
Städten experimentieren die Firmen Siemens, Bewag und EnBW mit dem
Powerline Verfahren. Die Energieversorger versuchen damit ein eigenständiges
Netz zur Datenkommunikation aufzubauen, um nicht auf die Teilnehmerendleitungen
der Deutschen Telekom AG angewiesen zu sein. Benutzt werden dazu Frequenzen
im Bereich von 1 bis 10 MHz. Weil in dem Bereich bestimmte Frequenzen ausgespart
werden (z.B. die Amateurfunkbänder) ergibt sich letztendlich eine
Übertragungsgeschwindigkeit von 1Mbit/s. Gesendet wird auf den Leitungen
mit 1 bis 100 mW, dies ist davon abhängig, ob die Übertragungsrichtung
von der Endstation zur Kopfstation (meist Trafostation) oder von der Kopfstation
zur Endstation betrachtet wird. Im letzteren Fall müssen alle Endstationen
mit dem Signal versorgt werden, was natürlich eine höhere Leistung
erfordert. Es wird schon deutlich, daß dieses Vefahren, wie auch
schon viele andere Verfahren im Inhaus-Bereich, auf dem Shared-Medium Prinzip
basiert, wenn es als Punkt zu Mehrpunkt Verfahren eingesetzt wird.
Abb. 28: Beispiel eines Powerline-Signales über die Frequenz
Auf das Rundfunkhören in den Langwellen-,
Mittelwellen und Kurzwellenbändern, in denen Powerline arbeitet, wird
offensichtlich keine Rücksicht mehr genommen. Die Prioritäten
der Datenübermittlung sind eindeutig höher. Weil auch andere
Funkdienste in diesem Frequenzbereich betroffen sind, z.B. militärische
Funkdienste und die Radioastronomie, wird über die Zulassung dieses
Verfahrens und den damit verbundenen Störungen aktuell in allen Gremien
des CEPT (Europäische Konferenz für das Post- und Fernmeldewesen)
beraten. Z.Zt. deutet alles darauf hin, daß die derzeitig von den
Versuchsprojekten ausgehenden Störungen nicht hingenommen werden.
Deshalb wird das Verfahren in naher Zukunft offenbar aus dem Versuchsstadium
nicht herauskommen.
Kurzbewertung zu Powerline als WAN-Lösung:
-
Arbeitsaufwand: gering
-
Zukunftstauglichkeit: 1 bis 2 Jahre
-
maximale Geschwindigkeit: 1 Mbit/s
-
Zuverlässigkeit: unklar
-
EMV: andere Funkdienste
werden gestört, Zulassung unwahrscheinlich
-
monatliche Kosten: unklar
-
einmalige Kosten: unklar
-
Gesamturteil: keine Lösung möglich,
weil Versuchsstadium
4.115 Funk-Bridge
Bei Funk-Bridges handelt es sich um Richtfunkgeräte,
die über eine hochfrequente Funkverbindung die Daten übertragen.
Verwendet werden Antennen, die die benötigte Leistung relativ stark
gebündelt abstrahlen, um eine sichere Übertragung mit geringen
Leistungen zu gewährleisten und Dienste auf der gleichen Frequenz,
jedoch in einem räumlichen Abstand, wenig zu stören. Dazu wird
allerdings eine Quasi-optische Verbindung benötigt, d.h., daß
sich zwischen den Übertragungsstationen kein Berg oder Haus befinden
darf. Bäume oder ähnliches können auch stören, dieses
muß jedoch experimentell ermittelt werden.
Insgesamt unterscheidet man zwischen 2
Varianten der Richtfunktechnik:
-
professionelle Systeme, die meist im 23 oder
38 GHz Frequenzbereich arbeiten und eine Frequenzzulassung bei der Regulierungsbehörde
für Post- und Telekommunikation benötigen
-
semiprofessionelle Systeme, die die ISM-Frequenzen
(Frequenzen für industrielle, wissenschaftliche und medizinische Anwendungen)
im 2,4 GHz Band nutzen und angemeldet werden müssen, dabei aber kostenfrei
sind
Die professionellen Systeme übertragen
üblicherweise Geschwindigkeiten von n mal 2 Mbit/s. Systeme von 34
Mbit/s sind dabei augenblicklich aktuell. Sie bestehen aus einer Außen-
und einer Inneneinheit, die über Koaxialkabel miteinander verbunden
sind. Als Schnittstelle hat sich die G.703 (E1 bis E4) Schnittstelle aus
der Telefontechnik durchgesetzt. Die Antennen besitzen einen Durchmesser
von 30 cm bis 2 Meter. Es muß nicht großartig erwähnt
werden, daß diese Systeme äußerst zuverlässig arbeiten.
Dieses schlägt sich jedoch auch im Preis nieder, der sich zwischen
50 und 70 tausend DM für ein 34 Mbit/s System mit einer Reichweite
von bis zu 25km bewegt. Diese wäre für die Anwendung in einem
großen Wohnheim noch kein Killerkriterium, auch wenn es auf den ersten
Blick so erscheint.

Abb. 29: Inneneinheit und Außeneinheit eines professionellen
Richtfunksystemes
Ein größeres Problem stellt
jedoch die Frequenzzulassung dar. Seit der Freigabe des Telekommunikationsmarktes
sind die Frequenzkontingente sehr knapp geworden. Richtfunkfrequenzen werden
seitdem hauptsächlich in aufwendigen Ausschreibungsverfahren an Netzbetreiber
vergeben. Das ist der Grund weshalb es derzeit aussichtslos ist Frequenzen
zugeteilt zu bekommen. Wenn überhaupt wäre das nur mit einer
erheblichen finanziellen Zusatzbelastung möglich.
Es bleibt also keine andere Wahl als auf
die semiprofessionellen Systeme auszuweichen. Weil diese im ISM-Band arbeiten,
müssen Störungen auf den Strecken jedoch leider hingenommen werden.
Die Erfahrung bei Studentenwohnheimen in anderen Städten zeigt jedoch,
daß ein zuverlässiger Betrieb möglich ist. Die semiprofessionellen
Funk-Bridges haben große Ähnlichkeit mit dem FunkLAN
aus Kapitel 3.114. Jedoch erfüllt eine PCMCIA-Lösung
mit Sicherheit nicht die mechanischen Anforderungen der WAN-Anbindung
eines ganzen Wohnheimes. Desweiteren sollten aus den anfangs genannten
Gründen Richtantennen mit einer hohen Bündelung verwendet werden,
die jedoch für die FunkLAN Systeme meist nicht verfügbar sind.
Beispielhaft seien hier die Funk-Bridges
der Firma ARtem erwähnt. Es handelt sich dabei um Bridges im Sinne
der IEEE, die jedoch aus 2 räumlich getrennten
Stationen bestehen, die über Funk kommunizieren. Die Systeme bauen
auf dem 802.11 Standard auf, erweitern ihn jedoch erheblich, um höhere
Geschwindigkeiten zu realisieren. Die genaue Funktionsweise der Übertragungsverfahren
Frequency-Hopping und Direktsequenz-Spreizspektrum ist in der Arbeit von
Hans-Ulrich Kiel beschrieben. Mit der 11 Mbit/s Bridge kann maximal eine
Entfernung von 5km überbrückt werden, soll eine 10km Strecke
überwunden werden, muß die 2 Mbit/s Bridge eingesetzt werden.
Als Antennen werden für die großen Strecken kleine Parabolspiegelantennen
(61 cm Durchmesser) verwendet. Diese haben einen ausreichend hohen Antennengewinn,
höher als Stab- oder Yagiantennen, und sind natürlich für
die Außenmontage geeignet.


Abb. 30: ARtem Funkbridge, Antenne und Anschlußterminal
Als Bridges läßt sich mit solchen
Geräten sehr einfach eine Verbindung von einem Wohnheim zum anderen
Wohnheim oder zum nächsten Universitätsgebäude herstellen.
Die Inbetriebnahme einer grundstücksübergreifenden Übertragung
muß der Regulierungsbehörde lediglich auf einem Formblatt angezeigt
werden, Gebühren werden nicht erhoben.
Umfangreiche Sicherheitsmerkmale schützen
die drahtlose Übertragung. Z.B. werden alle Daten mit einem 40Bit
Schlüssel codiert übertragen. Desweiteren wird die Übertragungsfrequenz
ständig gewechselt und es werden Signalpegel verwendet, die nur wenige
dB über dem Rauschen liegen; deswegen werden spezielle Empfänger
benötigt, um das Signal überhaupt zu empfangen.
Der Anschluß und die Inbetriebnahme
ist denkbar einfach. Diese Lösung eignet sich auch für kurzzeitige
Anwendungen, wenn außerhalb der Wohnheime temporär ein Netzzugang
benötigt wird. Für eine dauerhafte Lösung sollte auf jeden
Fall ein ausführlicher Praxistest, vielleicht mit Beteiligung der
Vertriebsfirma, erfolgen.
Kurzbewertung zu Funk-Bridges als WAN-Lösung:
-
Arbeitsaufwand: gering
-
Zukunftstauglichkeit: ca. 5 Jahre
-
maximale Geschwindigkeit: 11 Mbit/s
-
Zuverlässigkeit: mäßig gut
-
EMV: wegen gerichteter
Übertragung und geringer Sendeleistung keine Bedenken
-
monatliche Kosten: keine
-
einmalige Kosten: DM 10000,-
-
Gesamturteil: brauchbare Lösung, wenn
keine Leitung vorhanden ist oder nur kurzzeitig ein Anschluß benötigt
wird
4.116 Laserlink
Unter dem Begriff Laserlink oder Optischer
Richtfunk versteht man ein System zur Datenübertragung, was je Richtung
einen gepulsten Laser und ein optosensibles Bauelement zur Übertragung
benutzt. Vor einigen Jahren wurden die Geräte noch von Physik-Studierenden
verschiedener Universitäten entwickelt, jedoch mit sehr niedriger
Geschwindigkeit. Inzwischen gibt es absolut wetterfeste industrielle Ausführungen
mit Geschwindigkeiten von bis zu 155 Mbit/s (ATM oder
Fast Ethernet) und Reichweiten von maximal 5 km. Es versteht sich von selbst,
daß zwischen den zu verbindenden Gebäuden absoluter Sichtkontakt
bestehen muß. Dies ist bei hohen Gebäuden jedoch durch Dachmontage
meist zu erreichen. In dem Zusammenhang ist auch gleichzeitig sichergestellt,
daß Unbefugte nicht aus kurzer Distanz (<21m) in den Strahl blicken
können, was normalerweise zu schweren Augenschäden führen
würde. Als Schnittstelle wird meist ein optischer Steckverbinder (z.B.
ST) verwendet, sowohl Multimode als auch Monomode ist dabei möglich.
Im Netzwerk erscheint die Laserverbindung dann einfach als normale Lichtwellenleiter-Netzwerkverbindung.
Die Übertragung erfolgt absolut transparent, ohne Protokollzusatz
oder Redundanz. Beispielhaft sei hier das System der Firma Omnitron erwähnt,
daß sich weitgehend durchgesetzt hat.

Abb. 31: Laserlinksystem ohne und mit Wetterschutzhaube
Als Nachteil der optischen Freiraumübertragung
wird meist der hohe Wartungsaufwand und Ausfälle bei schlechtem Wetter
angeführt. Erfahrungen von Studentenwohnheimen und Universitäten
aus anderen Städten zeigen jedoch, daß als Wartungsarbeiten
lediglich eine Reinigung und Neujustage (einmal pro Jahr) mit dem Zielfernrohr
erforderlich sind und eine Verfügbarkeit von über 95% erreicht
wird. Durch eine Serviceschnittstelle am Gerät können kritische
Betriebszustände, wie das Verdrehen der Optik, rechtzeitig im voraus
erkannt werden. Ein frühzeitiger Serviceeingriff vor dem Ausfall des
Systems ist dann möglich. Durch eine sehr gute Befestigung an statischem
Beton kann solchen Problemen jedoch vorgebeugt werden.
So wie die semiprofessionellen Richtfunksysteme
müssen auch Laserlinks bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation
lediglich gemeldet werden, sofern sie öffentliche oder fremde Grundstücke
überqueren. Ein aufwendiges Genehmigungsverfahren ist nicht erforderlich,
monatliche Gebühren fallen nicht an. Eine Abhörsicherheit ist
dadurch gegeben, daß es nahezu unmöglich ist den Übertragungsstrahl
"anzuzapfen" ohne ihn zu unterbrechen. Die Übertragung mit unsichtbarem
Licht (Infrarot) erschwert dies zusätzlich. Dieses Vorgehen würde
dann am Empfänger zweifelsfrei registriert werden können. Es
ist aber ohnehin sehr unwahrscheinlich, daß solche Systeme in der
luftigen Übertragungshöhe von 20 bis 50 m über dem Erdboden
versucht werden abzuhören. Die Systempreise sind sehr unterschiedlich
und richten sich nach Geschwindigkeit (10 oder 100Mbit/s) und Reichweite
(400 bis 5000m). Davon abhängig bewegen sich die Preise zwischen DM
25000,- und DM 80000,-. Während man bei 10 Mbit/s Übertragungen
doch lieber auf preisgünstige Richtfunksysteme zurückgreifen
wird, stellt der Laserlink für 100 Mbit/s eine gute Alternative zur
LWL-Übertragung dar. Offensichtlich sind diese Systeme z.Zt. die einzige
Möglichkeit drahtlos diese hohen Geschwindigkeiten zu übertragen.
Kurzbewertung zu Laserlinks als WAN-Lösung:
-
Arbeitsaufwand: gering
-
Zukunftstauglichkeit: ca. 10 Jahre
-
maximale Geschwindigkeit: 155 Mbit/s
-
Zuverlässigkeit: gut
-
EMV: aufgrund optischer
Übertragung keine Bedenken
-
monatliche Kosten: keine
-
einmalige Kosten: DM 40000,- bis DM 80000,-
für 100 Mbit/s
-
Gesamturteil: gute Lösung für 100
Mbit/s, wenn keine Leitung vorhanden ist
4.12 Netze in Osnabrück
Im Erdboden der Stadt Osnabrück gibt
es nachrichtentechnische Netzwerke. In den letzten 40 Jahren wurden diese
immer stärker ausgebaut. Während oft vermutet wird, daß
nur das Netz der Telekom AG in der Erde zu finden ist, gibt es ganz unterschiedliche
Netzbetreiber, die zu ganz unterschiedlichen Zwecken ihre Netze betreiben.
Mit dem Fall des Postmonopols werden in den nächsten Jahren noch weitere
Netzbetreiber hinzukommen, Spekulationen können hier jedoch nicht
betrachtet werden. In der Tabelle sind alle größeren Nachrichtennetze
aufgeführt. Im Folgenden werden diese kurz beschrieben und für
die Nutzbarkeit als Anbindung von Studentenwohnheimen überprüft.
(SM=Single-Mode, MM=Multi-Mode)
| Netz |
Inhaber |
Ansprechpartn. |
angebundene Stellen |
Kabelart |
| Telefon Telekom |
Deutsche Telekom AG |
|
Haushalte und Firmen |
LWL SM & Kupferpaare |
| Kabelfernsehen |
Kabelcom Osnabrück |
|
Haushalte |
Koaxial 75 Ohm |
| osnatel
Kupfer |
Stadtwerke OS AG |
Herr Prote |
Trafostationen |
Kupferpaare |
| osnatel
LWL |
osnatel GmbH |
Herr Prote |
Stadtring mit Stichleitungen |
LWL SM & Kupferpaare |
| Parkstätten |
OPG |
Herr Ellinghaus |
"Wall" Ring um Osnabrück |
Kupferpaare |
| Telefon Stadtverw. |
Stadt Osnabrück |
Herr Markmeyer |
städtische Gebäude |
Kupferpaare |
| Telefon Universität |
Universität Osnabrück |
Herr Loose |
Universitätsgebäude |
Kupferpaare |
| LWL Universität |
Rechenzentrum UniOS |
Herr Meyhöfer |
große Universitätsgebäude |
LWL SM & MM |
| Ampelanlagen |
Stadt Osnabrück |
Herr Kaiser |
fast jede Ampel |
Kupferpaare |
| Arcor Bahnnetz |
Deutsche Bahn AG |
Herr Sötje |
entlang der Bahntrassen |
LWL & Kupferpaare |
| Rohrtrassen |
Stadt Osnabrück |
Herr Albers |
entlang der Ampelstraßen |
Leerrohre |
| Betonschächte |
DB Immobilien |
Herr Möbus |
entlang der Bahntrassen |
Betonschächte |
Abb. 32: Nachrichtennetze im Osnabrücker Erdreich
4.121 Telekom Netz
Das größte und bekannteste Netz
betreibt die Deutsche Telekom AG. Es verbindet alle Vermittlungstellen
mit nahezu allen Firmen und Haushalten. Größtenteils werden
dazu vielpaarige Kupferleitungen mit 0,4 oder 0,6 mm² Aderquerschnitt
benutzt. Diese werden über Rangierverteiler, die meist in grauen Kunststoffkästen
am Straßenrand montiert sind, im Stadtgebiet unterverteilt. Teilweise
verlaufen die Kabel nicht im Erdreich, wo sie sonst mit Muffen verbunden
werden, sondern in unterirdischen Rohren und Schächten. Diese Betonschächte
lassen dann nachträgliche Arbeiten an den Muffen zu. Der Anschluß
an die Häuser erfolgt über den Hausanschlußkasten, ein
einfacher Klemmkasten, der an den Häusern oder im Keller montiert
wird. Insgesamt handelt es sich um ein sternförmiges Netz, was durch
einfache Rangierungen (Umverdrahtungen) sehr viel Schaltungsmöglichkeiten
zuläßt.
Seit über einem Jahrzehnt erweitert
die Telekom AG ihr Netz auch mit Single Mode-LWL-Leitungen. Hauptsächlich
verbinden die Glasfaserleitungen die Vermittlungstellen untereinander,
regional und überregional. Seit einigen Jahren werden aber auch große
Firmen direkt über LWL angebunden. Für die LWL-Trassen verwendet
die Telekom AG ausschließlich DIN-Stecker, um eine hohe Zuverlässigkeit
zu erreichen.
Bei der Telekom lassen sich ausschließlich
komplette Dienste ordern. Z.B. läßt sich ein Telefonanschluß,
ein Internetzugang oder eine Datenverbindung mit einer festgelegten Geschwindigkeit
zwischen 2 Punkten bestellen. Das mieten von transparenten Kupferpaaren
(dark-kupper) oder LWL-Fasern (dark-fiber) ist nicht möglich. Neue
Technologien werden deshalb schwer zugänglich, ADSL
wird lange Zeit nur als T-DSL nutzbar sein, d.h. in Verbindung mit der
T-Online-Nutzung, dem Internetwählzugang der Telekom AG. Schnelle
Datenverbindungen zwischen 2 Punkten werden zwar angeboten, die monatlichen
Preise sind jedoch sehr hoch, so daß Alternativen meist günstiger
sind. Desweiteren sind bei diesen Leitungen aktive Komponenten der Telekom
AG eingebaut, so daß Fehler meist nicht selbst behoben werden können
und man bei Erweiterungen immer auf die Zusammenarbeit mit der Telekom
AG angewiesen ist. Aus diesen Gründen kommt dieses Netz, trotz der
traumhaften Anbindungsmöglichkeiten, für die Verbindungen zu
Studentenwohnheimen annähernd nicht in Frage.
4.122 Kabelcom
In den meisten Städten in Deutschland
verwaltet die Telekom auch das Kabelfernsehnetz. In Osnabrück ist
dafür die Kabelcom Osnabrück zuständig. Sie betreibt ein
gerichtetes Fernseh- und Radioprogrammverteilsystem, was nahezu jeden osnabrücker
Haushalt erreicht. Dies wird durch ein Verteilsystem erreicht, was auf
75 Ohm Koaxialkabeln basiert und durch viele Verteiler, Abzweiger und Streckenverstärker
realisert wird. Diese sind entweder unterirdisch oder in grauen Kunststoffkästen
am Straßenrand untergebracht. Das Hausanschluß erfolgt durch
einen koaxialen Klemmkasten (HÜP, Hausübergabepunkt), der Meßanschlüsse
und gewisse Filter zur Verfügung stellt. Übertragbar sind in
dem System allgemein Frequenzen von 47 bis 470 MHz, aktuell werden jedoch
nur die Frequenzen bis 400 MHz genutzt. Vor einigen Jahren wurde das ganze
Verteilsystem rückkanalfähig (Übertragung auch vom Teilnehmer
zur Kopfstation) ausgebaut. Die Kabelcom hoffte auf Nutzer von Seiten der
Stadtverwaltung, Stadtwerke und der Industrie. Das Übertragungsverfahren
erwies sich jedoch als langsam und unsicher, Ausfälle waren üblich.
Die Stadtwerke Osnabrück AG war dann lange Zeit der einzige Nutzer,
sie ließ über das System einige Stromzähler von Großkunden
auslesen.
Aufgrund der Schwierigkeiten mit dem Rückkanal
läßt sich das Kabelfernsehnetz im derzeitigen Zustand nicht
als Datenübertragungsmedium für Studentenwohnheime einsetzen.
Die verfügbare Geschwindigkeit, die nicht exklusiv genutzt werden
kann, wäre zur Wohnheimanbindung sowieso nicht ausreichend. Vielleicht
finden sich im Zuge des neuen Telekommunikationsmarktes Geldgeber, die
das Netz wesentlich zuverlässiger und schneller gestalten. Das Problem
liegt jedoch oft an mangelhaften Installationen im Teilnehmerbereich, die
auf das Netz rückwirken.
4.123 Stadtwerke / osnatel
Schon seit vielen Jahrzehnten betreibt die
Stadtwerke Osnabrück AG ein Telefonleitungsnetz auf Kupferpaarbasis,
was fast alle Trafostationen (über 1000), Schalthäuser und Blockheizkraftwerke
im Stadtgebiet verbindet. Auch außenliegende Wasserwerke (z.B. Tiene
bei Bramsche) sind darüber angebunden. Das Netz ist nicht sternförmig,
vielmehr bilden sich immer kleinere Ringe in Osnabrück aus, die dann
im Stadtwerke-Gebäude an der Luisenstraße sternförmig zusammengeführt
werden. Die Kabel sind teilweise sehr alt und nicht immer in gutem Zustand.
Benutzt wird das Netz hauptsächlich zur betriebsinternen Telefonie
und zu Fernwirkzwecken.
Mit der Neuordnung des Telefonmarktes
wurde die osnatel GmbH gegründet, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke
AG, die Firmen und Haushalte in Osnabrück mit Telefondienstleistungen
versorgen soll. Die osnatel GmbH kann weitgehend über das Stadtwerke
Telefonnetz mit verfügen und hat dadurch einen gewissen Grundstock
an Leitungen. Gleich in den Anfängen von osnatel wurde auch die Telefonleitung,
die beim Hermann-Ehlers-Haus für ADSL verwendet
wird, angemietet. Auf die guten Erfahrungen damit können sowohl die
osnatel GmbH als auch die Betreiber der Studentennetze aufbauen und weitere
ADSL-Strecken
über osnatel schalten. Offensichtlich sind 2 Mbit/s xDSL Strecken,
wobei die Verwaltung der aktiven Komponenten in der Hand von osnatel bleibt
und der Übergang der Nutzdaten über die G.703 Schnittstelle realisiert
wird, aktuell das üblichere Angebot der osnatel GmbH. Preise im Kapitel
8.25 beziehen sich deshalb darauf. In den Verhandlungen deutete sich
aber an, daß zum gleichen Preis auch Leitungen zur ADSL Realisierung
möglich wären.
Ergänzend wurde vor kurzem ein LWL-Netz
erschaffen, was exklusiv der osnatel zur Verfügung steht. Dieses Netz
verläuft größtenteils entlang der osnabrücker Ringstraße
(Stadtring) und verfügt dann noch über einige Stichleitungen.
Es bildet in Zukunft den Backbone (das Rückgrad,
Stammleitung) des osnatel-Telefonnetzes. Weil hier sehr vielfaserige Leitungen
verlegt wurden, wäre eine exklusive Nutzung von LWL-Mietleitungen
für Anbindungen von Studentenwohnheimen denkbar. Auf der anderen Seite
besteht bei osnatel auch ein gewisses Interesse der Netzerweiterung, woraus
sich vielleicht eine Zusammenarbeit im Verlegen von Leitungen und Hausanschlüssen
organisieren läßt.
4.124 OPG-Netz (Osnabrücker
Parkgesellschaft)
Die OPG betreibt zwischen allen Parkhäusern
und den meisten Parkplätzen in der Innenstadt ein Netz auf Kupferpaarbasis,
was für die Fernsteuerung der Kassenautomaten, Schrankenanlagen, Überwachungskameras
und Parkanzeigetafeln verwendet wird. Teilweise werden auch noch Leitungen
aus anderen Netzen mitbenutzt. Nach Auskunft von Herrn Ellinghaus, OPG,
sind die eigenen Leitungen weitgehend belegt. Für eine Vermietung
stehen also keine Adernpaare zur Verfügung.
4.125 Bahn AG / Arcor
Die Deutsche Bahn AG betreibt schon sehr lange
nachrichtentechnische Netze an beiden Seiten der Bahntrassen. In früheren
Zeiten wurden mit Kupferpaaren Signale und Weichen gesteuert, aber auch
telefoniert (Basa-Netz). Weil der elektrische Fahrbetrieb sehr viel elektromagnetische
Störungen verursacht, denen auch das symmetrische Übertragungsprinzip
der Kupferdoppeladern nicht vollständig trotzen kann, wurde schon
sehr frühzeitig auf LWL-Übertragung umgestellt. Dadurch verfügt
die Bahn AG jetzt über ein relativ großes LWL-Netz, was auch
von anderen Diensten genutzt werden kann.
Das Tochterunternehmen Arcor versucht
im neuen Telefonmarkt auch deutschlandweit aktiv zu werden. Mit dem großen
LWL-Netz der Bahn AG, was offensichtlich riesige Kapazitäten beeinhaltet,
im Rücken bestehen auch gute Chancen. Auf Anfrage beim technischen
Vorstand von Mannesmann Arcor in Frankfurt, Herr Sötje, wurde klargestellt,
daß, wie auch bei der Deutsche Telekom AG, keine LWL-Fasern transparent
vermietet werden. Gemietet werden können jedoch, wie üblich,
ATM
Festverbindungen mit einer definierten Geschwindigkeit.
Eine Alternative ergibt sich jedoch dadurch,
daß alle Kabel an den Bahnstrecken in Betonschächten verlegt
werden. Diese können einfach geöffnet werden, um ein weiteres
Kabel einzuziehen. Interessant sind diese Verbindungen entlang der Bahnstrecke
insbesondere deswegen, weil 3 Studentenwohnheime unmittelbar an einer Bahnstrecke
liegen. Die Idee ist dabei gegen eine geringe monatliche Mietgebühr
den Kabelschacht der Bahn für die Verlegung eines eigenen Lichtwellenleiter-Kabels
zu nutzen. Die einmaligen Kosten für die Kabelverlegung durch Bahnfachkräfte
und das Kabel selbst müssen natürlich investiert werden. Dafür
steht dann eine optimale Anbindung der Wohnheime zur Verfügung. Die
Verwaltung der Betonschächte führt das Tochterunternehmen DB
Immobilien in Frankfurt durch. Die Anfrage bei der Außenstelle in
Hannover (Herr Möbius) ergab jedoch, daß die Prüfung der
Verlegemöglichkeit enorme Kosten verursacht. Diese betragen durchaus
mehrere Zehntausend DM und müssen vor der Prüfung, unabhängig
von einem positiven Ausgang, beglichen werden. Außerdem ist der Aufwand
Kabel entlang der Bahnstrecke zu verlegen nicht unerheblich. Seitens der
Bahn müssen Sicherungsmaßnahmen getroffen, Verträge erarbeitet
und Vorschriften formuliert werden, was die Kosten zusätzlich erhöht.
Diese Alternative sollte also erst als letzte Möglichkeit ausgeschöpft
werden.
4.126 Stadtverwaltung
/ Verkehrsleitung
Die Netze der Stadt Osnabrück (Stadtverwaltung)
werden nicht einheitlich verwaltet. Vielmehr sind verschiedene Leute in
verschiedenen Ämtern für gewisse Teilbereiche zuständig.
In erster Linie betreibt die Stadt Osnabrück
ein eigenes Telefonnetz, um die Kommunikation zwischen allen Ämtern
sicherzustellen. Dieses ist sternförmig aufgebaut, die Zentrale befindet
sich neben dem Rathaus. Es existieren Leitungen auf Kupferpaarbasis zu
allen wichtigen Verwaltungsgebäuden im Stadtgebiet, zum Theater und
zur Berufsfeuerwehr. Freien Leitungen in den Kabeln sind aus städtischer
Hand nicht ohne weiteres mietbar. Vielleicht ließe sich dafür
jedoch ein Lösung finden. Sinnvoll ist eine Nutzung jedoch leider
nicht, weil fast kein Studentenwohnheim unmittelbar an einem städtischen
Verwaltungsgebäude liegt. Eine Anbindung an das Rechenzentrum wäre
sowieso schwierig; eine Leitungsschaltung ist zwar möglich, die Leitungslänge
wäre dann jedoch außergewöhnlich hoch, was bei ADSL-Betrieb
Probleme bereiten würde.
Alle Ampeln im Stadtgebiet werden von
einem Verkehrsleitrechner ferngesteuert. Dieser steuerte früher alle
Lichter über Relais direkt an. Heute wird die Steuerung über
Modemstrecken durchgeführt. Das Netz ist nicht sternförmig aufgebaut,
die Leitungen verlaufen immer von einer Ampelanlage zur nächsten.
Durch Klemmstellen wird dann eine Versorgung aller Ampeln sichergestellt.
Eine mündliche Anfrage ergab, daß keine Leitungspaare aus dem
Ampelnetz an externe Benutzer vermietet werden. Begründet wird dies
mit Sicherheitsbedenken, es muß ausgeschlossen werden, daß
die Ampelanlagen durch fremde Dienste gestört werden. Das ist verständlich,
weil ein Ausfall einer Strecke bekanntermaßen immer ein Verkehrschaos
zu Folge hat.
Die dritte und letzte Möglichkeit
die Netze der Stadtverwaltung für die Anbindung von Studentenwohnheimen
zu verwenden beruht auf der Tatsache, daß die Leitungen für
die Ampelschaltungen großteils in Leerrohren und Betonschächten
verlegt wurden. Teilweise verbinden 9-rohrige "Leerrohrbatterien" die Ampelanlagen.
Das Rohrnetz reicht z.B. bis zur Ampel an der Bramscher Straße (nähe
Fachhochschule Haste) und verläuft auch an der Buerschen Straße.
Der ganze Stadtring ist ebenso verrohrt wie die Natruper Straße und
damit auch der Sedanplatz. Diese Leerrohre sind meist nicht vollständig
mit Kabeln gefüllt, so daß nachträglich weitere Kabel ohne
Erdarbeiten eingezogen werden können. Insbesondere 10mm dünne
LWL-Kabel, wie sie für die Anbindung von Studentenwohnheimen optimal
wären, finden neben den dicken Kupferkabeln noch Platz. Die Stadtverwaltung
vermietet gegen eine vergleichsweise geringe monatliche Gebühr diese
Rohre an Nutzer. Im Sinne der Attraktivität des Studienstandortes
Osnabrück läßt sich vielleicht ein besonders geringer Mietpreis
für die Rohrtrassen erzielen. Ein rein technisches Angebot zur Nutzung
der Trassen liegt vor. Auch die osnatel GmbH (Kapitel
4.123) hat ihren LWL-Stadtring in diesem Rohrsystem verlegt. Wie bei
der Nutzung der Schächte an den Bahnstrecken müssen die einmaligen
Kosten für die Kabelverlegung durch ein Tiefbauunternehmen und das
Kabel selbst vorfinanziert werden. Dafür besteht dann eine Anbindung
auf LWL-Basis im ganzen Stadtgebiet, die Faserzahl in den Kabeln kann maximal
24 Stück betragen, ohne daß sich der Manteldurchmesser der verwendeten
Erdleitung erhöht.
Interessant ist in diesem Zusammenhang
die Tatsache, daß das Studentenwerk, oder der Betreiber, in dem Fall
der Selbstverlegung von Telekommunikationsleitungen automatisch zum Netzbetreiber
wird. Während dieses vor wenigen Jahren noch strengstens verboten
war, ist nach der Erneuerung (1.8.1996) des TKG (Telekommunikationsgesetzes)
dazu die Netzbetreiber-Lizenzklasse 3 erforderlich, die von der Regulierungsbehörde
für Post und Telekommunikation (RegTP) vergeben wird. Folgende Lizenzklassen
sind insgesamt möglich:
-
Lizenzklasse 1: Betreiben von Übertragungswegen
für Mobilfunkdienstleistungen für die Öffentlichkeit durch
den Lizenznehmer oder andere (Mobilfunklizenz).
-
Lizenzklasse 2: Betreiben von Übertragungswegen
für Satellitenfunkdienstleistungen für die Öffentlichkeit
durch den Lizenznehmer oder andere (Satellitenfunklizenz).
-
Lizenzklasse 3: Betreiben von Übertragungswegen
für Telekommunikationsdienstleistungen für die Öffentlichkeit
durch den Lizenznehmer oder andere, für deren Angebot nicht die Lizenzklassen
1 oder 2 bestimmt sind (Übertragungswegelizenz).
-
Lizenzklasse 4: Erbringung von Sprachtelefondienst
auf der Basis selbst betriebener Telekommunikationsnetze (Sprachlizenz).
Diese Lizenzklasse schließt nicht das Recht zum Betreiben von Übertragungswegen
ein.
In dem Fall der verlegten Leitung ist es unerheblich,
ob über die Leitung Telefon, Daten, Fernsehen, Radio oder sonstiges
transportiert wird, erforderlich ist die Lizenzklasse 3. Das Problem besteht
darin, daß augenblicklich keine weiteren Lizenzen mehr vergeben werden.
Wer das Gesetz genau betrachtet, die Auskunft
gibt auch die Außenstelle der RegTP, sieht,
daß die Lizenzpflicht nur bei Angeboten an die Öffentlichkeit
gilt. Nicht lizenzpflichtig sind Netze für geschlossene Benutzergruppen,
hier: nur Studentenwohnheime des Studentenwerkes Osnabrück. Als nicht-Lizenznehmer
kann man jedoch auch nicht auf die rechtlichen Vorzüge des TKG für
Lizenznehmer zurückgreifen, das wären gewisse juristische Hilfen
bei der Leitungsverlegung und die garantierte kostenlose Nutzung von öffentlichem
Grund und Boden für die Leitungsverlegung. Die zuständige Außenstelle
der RegTP in Oldenburg sieht gute Chancen ein "Osnabrücker
Wohnheimnetz" als geschlossene Benutzergruppe einzustufen und damit eine
Lizenzpflicht zu umgehen. Bei einer Einreichung von Planungsunterlagen
würde dies nach einer Prüfung schriftlich bestätigt. Damit
wäre eine Verlegung eines Daten- / Sprach- und Fernsehnetzes zwischen
den Osnabrücker Wohnheimen juristisch einwandfrei. Der Nutzung der
öffentlichen Wege müßte die Stadtverwaltung zustimmen.
4.127 Hochschule / Rechenzentrum
Die Universität Osnabrück betreibt
zusammen mit der Fachhochschule Osnabrück ein eigenes Telefonnetz
auf Kupferpaarbasis. Angeschlossen sind die meisten Hochschulgebäude
am Westerberg und in der Innenstadt. Teilweise sind die Leitungen sehr
lang und durchlaufen viele Rangierverteiler, für ADSL-Betrieb
sind das leider keine guten Voraussetzungen. Der Vorteil dieser Leitungen
liegt natürlich darin, daß sie alle in unmittelbarer Nähe
des Rechenzentrums am Westerberg enden. Inwieweit freie Telefonleitungen
einer Nutzung für die Anbindung von Wohnheimen zur Verfügung
stehen, wäre durch Verhandlungen mit der Universität und der
Fachhochschule zu klären. Meistens tritt jedoch im Vorfeld das Problem
auf, daß die Studentenwohnheime nicht in unmittelbarer Nähe
der Hochschulgebäude liegen. Aufwendige Erdarbeiten von mehreren hundert
Metern lassen sich also trotz der Leitungsnutzung meist nicht vermeiden,
vielleicht jedoch verringern.
Im Zuge des Ausbaus der Dateninfrastruktur
der Hochschulen entwickelten sich, auch für Verwaltungszwecke, die
LWL-Datennetze an der Universität und der Fachhochschule Osnabrück.
Inzwischen verbindet das Netz des Rechenzentrums der Universität fast
alle Campusgebäude am Westerberg und in der Innenstadt. Als einer
der wenigen Standorte sind die grünen Fachbereiche der Fachhochschule
in Haste noch nicht über eine LWL-Verbindung angebunden. Diese Netz
läßt sich sicherlich im Rahmen der Unterstützung des Projektes
durch das Rechenzentrum in die Überlegungen integrieren. Inwieweit
freie Fasern genutzt werden können muß ein persönliches
Gespräch klären. Im großen und ganzen können das leider
nur vereinzelte Strecken sein, weil, wie im vorherigen Absatz schon erläutert,
der räumliche Abstand zwischen Wohnheimen und Hochschulgebäuden
meist sehr groß ist.
Interessant wäre jedoch eine gemeinsame
Erweiterung des Netzes, wobei jeweils ein LWL-Kabel verlegt wird und die
innenliegenden Fasern nach Kostenbeteiligung zur Nutzung aufgeteilt werden:
-
Spekulationen gehen davon aus, daß die
Fachhochschule ein Interesse daran hat die "Grünen Fachbereiche" in
Haste via LWL anzubinden. So könnten die Standleitungspreise für
die 2Mbit/s Datenverbindung und die Telefonstandleitungen eingespart werden,
die sicher nicht unerheblich sind. 3 Wohnheime in Haste könnten in
diesem Projekt eine LWL-Anbindung erhalten.
-
Eine Anbindung der Wohnheime "Jahnplatz und
Jahnstraße" könnte im Zusammenhang mit der LWL-Erschließung
des Universitäts-Sportzentrums erfolgen. Dort wird augenblicklich
eine xDSL-Strecke zur Übertragung eingesetzt. Voraussetzung dafür
ist natürlich, daß die Universität ein Interesse an der
LWL-Anbindung hat.
4.13 Ethernet oder ATM-Backbone
Unter dem Begriff "Backbone" versteht man
die wörtliche Übersetzung "Rückgrad" auf Netzwerke bezogen.
Es handelt sich also um das zentrale Kabel, das alle Unternetzwerke meist
mit hoher Geschwindigkeit miteinander verbindet. Bei Wohnheimen sind es
die Verbindungen, die die Switches, die in der Nähe der studentischen
Zimmer stehen, im Wohnheim mit anderen Switches verbinden und die Verbindung
zu anderen Wohnheimen und zu externen Netzen (Hochschulnetz, Internet)
herstellen. Vor wenigen Monaten war mit Ethernet, dem meist bei TCP/IP
benutzten Layer 2 Protokoll, nur eine maximale Geschwindigkeit von 100
Mbit/s, vor einigen Jahren nur 10 Mbit/s möglich. Für Hochgeschwindigkeitsverbindungen
im Backbone Bereich wurden deshalb Alternativen gesucht, um die 10 bzw.
100 Mbit/s Grenze zu durchbrechen.
Oft bot sich dabei FDDI an, ein redundantes
LWL-Ringsystem, was mit 100Mbit/s arbeitet und aufgrund der Ringstruktur
eine gute Performance erreicht. Mit der exklusiven Nutzung des LWL-Mediums
können große Entfernungen (2 bzw. 40km) überbrückt
werden. Die Zeiten von FDDI sind jedoch weitgehend vorbei, Fast Ethernet
erreicht auch die 100 Mbit/s Geschwindigkeit und ist wesentlich preiswerter.
FDDI wird deshalb nur noch für die Erweiterung von bestehen FDDI Ringen
eingebaut.
Als Weitverkehrs- und Backboneverfahren
hat sich in den letzten Jahren ATM (Asynchron Transfer Mode, Kapitel
3.23) durchgesetzt. Aufgrund des nicht festen Standards, ATM wird nur
im ATM-Forum beraten, erfolgt die Entwicklung des Verfahrens enorm schnell.
Während anfangs nur Geschwindigkeiten von 34 (und kleiner) oder 155
Mbit/s möglich waren, sind jetzt schon Übetragungsstrecken mit
622 Mbit/s in Betrieb. Aber auch dies ist noch längst nicht die Obergrenze
- im Gespräch sind bis zu 2.4 Gbit/s Port-Geschwindigkeiten. Zur Geschwindigkeit
kommt die Skalierbarkeit von ATM, worunter man die Möglichkeit der
flexiblen Bereitstellung der jeweils erforderlichen Bandbreite versteht.
Bei ATM werden alle Arten von Informationen, also Audio, Video und Daten
in Paketen mit fester Länge (53 Bytes) befördert, die als Zellen
bezeichnet werden (cell relay). Der Protokoll-Overhead dieser Zellen beträgt
ca. 10%. 48 Bytes stehen für Nutzdaten zur Verfügung, 5 Bytes
sind für Kontrollinformation reserviert. Aus dieser Datenstruktur
resultieren einige wesentliche Eigenschaften von ATM. Durch die einheitliche
Länge aller Zellen entsteht eine kalkulierbare Verzögerung bei
der Übertragung beliebiger Informationen, wodurch auch bei mehreren
konkurrierenden Datenströmen für die einzelnen Anwendungen garantierte
Bandbreiten vergeben werden können. Sehr kurze Blöcke eignen
sich jeweils besser für Sprachübertragung, lange Blöcke
für den Transfer von Daten und bewegten Bildern. Mit der Zellengrösse
bei ATM hat das ATM-Forum einen salomonischen Kompromiss gefunden, der
prinzipiell für alle Dienste geeignet ist. Da nun die meisten Informationen
nicht in einer einzelnen ATM-Zelle unterzubringen sind, werden die unterschiedlich
langen Pakete höherer Netzwerkschichten mit dem Anpassungsmechanismus
SAR (Segmentation and Reassembly) des sendenden ATM-Adapters auf ATM-Zellen
aufgeteilt und am Ziel wieder zusammengesetzt.
ATM kennt sowohl Festverbindungen (PVCs,
Permanent Virtual Circuits) als auch geschaltete Verbindungen (SVCs, Switched
Virtual Circuits). Dabei kann es sich wiederum um virtuelle Punkt-zu-Punkt-
oder Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen handeln. Verbindungen können
mit einer gewissen Betriebsgüte QoS (Quality of Service) aufgebaut
werden. Bei konventionellen LANs ist dies nicht der
Fall. Die Bandbreiten von Ethernet (10 Mbit/s) und FDDI (100 Mbit/s) werden
von allen angeschlossenen Geräten gemeinsam genutzt, müssen also
entsprechend aufgeteilt werden. ATM geht noch einen Schritt weiter. Jedem
an ATM angeschlossenen Gerät kann durch die erwähnten PVCs oder
SVCs statisch oder dynamisch die benötigte Bandbreite zugeordnet werden,
wobei diese nur durch die Kapazität der ATM-Hardware begrenzt ist.
Nach erfolgtem Verbindungsaufbau hat man die Gewißheit, die Bandbreite
des angeforderten Übertragungskanals alleine nutzen zu können,
ohne von anderen sendewilligen Stationen gestört oder sogar unterbrochen
zu werden. Grundsätzlich bietet ATM hier 4 verschiedene Kategorien
von Diensten an:
| ATM Dienstkategorie |
|
| CBR Constant Bit Rate |
feste Übertragungsrate spezifiziert |
| ABR Available Bit Rate |
Spitzenrate spezifiziert |
| VBR Variable Bit Rate |
Spitzenrate und Minimumrate mit QoS Garantie |
| UBR Unspecifed Bit Rate |
keine Bitrate spezifiziert |
Abb. 33: ATM Dienstkategorien
Eine entscheidende Rolle bei ATM spielen
die Schnittstellen. Zur Auswahl stehen unter anderem die vom ATM-Forum
akzeptierten SONET-Schnittstellen (Synchronous Optical Network) mit 622
Mbit/s und 155 Mbit/s für Glasfaser und KAT 5,6,7-Kabel, TAXI mit
100 Mbit/s für Lichtleiterkabel und 52 Mbit/s für KAT 5,6,7.
| |
|
Kabeltyp |
| Schnittstelle |
Datenrate (Mbit/s) |
Multimode Fibre (MMF) |
Singlemode Fibre (SMF) |
Coaxial Cable |
KAT-5 |
KAT-3 |
| DS1 |
1.5 |
|
|
|
 |
 |
| E1 |
2 |
|
|
|
 |
 |
| E3 |
34 |
|
|
 |
|
|
| DS3 |
45 |
|
|
 |
|
|
| STS-1 |
52 |
|
|
|
|
 |
| TAXI 4B/5B |
100 |
 |
|
|
|
|
| SONET 8B/10B |
155 |
 |
|
|
|
|
| SONET STM-1/STS3C |
155 |
 |
 |
 |
 |
|
| SONET STM-4/STS12C |
622 |
 |
 |
|
|
|
= Standard |
|
|
|
|
|
|
Abb. 34: übliche ATM Übertragungsgeschwindigkeiten
Als besonders kritisch erweist sich vor
allem der Übergang von ATM auf konventionelle Topologien wie Ethernet
oder FDDI. Für die Verwendung von IP über ATM wurden verschiedene
RFCs (Request for Comments) herausgegeben, die es erlauben, ATM als Transportmedium
zu verwenden. Folgende Aufzählung bereitet einen Eindruck von der
Vielzahl der möglichen Übertragungsverfahren:
-
Classical IP (Clip) over ATM mit Multicast
Address Resolution Server (MARS), Multicast Connection Server (MCS)
-
Next Hop Resolution Protocol (NHRP) mit NHRP-Servern
-
Application REQuested IP over ATM (Arequipa)
-
LAN Emulation (LANE) mit LAN Emulation Configuration
Server (LECS), LAN Emulation Server (LES) und Broadcast an Unknown Server
(BUS)
-
Multiprotocol Over ATM (MPOA) mit MPOA Server
(MPS), Next Hop Server (NHS) und MPOA Client (MPC)
-
Multiprotocol Label Switching (MPLS)
-
Private Network to Network Interface (PNNI)
Die einzelnen Entwürfe sind teilweise
in Betrieb oder auch noch in der Planung. Sie unterscheiden sich hauptsächlich
in der jeweiligen Performance mit der die IP-Pakete über das ATM-Netz
zum Ziel geschickt werden. Insgesamt gestaltet sich die Umsetzung sehr
schwierig, weil das IP-Übertragungsverfahren verbindungslos nach dem
statistischen Multiplexverfahren arbeitet, während ATM verbindungsorientiert
funktioniert. Welches Verfahren sich dabei letztendlich durchsetzen wird
ist ungewiß.
In der Realität ist die Normierung
inzwischen immerhin soweit fortgeschritten, daß nach Angaben der
Hersteller die Produkte mittels Firmwareupgrade problemlos an zukünftige
Standards angepaßt werden können. Dadurch ist bei Produkten
des gleichen Herstellers auch die Konformität mit zukünftigen
Spezifikationen des ATM-Forums gewährleistet. Der Einsatz zusammen
mit Produkten anderer Hersteller scheidet wegen mangelnder Kompatibilität
heute jedoch in vielen Fällen noch aus, es ist aber zu erwarten daß
auch hier eine Angleichung eintritt.
Die Anbindung vorhandener Netzwerk-Topologien
an zentrale ATM-Switches erfolgt heute vor allem mit Hilfe von ATM-Lösungen,
die auf Routern oder Layer 3 Switches basieren. Auch arbeiten die meisten
Hersteller von großen Netzwerk-Konzentratoren mittlerweile mit Modulen
für ATM-Verbindungen.
Für die Auswahl des Verfahrens (Ethernet
oder IPoverATM) im Backbone-Bereich eines Wohnheimnetzes ist die Entscheidung
zu treffen. Dazu werden beide Verfahren noch einmal direkt gegenübergestellt:
-
Geschwindigkeit: Sowohl Ethernet als auch
IPoverATM können mit Geschwindigkeiten von mehreren Gigabit betrieben
werden. Bei IPoverATM kann jedoch mit einem Geschwindigkeitsverlust von
bis zu 15% durch den zusätzlichen Protokollaufwand gerechnet werden.
-
ATM stellt durch das verbindungsorientierte
Netz eine meistens geringe Verzögerungszeit zur Verfügung. Bei
Ethernet ist diese Zeit eher zufällig gering, kann aber auch hoch
sein, wenn das Medium stark belegt ist. ATM kann den Vorteil jedoch nur
ausnutzen, wenn die ATM-Verbindung bis an das Endgerät (Rechner) herangeführt
wird. Das war bisher jedoch nie ein Thema, weil hier das Backbone-Verfahren
betrachtet wird.
-
Die Implementierung von QoS (Quality of Service
Funktionalität) in ATM mit den verschiedenen Priorisierungsstufen
ermöglicht Dienste zu garantieren. Für Ethernet im Zusammenhang
mit IP ist ein ähnliches Verfahren auch kurz vor der Markteinführung:
IEEE
802.1p/Q. Aufgrund der Verbindungslosigkeit, mit der Ethernet arbeitet,
ist es schwieriger eine garantierte Verbindung aufzubauen; jedoch ist damit
ein wirkungsvoller Standard geplant, der gesicherte Ton- und Bildübertragungen
ermöglichen soll. Bei dem Kauf von Ethernet-Switches sollte darauf
geachtet werden, daß diese IEEE 802.1p/Q unterstützen.
Es ist nicht möglich diese Funktionen durch einen Softwareupdate nachzurüsten,
weil sie in Asics (Hardware) durchgeführt werden, um schnell zu arbeiten.
-
Oft wird ATM mit der Begründung eingebaut,
daß darüber dann auch telefoniert werden könnte. Sowohl
bei ATM als auch bei Ethernet handelt es sich jedoch um asynchrone Verfahren,
die immer einer gewissen Verzögerung unterliegen. Telefonie erfordert
jedoch im Idealfall eine Verbindung, die ohne Verzögerung arbeitet.
Dieses ist nicht durchführbar, aber mit dem meist in der Telefonie
(Festnetz und Mobilfunknetz) eingesetzten Übertragungsverfahren SDH
(Synchrone Digitale Hierarchie), daß eine Weiterentwicklung und Vernetzung
der digitalen Telefon-Vermittlungstellen darstellt, kann die Verzögerungszeit
minimiert werden. Dazu werden alle angeschlossenen Switches synchronisiert
(Funk-Uhr). Jedes Datenbit innerhalb des Netzes kann dann zu jedem Zeitpunkt
vorausberechnet werden. Eine Verzögerung entsteht eigentlich nicht
mehr (nur Rechenzeit), weil keine Pufferbausteine in den Schnittstellen
der Geräte benötigt werden. Daten, die an den Anschlüssen
anliegen, werden direkt weiterverarbeitet, weil sie synchron anliegen.
Ein Einbau der SDH-Technologie in Datennetze ist augenblicklich
aufgrund des hohen Preises noch nicht möglich, Standards fehlen jedoch
auch.
-
Für IPoderATM gibt es viele Ansätze
und keinen festen Standard. Fast- oder Gigabit-Ethernet ist ein fester
Standard, Produkte aller Hersteller sind zueinander kompatibel.
-
Preis: Im Vergleich zu Ethernet ist ATM immer
noch als "extrem teuer" einzustufen. Die Portpreise der Switches für
ATM sind mehr als 4 mal so teuer wie bei Ethernet (ähnliche Geschwindigkeit).
Bei der Entscheidung spielt der Preis mit
Sicherheit die größte Rolle. Mit Fast- bzw. Gigabit-Ethernet
läßt sich ein preiswertes und schnelles Backbone-Netz realisieren,
was ATM kaum nachsteht. Im Punkt Geschwindigkeit ergeben sich bei Verwendung
von Ethernet wahrscheinlich noch Vorteile, weil keine Umsetzung erfolgen
muß. Auch setzen, aus den oben angeführten Gründen, die
Fachhochschule und die Universität Osnabrück bisher kein ATM
im Netz ein. Die erste ATM-Insel in Osnabrück zu errichten scheint
nicht sinnvoll, weil die Vorteile, wenn überhaupt vorhanden, nur minimal
sind.
4.14 Anbindung an das Hochschulnetz,
das B-WiN und das Internet
Der externe Gateway zum Hochschulnetz und
zum Internet, den alle an den Backbone angeschlossene
Studentenwohnheime dann nutzen, wurde bisher noch gar nicht behandelt.
Folgende Struktur könnte sich ergeben:
Abb. 35: mögliche Netzverschachtelung
Üblicherweise, so sind z.Zt. in Deutschland
alle Studentenwohnheime angebunden, erfolgt die Wohnheimanbindung an das
örtliche Hochschulnetzwerk, was eine sehr preiswerte Lösung darstellt.
Dieses ist an das B-WiN (Breitband Wissenschaftsnetz)
des DFN e.V. (Deutsches Forschungsnetz) angeschlossen.
Es handelt sich dabei um einen Verein, der 1984 gegründet wurde und
vom Bundeswissenschaftsministerium gefördert wird. Ihm gehören
als Mitglieder hauptsächlich Ämter und Hochschulen an. Zweck
des Vereins ist die Schaffung und Unterhaltung eines deutschen Wissenschaftsnetzes
mit hoher Geschwindigkeit. Derzeit sind an dieses Netz nahezu alle deutschen
Hochschulen mit 34 oder 155 Mbit/s angeschlossen. Die Verbindung vom B-WiN
zum Internet erfolgt auf 5 Wegen: über einen Gateway in das europäische
Ausland (TEN-155 / Dante, 155 Mbit/s), eine Verbindung nach New York (622
Mbit/s), nach China (64 kbit/s), zu kommerziellen deutschen Internetprovidern
(Stern-Frankfurt, 34Mbit/s) und zum Backbone-Netz
der Deutschen Telekom AG in Hannover (34 Mbit/s). Über das B-WiN
ist die Anbindung zu wissenschaftlichen Einrichtungen sehr schnell, während
Verbindungen in das Internet einen durchschnittlichen Zugriff ermöglichen
(verglichen mit Internetverbindungen über Telekom-Interconnect).
Die Anbindung von Wohnheimen an die Hochschule
muß immer über Router bzw. Layer3-Switches erfolgen, um den
Netzverkehr protokollieren und beschränken zu können. So kann
sichergestellt werden, daß nur Studierende den Zugang erhalten und
bei groben Verstößen gegen festgelegte Regeln (Benutzerordnung
des DFN e.V., des Rechenzentrums der Hochschule und
des Wohnheimnetzes) getrennt werden können.
Weitere Formalia (Nutzerordnung, Beschränkungen
für das Datenvolumen, An- und Abmeldeverfahren) fallen unter die Zuständigkeit
des Netzbetreibers und sind nicht Bestandteil dieser Diplomarbeit. Im Studentenwohnheim
Sedanstraße hat sich das Modell des gemeinnützigen Betreibervereins
bewährt. Es handelt sich (in der Sedanstraße SedaNet e.V.) um
einen studentischen Verein, der sich um den Netzbetrieb kümmert, Reparaturen
und Wartung durchführt, Netznutzern helfend zur Seite steht und die
Kommunikation zur Administration zum Rechenzentrum sicherstellt. Die Gründung
eines solchen Vereins dauert sehr lange (ca. 1 Jahr) und verursacht viel
Aufwand. Auch die ständige Suche nach Nachfolgern, die sich ehrenamtlich
um den Netzbetrieb kümmern, ist nicht leicht. Aus diesen Gründen
ist es sinnvoll weitere Wohnheime, mit eigenen Helfern im Verein, unter
die Aufsicht und den rechtlichen Betrieb des bestehenden Vereins zu stellen.
Verhandlungen des Studentenwerkes mit dem Verein sind dazu erforderlich.
4.15 Havarieanbindung an
einen kommerziellen Provider
Bei dem Hochschulnetz, das hauptsächlich
aus den Netzen der Universität und der Fachhochschule besteht, und
dem Netz des DFN e.V. handelt es sich um Forschungsnetze,
was bedeutet, daß an diesen gearbeitet werden kann, Experimente erlaubt
sind und keine ständige Verfügbarkeit garantiert werden kann.
Das bedeutet jedoch nicht, daß ständig Ausfälle an der
Tagesordnung sind. Vielmehr laufen die Netze ziemlich stabil und erreichen
eine Verfügbarkeit oberhalb der magischen 95% Grenze.
Bei einem Linkausfall in das Hochschul-
/ Internet tritt jedoch immer ein "Dominoeffekt" auf, weil manche Dienste
(DNS, Mail, ...) stark auf die Außenwelt angewiesen sind. Eine Flut
von Anfragen aus dem Wohnheimnetz an den Server führt zu einer hohen
Belastung und damit meist zum Zustand "außer Betrieb". Interne Netzdienste
wie Mail sind dann meist auch nicht mehr verfügbar.
Aus diesem Grund scheint es sinnvoll einen
alternativ-Gateway in das Internet vorzusehen, den anfällige Dienste
(DNS, Mail, ICQ) bei einem Ausfall des Gateways: "Forschungsnetz" nutzen
können. Eine 64kbit/s Wähl- oder Standleitung ist dafür
geeignet. Die rechtlichen Voraussetzungen für eine solche Netzzusammenschaltung
wären vorab mit der Hochschule und dem DFN e.V.
zu klären.
4.2 Anbindung der Wohnheime
an Telefongesellschaften
Vor einigen Jahren viel die Auswahl nicht
schwer: Die Deutsche Telekom AG (damals Bundespost) war der einzige Netzanbieter.
Heute tummeln sich eine Vielzahl von Unternehmen auf dem Markt, sie alle
versuchen ihr eigenes Telefonnetz aufzubauen und Kunden zu gewinnen. Nach
wie vor ist die einzige aktuelle Möglichkeit die Kunden, hier in Studentenwohnheimen,
an die Vermittlungstelle anzubinden die Teilnehmeranschlußleitung
der Telekom. Systeme über Richtfunk, die Kabelfernsehleitung oder
das Stromkabel stecken noch in den "Kinderschuhen". Vor kurzem oder in
Zukunft am Markt auftretende neue Telefongesellschaften wie osnatel
GmbH oder Arcor AG wollen Privatkunden großteils nicht über
eigene Leitungen anschließen, sondern mieten die Teilnehmerleitung
von der Vermittlungsstelle bis zum Endkunden von der Telekom AG. Dabei
fallen hohe Mietgebühren an, die kaum einen Gewinn ermöglichen.
4.21 Neuerungen seit der
Liberalisierung des Telefonmarktes
Wie in Kapitel 4.126
im Zusammenhang mit der Rohrnetznutzung der Stadtverwaltung bereits angeschnitten,
ist es Gesellschaften, die die jeweils passende Lizenzklasse innehaben,
gestattet ein eigenes unterirdisches Netz aufzubauen (mit welcher Technologie
auch immer). Dabei werden diese Unternehmer staatlich unterstützt,
indem ihnen gewisse Rechte übertragen werden, die das Verlegen von
Leitungen vereinfachen. Desweiteren werden Gebühren für die Nutzung
der öffentlichen Wege, die die Stadtverwaltungen hätten verlangen
können, prinzipiell ausgeschlossen.
In Osnabrück besitzen neben der Telekom
AG auch die Telekommunikationsunternehmen osnatel
und Arcor die Lizenzklassen 3 und 4, die zur Vermarktung des Sprachtelefoniedienstes
auf eigenen Leitungswegen erforderlich sind. Verhandlungen mit diesen Unternehmen
über günstige Telefongrundgebühr für Studierende oder
Gratistelefonie zwischen Wohnheimzimmern, zur Universität und zum
Studentenwerk (Beispiel Kapitel 5.2) sind aufgrund des
wachsenden Konkurrenzkampfes aussichtsreich.
4.22 Ideen zur Vernetzung
mit privaten Telefonanlagen
Die Tatsache der "geschlossene Benutzergruppe"
und der entfallenen Lizenzpflicht aus Kapitel 4.126
läßt recht kreative Lösungen zu. Eine ist mit Sicherheit
die Installation von privaten (Studentenwerk) Telefonanlagen in den Wohnheimen.
Dabei kommen in den einzelnen Häusern sowohl Anschlußvolumina
von minimal 10 als auch von maximal 256 vor. Es sind also recht flexible
Telefonanlagen erforderlich, um das Spektrum abzudecken und nicht in jedem
Wohnheim eine andere Marke installieren zu müssen. Ein modularer Telefonanlagentyp
wäre dafür sinnvoll. Die Verbindung zur Vermittlungstelle einer
Telefongesellschaft (momentan meist noch Telekom AG) müßte über
einen oder mehrere ISDN-Primärmultiplexanschluß/üsse
(S2M; 30 Sprachkanäle) oder mehrere ISDN-Anlagenanschlüsse
(S0, 2 Sprachkanäle) erfolgen. Die Telefonanlage müßte
teilnehmerseitig sowohl analoge (a/b) Telefonanschlüsse als auch digitale
(S0) Teilnehmeranschlüsse zur Verfügung stellen. Umfangreiche
Funktionen zur Gebührenauswertung (sowohl Gebührenimpuls als
auch Call-By-Call) sind erforderlich. Alle ISDN-Komfortmerkmale
sollten Standard sein und auch fehlerfrei funktionieren.
Mit so einer Lösung wäre das
Telefonieren innerhalb eines Wohnheimes kostenlos. Die Grundgebühren
für die S2M oder S0 Verbindungen zur Telefongesellschaft wären
wesentlich geringer als bei einer Telefongesellschaft die Grundgebühren
für alle Einzelanschlüsse im Wohnheim. Rechtlich ist dabei zu
beachten, daß für den Betrieb einer Telefonanlage von mehr als
4 Sprechkanälen zu öffentlichen Vermittlungsstellen die Personenzulassung
der Klasse B bei der betreuenden Fachkraft erforderlich ist. Diese wird
üblicherweise nur an Meister / Techniker mit Zusatzschulung oder Ingenieure
der Fachrichtung Nachrichtentechnik ausgegeben. Das Studentenwerk, als
Betreiber, müßte also eine solche betreuende Fachkraft beschäftigen
oder die Betreuungsarbeit extern vergeben, was beides aufwendig und relativ
teuer ist.
4.221 Beispiel Siemens
Hicom
Im professionellen Sektor am weitesten verbreitet
ist augenblicklich und schon lange Zeit das Siemens Hicom Telefonsystem.
Es wird insbesondere hier beispielhaft behandelt, weil Kopplungsmöglichkeiten
wie in Kapitel 4.222 beschrieben möglich sind
und die Geräte auch bei der Stadtverwaltung, Fachhochschule und Universität
Osnabrück eingesetzt werden. Natürlich sind auch von Alcatel,
Bosch (Telenorma) und vielen anderen Firmen Telefonanlagen erhältlich.
Das Hicom System ist vollständig modular und in weiten Teilen redundant
aufgebaut. Es ist in 2 groben Ausführungen erhältlich: als Hicom
150E System (OfficeOne: 8, OfficePoint:16, OfficeCom: 48, OfficePro: 250)
mit maximal 250 Teilnehmeranschlüssen (semiprofessinell) und als Hicom
300E System (Hicom 310E: 96, Hicom 330E: 624, Hicom 350E: 5760) mit maximal
5760 Teilnehmeranschlüssen (professionell). Die Systeme unterstützen
alle Leistungsmerkmale aus Kapitel 4.22. Ausbaubar
wäre ein System mit je einer Telefonanlage in jedem Studentenwohnheim
in so fern, daß eine Kopplung der Anlagen untereinander möglich
ist. Über HDSL (2 Mbit/s xDSL, Kapitel
4.113), LWL, Richtfunk oder Laserlink können diese Telefonanlagen
über normierte Schnittstellen (SDH, PDH, G.703,
X.21) genau wie lokale Netze, verbunden werden. Exklusive Verbindungswege
sind dazu erforderlich, eine Kombination von z.B. Fast Ethernet und SDH
auf einer Leitung ist nicht möglich. In diesem Fall ist dann auch
eine kostenlose Telefonie zwischen mehreren, oder allen, Wohnheimen möglich.
Zentral werden Gebühren erfaßt und die Konfiguration durchgeführt.
Wird in dieses Telefonnetz dann noch die Universität und das Studentenwerk
mit eingebunden, können nochmals Telefongebühren eingespart werden.
Die Kopplung der Anlagen ist preislich insbesondere interessant, wenn die
Realisierung der Netzwerkanbindung für das Hochschulnetz über
neu zu verlegende LWL-Kabel erfolgt. Diese können dann nämlich
ohne weitere Kosten auch zur Kopplung der Telefonanlagen mitverwendet werden,
weil genügend separate Fasern frei wären.
4.222 IP und ATM
Telefonie
Viele Firmen beschäftigen sich aktuell
mit der Entwicklung von Lösungen für die Kombination von Telefonnetzen
und Rechnernetzen. Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale sind dabei
traditionell die Synchronität / Asynchronität und die Verbindungsorientierung
/ Verbindungslosigkeit. In Kapitel 2.13 wurde schon
festgehalten, daß innerhalb der Wohnheime eine Integration von Telefonie
und Rechnernetz nicht erforderlich, eher sinnlos, wäre.
Im letzten Kapitel kristallierte sich
heraus, daß eine Kopplung von Telefonanlagen verschiedener Wohnheime
über viele Medien machbar ist, jedoch normalerweise immer eine separate
Leitung benötigt wird. Wenn ein Wohnheim aber über LWL-Mietleitung,
xDSL, Laserlink oder Richtfunk angebunden wird, steht die 2. Leitung nicht
kostenfrei zur Verfügung. An dieser Stelle gibt es Lösungsansätze
in der IP- und ATM-Telefonie. Insgesamt sind augenblicklich
fast alle auf dem Markt befindlichen Systeme Prototypen und nicht kompatibel
zu Fremdprodukten. Von einer Serienreife kann also in keinen Fall die Rede
sein. Vielmehr wäre ein Einsatz dieser Verfahren als Pilotprojekt
mit interessierten Firmen möglich. Die Telefonverbindungen in Studentenwohnheimen
lassen Forschungsprojekte vielleicht zu, ohne daß ein Ausfall viel
Schaden anrichtet.
-
ATM-Telefonie: Das Prinzip
von ATM wurde in vielen vergangenen Kapiteln bereits ausführlich erläutert.
Bei der Telefonie werden die sonst synchron im ISDN
versendeten digitalisierten Sprachsignale in asynchronen Paketen verschickt.
Dabei entsteht eine gewisse Verzögerungszeit, die jedoch aufgrund
der generell sehr hohen Geschwindikeit von ATM nicht zu lang wird. Die
Übertragung erfolgt über ATM-Switches, an die alle ATM-Endgeräte
(ATM-Telefone, ATM-Telefonanlagenmodule) angeschlossen werden. Siemens
bietet für die Telefonanlagenfamilie Hicom 300E neuerdings eine vollständige
ATM-Unterstützung in Form von Software und des STMA-Modules für
die Anlagenkopplung an. Damit soll es möglich sein eine bestehende
(aus dem LAN Bereich) ATM-Infrastruktur für die
Verbindung von Hicom Telefonanlagen zu verwenden. Die Sprachkanäle
werden über ATM-SVCs oder PVCs aufgebaut und nutzen die ATM-Eigenschaft
der garantierten Bandbreite (Geschwindigkeit).
Abb. 37: Vier über ATM verbundene Telefonanlagen
vom Typ Hicom
-
IP-Telefonie: IP-Telefonie ist das Schlagwort,
über das man z.Zt. unheimlich viel in Fachzeitschriften und auf Messen
findet. Sehr viele Hersteller beschäftigen sich mit der Entwicklung
von Verfahren, um digitalisierte Sprache über TCP/IP zu übertragen.
Dabei muß beachtet werden, daß durch das asynchrone und verbindunglose
TCP/IP-Protokoll teilweise erhebliche Verzögerungszeiten zu erwarten
sind. Dieses wird sich durch den neuen IEEE-Standard
802.1p/Q zwar verbessern, es wird jedoch sehr lange dauern, bis alle Vermittlungsknoten
ihn unterstützen. Deshalb wird bei der IP-Telefonie der Datenstrom
von 16kbit/s (ISDN) auf ca. 2kbit/s reduziert. Diese
dann sehr geringe Datenmenge soll eingermaßen problemlos und zügig
durch das Netz fließen. In leeren Netzen, auf denen nur IP-Telefonie
durchgeführt wird, die z.B. auf Messen aufgebaut werden, funktioniert
das Verfahren einwandfrei. Die Verzögerungszeit ist im Vergleich mit
einem normalen Telefon zwar unerwartet hoch, das fällt aber bei einem
durchschnittlichen Gespräch kaum auf. Startet man aber Versuche in
einem vollen Intranet oder gar im Internet, stellt man schnell fest, daß
die Verbindung oft abreißt, Worte nicht ankommen und überhaupt
das Gespräch stockt. Unter dem Begriff "NetPhone" ist im Internet
ein Dienst bekannt, der es möglich macht über ein Programm vom
Internet in das weltweite Telefonnetz zu kommunizieren. Dabei muß
über eine Kreditkarte ein gewisses Guthaben vorab hinterlegt werden,
das dann abtelefoniert werden kann. Leider befindet sich der NetPhone-Anbieter
nicht in Deutschland. Aus diesem Grund verliefen Tests über die Internetstrecke
in die USA überhaupt nicht erfolgreich.
IP-Telefonie braucht noch viel Entwicklungsarbeit,
um sicher und kompatibel zu funktionieren. Insbesondere feste Standards
fehlen augenblicklich. Es stellt sich aber auch die Frage, ob IP-Telefonie
wirklich benötigt wird. Eine Vereinheitlichung des Telefon- und des
Datennetzes ließe sich nämlich nicht nur durch die Telefonie
auf dem Datennetz, sondern auch mit TCP/IP über das Telefonnetz realisieren.
Mit dem SDH-Übertragungsverfahren (Kapitel
4.13) steht eine Technologie im Telefonnetz zur Verfügung, die
auch einen schnellen TCP/IP-Transport ermöglicht. Es bleibt abzuwarten,
ob die Hersteller der Datenvermittlungseinrichtungen bald preisgünstige
Schnittstellen für SDH anbieten werden.
Studierende erhalten mit mehr oder weniger
bürokratischem Aufwand eine Befreiung von den Rundfunkgebühren.
Die Deutsche Telekom AG gewährt den von den Rundfunkgebühren
befreiten Studierenden den verbilligten Telefonanschluß zum sogenannten
Sozialtarif, der übrigens laut Auskunft der RegTP
ein freiwilliges soziales Angebot der Telekom AG darstellt. Bei Wohngemeinschaften
mit nur einem Telefon reicht es aus, daß sich ein Studierender von
der Rundfunkgebühr befreien läßt, was recht leicht zu erreichen
ist. Bei einer Lösung mit Telefonanlagen des Studentenwerkes in jedem
Wohnheim läßt sich also eine Kostenrechnung nur mit einer Grundgebühr
von ca. DM 9,- pro Monat für jeden Telefonanschluß durchführen,
weil sonst einige Studierende und Wohngemeinschaften bei der Telekom AG
sehr viel weniger bezahlen müßten. Dabei stellt man schnell
fest, daß ein Kauf vieler Telefonanlagen, ständige Betreuung
durch eine Telekommunikationsfachkraft, monatliche Rechnungsstellung durch
2 Bürofachkräfte, Ersatzteile und einiges mehr sich nicht durch
die monatliche Grundgebühr decken läßt. Aus diesem Grund
wird diese Idee hier nicht weiterverfolgt.
4.23 Ausschreibung eines
Rahmenvertrages
Eine weitere Idee würde sich daraus ergeben,
daß das Studentenwerk als Großkunde bei allen Telekommunikationsanbietern,
die in Osnabrück Telefonanschlüsse zur Verfügung stellen,
auftritt (Telekom AG, osnatel GmbH, Arcor AG) und
für alle Anschlüsse in den Studentenwohnheimen einen Rahmenvertrag
aushandelt. Das würde voraussetzen, daß alle Bewohner der Studentenwohnheime
sich laut Mietvertrag bereiterklären ihren Telefonanschluß bei
dem Gewinner des Rahmenvertrages zu ordern. Es könnte dabei ausgehandelt
werden, daß Telefongespräche zwischen Studentenwohnheimen, zur
Universität und zum Studentenwerk kostenlos sein müssen.
Desweiteren ließe sich der monatliche Grundpreis vielleicht wesentlich
reduzieren. Verhandlungen über den Sonderfall "Sozialanschluß"
müßten natürlich auch geführt werden.
Leider hat auch die Idee mit dem Rahmenvertrag
gewisse Nachteile: Es ist zu vermuten, daß die Deutsche Telekom AG
sich nicht auf Verhandlungen einlassen wird und deshalb die neuen Anbieter
(osnatel und Arcor) günstige Angebote unterbreiten.
Die Funktion Call-By-Call ist jedoch bei den neuen Anbietern nahezu nicht
nutzbar, weil nur die Telekom AG zu allen Anbietern Verträge unterhält.
Call-By-Call hat sich aber unter den Studierenden als eine mögliche
Quelle zum Geldsparen durchgesetzt und kann aus diesem Grund nicht zwangsweise
unterbunden werden. Ausschließlich deshalb ist die Idee mit dem Rahmenvertrag
leider reine Theorie und nicht durchführbar.
4.24 Ausarbeitung eines
studentischen Telefontarifes bei Zusammenarbeit in der Infrastruktur
Einzig und allein bleibt ein weiterer Weg,
um günstiges Telefonieren in den Wohnheimen zu ermöglichen. Die
neuen Osnabrücker Telefonanbieter (osnatel
und Arcor) müssen von Privatkunden relativ hohe monatliche Grundgebühren
verlangen, um die Teilnehmeranschlußleitung vom Kunden zur Vermittlungsstelle
der Telekom AG zu mieten, wo dann der Übergang zur eigenen Vermittlungsstelle
stattfindet. Für die Telefonanschlüsse in den Wohnheimen könnte
das Studentenwerk einem neuen Telefonanbieter entgegenkommen und ihn bei
der Herstellung eigener Teilnehmeranschlußleitungen zur eigenen Vermittlungstelle
in folgende Punkten unterstützen:
-
Die Leitungen innerhalb des Studentenwohnheimes,
Zimmersteckdose bis zum Hausverteiler, werden zur Nutzung zur Verfügung
gestellt.
-
Freie LWL-Fasern in einem Kabel, was für
die Anbindung eines Rechnernetzes verlegt wurde, werden dem Telefonanbieter
für die Übertragung der Telefongespräche zu manchen Wohnheimen
(insbesondere große) zur Verfügung gestellt.
-
In allen Wohnheimen werden in Absprache mit
der Telekom AG Patch-Felder (KAT3) installiert, die einen schnellen Wechsel
von der Telekom AG zu einem neuen Telefonanbieter und umgekehrt möglich
machen. Damit wird der Situation entsprochen, daß die Zimmer oft
nur für kurze Zeit vermietet werden und entsprechend dem Wunsch des
Mieters die Telefongesellschaft gewählt wird. Ein Umstecken (Patchen)
könnte auch der betreuende Hausmeister nach jeweiligem telefonischen
Auftrag durch die Telefonanbieter erledigen. Das kostspielige Umrangieren
durch einen Service-Techniker entfällt dann.
-
Dem neuen Netzbetreiber wird ein direkter
Zugang zu den Telefonanlagen der Universität / Fachhochschule und
dem Studentenwerk ermöglicht, damit dorthin keine Gebühren für
den Umweg über die Telekom AG anfallen.
Im Gegenzug würde der neue Telefonanbieter
kostenlose Telefongespräche innerhalb aller Wohnheime (sofern der
angerufene Anschluß auch den neuen Telefonanbieter gewählt hat),
zur Universität / Fachhochschule und zum Studentenwerk anbieten. Die
monatliche Grundgebühr pro Anschluß wäre mit dem betreffenden
neuen Telefonanbieter auszuhandeln und liegt voraussichtlich zwischen DM
10,- und DM 20,-. Die Studierenden in den Wohnheimen können dann wählen,
ob sie entweder die Möglichkeiten der kostenlosen Interntelefonie
nutzen und auf Call-By-Call verzichten oder bei der Deutschen Telekom AG
Call-By-Call nutzen und auf die kostenlosen Gespäche verzichten.
In informativen Vorgesprächen hat
die Firma osnatel GmbH durchaus Interesse an dieser
Lösung signalisiert. Weitere Details könnten nach Abschluß
dieser Diplomarbeit recht zügig geklärt werden, was letztendlich
den Studierenden Geld spart und damit auch im Interesse des Studentenwerkes
ist.
4.3 Fernsehprogramme über
LWL
In Kapitel 3.33 wurden
ausführlich die Möglichkeiten eines eigenen Kabelfernsehsystemes
erläutert. Diese Technologie lohnt sich insbesondere bei vielen angeschlossenen
Teilnehmern. Die Überlegung liegt also nahe, alle Wohnheime in Osnabrück
an eine einzige Satelliten-Kopfstation anzuschließen. Folgende Vorteile
ergeben sich dadurch:
-
Geringe Anschaffungskosten, weil nur noch
eine Kopfstation benötigt wird
-
Bei der Umstellung auf DVB,
DAB
(digital) muß nur noch eine Kopfstation umgerüstet werden, das
Verteilnetz kann weiterbetrieben werden: wesentlich geringe Umstellungskosten
-
Die Programmierung (Teil der Wartungsarbeiten)
von aktuellen Sendern wirkt sich auf alle Wohnheime aus: geringer Wartungsaufwand
-
Durch die geringeren Kosten bei nur einer
Kopfstelle können qualitativ höherwertigere Komponenten installiert
werden: weniger Folgeprobleme
Ermöglicht wird dies dadurch, daß
eine Technologie verfügbar ist, um freie LWL-Fasern in den Kabeln,
die für die Rechnernetzanbindung der Wohnheime zuständig sind,
für die Übertragung von Fernsehprogrammen zu nutzen. Ausschließlich
Single-Mode LWL-Fasern sind dafür zu gebrauchen ! Bei diesem Verfahren
wird der ganze Frequenzbereich des Kabelfernsehsystemes (47 bis 862 MHz)
mit einer Zwischenfrequenz von ca. 228,8 GHz in einem Lasermodulationsverfahren
gemischt. Diese Funkwellen befinden sich dann im Frequenzbereich der optischen
Übertragungssysteme bei 1310 nm und können über eine Faser
versendet werden. Aufgrund des hohen Preises der optischen Sender wird
meist ein recht leistungsstarker verwendet und das Licht über faseroptische
Splitter auf mehrere Strecken verteilt. Dabei sind Verteiler (50% / 50%
der Lichtleistung) als auch Abzweiger (90% / 10% der Lichtleistung) verfügbar,
um die optische Energie zu teilen. Die Streckenlänge kann dabei mehrere
zig Kilometer lang sein und berechnet sich nach der optischen Dämpfung.
Ein recht preiswerter optischer Empfänger am Zielort demoduliert das
optische Signal und stellt am Ausgang das normale Kabelfernsehsignal zur
Verteilung im Haus bereit.
Abb. 38: Optisches Sendergestell (8 Sender) für Kabelfernsehen
der Firma Fuba
Die optische Signalleistung der Systeme
wird in dBm (bezogen auf 1 mW) angegeben, wobei Sender mit Leistungen von
2,6 bis 13,6 dBm verfügbar sind. Ein optischer Empfänger benötigt
als Eingangssignal üblicherweise eine Leistung von -6 bis 0 dBm, damit
er vernünftig arbeitet. Mit der Faserdämpfung in dB pro Kilometer,
allen Streckenlängen, der üblichen Dämpfung von Spleißen
und optischen Steckverbindungen läßt sich daraus ein komplettes
Netz erstellen, auf die gleiche Art wie auch in Verteilsystemen mit koaxialen
Kabelwegen.
Für folgende Berechnungen werden
übliche Werte angenommen:
-
Faserdämpfung: 0,38 dB/km
-
Spleißdämpfung: 0,02 dB
-
Dämpfung einer Steckverbindung: 0,3 dB
Steckverbinder werden zum Anschluß der
Sender, Empfänger und aller Splitter benötigt. Spleiße
befinden sich an allen Hausanschlüssen, in Erdmuffen und an Stellen,
an denen Pigtails als Steckverbindung gewählt werden.
Für eine Planung ist davon auszugehen,
daß zu den Wohnheimen Sedanstraße (200m), Blumenmorgen (4300m),
Rostocker Straße (5600m), Natruper Straße (750m), Jahnstraße
(2850m), Jahnplatz (2850m), Wörthstraße (3500m), Leggeweg (3500m),
Salzmarkt (3400m), Wiesenstraße (3100m) und Kommenderiestraße
(3100m) in Zukunft eine LWL-Single-Mode Verbindung besteht. Die Kopfstelle
wird für die Beispielrechnung am Hochschulstandort Westerberg plaziert.
Mit der Logarithmusrechnung läßt sich nachweisen, daß
ein optischer Splitter mit 2 Stück 50% Leistungsausgängen eine
optische Dämpfung von 3 dB und ein Splitter mit einem 10% und einem
90% Leistungsausgang Dämpfungen von 10dB und 0,458 dB erzeugt. Spleiße
werden wegen der Geringfügigkeit der Dämpfung vernachlässigt
und statt dessen die mögliche Empfängereingangsleistung auf den
Bereich -5 dBm ... 0 dBm eingeschränkt.
Für die einzelnen Wohnheime ergeben
sich dann folgende Dämpfungrechnungen, wobei nur Splitter des Typs
mit 2 Stück 50% Ausgängen Verwendung finden:
-
Sedanstraße: Kabel 0,1 dB, 3xSplitter
9 dB, 8xStecker 2,4 dB, Gesamt 11,5 dB
-
Blumenmorgen: Kabel 1,6 dB, 3xSplitter 9 dB,
8xStecker 2,4 dB, Gesamt 13 dB
-
Rostocker Str.: Kabel 2,1 dB, 3xSplitter 9
dB, 8xStecker 2,4 dB, Gesamt 13,5 dB
-
Natruper Str.: Kabel 0,3 dB, 3xSplitter 9
dB, 8xStecker 2,4 dB, Gesamt 11,7 dB
-
Jahnstraße: Kabel 1,1 dB, 4xSplitter
12 dB, 10xStecker 3 dB, Gesamt 16,1 dB
-
Jahnplatz: Kabel 1,1 dB, 4xSplitter 12 dB,
10xStecker 3 dB, Gesamt 16,1 dB
-
Wörthstraße: Kabel 1,3 dB, 4xSplitter
12 dB, 10xStecker 3 dB, Gesamt 16,3 dB
-
Leggeweg: Kabel 1,3 dB, 4xSplitter 12 dB,
10xStecker 3 dB, Gesamt 16,3 dB
-
Salzmarkt: Kabel 1,3 dB, 4xSplitter 12 dB,
10xStecker 3 dB, Gesamt 16,3 dB
-
Wiesenstr.: Kabel 1,2 dB, 4xSplitter 12 dB,
10xStecker 3 dB, Gesamt 16,2 dB
-
Kommend.: Kabel 1,2 dB, 4xSplitter 12 dB,
10xStecker 3 dB, Gesamt 16,2 dB
Es ergibt sich eine maximale Pegeldifferenz
zwischen den Empfangsstellen von 4,8 dB, was innerhalb des Toleranzbereiches
der Empfänger liegt. Mit einer Senderausgangsleitung von 11,5 dBm
ließe sich das gesamte Verteilnetz problemlos betreiben, Sender mit
einer Ausgangsleistung von 11,6 dBm sind industriell verfügbar.
5. Beispiele aus anderen
Städten und von anderen Anbietern
Der Infrastrukturausbau in Osnabrück
ist einer von vielen in Deutschland. Deshalb ist es wichtig sich in anderen
Städten über den aktuellen Stand zu informieren und eventuell
Ideen zu übernehmen und weiterzuentwickeln. In diesem Kapitel wird
eine Auswahl von Projekten betrachtet, die durch Vorträge und andere
Publikationen bekannt wurden.
5.1 uni@home
Unter diesem Begriff versteht man einen Kooperationsvertrag
zwischen der Deutschen Telekom AG und einigen Universitäten. Ursprünglich
wurde das System für Fernuniversitäten entwickelt. Dort besteht
das Problem, daß aufgrund der Entfernung sich die Studierenden nicht
zum Ortstarif über ein Modem oder ISDN in der
Universität (Hochschulnetz) einwählen können. Dabei haben
Studierende an Fernuniversitäten einen besonderen Informationsbedarf
über das Internet. Als Dienstleister stellt die Telekom AG den Studierenden
mit uni@home deutschlandweit die Möglichkeit zu Verfügung sich
zum Ortstarif im Internet einzuwählen. Die Kennwortabfrage erfolgt
ähnlich als wenn man sich über Modem oder ISDN
direkt im Rechenzentrum der Universität einwählt.
Das System wurde offenbar als werbeträchtig
erkannt und auch auf viele andere Universitäten ausgeweitet. Hier
profitieren die Studierenden jedoch weitaus weniger, nämlich nur in
der Hinsicht, daß insgesamt mehr Einwahlleitungen zur Verfügung
stehen (seltener alle Leitungen belegt) und auch am Heimatwohnsitz der
Studierenden (z.B. in den Ferien oder am Wochenende) eine Einwahl zum Ortstarif
möglich ist. Leider handelt es sich bei uni@home nicht um ein günstigeres
Angebot, lediglich die Ortsnetzgrenze ist entfallen.
Die Deutsche Telekom AG benutzt den Begriff
uni@home für einen extrem intensiven Werbefeldzug für ISDN-Anschlüsse
unter Studierenden. Im Internet, auf Flugblättern und auf Plakaten
werden ISDN-Anschlüsse als auch alle möglichen
Endgeräte umworben. Dabei ändert sich an den üblichen Preisen
für ISDN nur sehr wenig: Lediglich die einmalige
Anschlußgebühr von DM 100,- entfällt.
Sowohl preislich, es existiert eine Gebühr
pro Minute, als auch von Seiten der Geschwindigkeit, 64 kbit/s, ist der
Vertrag uni@home nicht mit geplanten Wohnheimnetzen zu vergleichen.
5.2 Münster
In Münster wurde ab Dezember 1997 ein
Pilotprojekt der Firmen Deutsche Telekom AG und Siemens AG gestartet. Das
Ziel war ein groß angelegter Test für das neuartigen xDSL Übertragungsverfahren
(Kapitel 3.112). Ein Wohnheim in Münster (ca.
100 Studierende) wurde dazu mit dieser Technologie ausgestattet. Die technische
Besonderheit bestand darin, daß die ADSL-Verbindung
von jeder Steckdose im Wohnheimzimmer direkt zur Vermittlungstelle der
Telekom AG geschaltet wird. Die traditionelle Unterscheidung in LAN-
und WAN-Verkabelung ist hierbei aufgehoben. Es wird
das Kupferleitungspaar sowohl zur Datenübertragung als auch zur Telefonie
genutzt. Die Trennung der Endgeräte erfolgt über den bekannten
POTS-Splitter,
eine Art steilflankiges Filter. In der Vermittlungstelle wurden die ADSL-Strecke
mittels Ethernet zusammengefaßt und über einen Backbone
an die Universität angebunden. Teilnehmerseitig wurde den Studierenden
ein ADSL-Modem / Router zur Verfügung gestellt,
an den der eigene Rechner mittels Netzwerkkarte angeschlossen werden konnte.
In das Projekt, dessen Laufzeit eigentlich
9 Monate betragen sollte, die aber mehrfach verlängert wurde, waren
mehrere Diplomarbeiten eingebunden. Auch war das Interesse der Öffentlichkeit
(Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften, Messen) sehr groß. Die Firmen
Siemens AG und Telekom AG profitierten natürlich davon, die eingesetzte
Technologie lief stabil und zuverlässig. Es wurden Versuche durchgeführt
Liveübertragungen von Vorlesungen und Praktika über das Rechnernetz
zu übertragen. Das Projekt war Anfang 1999 schließlich beendet
worden und wird nahtlos in den kommenziellen Dienst "Teleport Studentenwerk"
der Telekom AG überführt. Bis das in den nächsten Monaten
geschieht bleibt der ADSL-Zugang für das betreffende
Wohnheim nach wie vor kostenlos.
Der "Teleport Studentenwerk"-Dienst wird
momentan auf ISDN, nicht ADSL,
auch in anderen Wohnheimen in Münster installiert. Dazu erhalten in
den betreffenden Wohnheimen alle interessierten Studierende einen ISDN-Anschluß
zum monatlichen Preis von DM 28,-, der allerdings ein ISDN-fähiges
Endgerät (Telefon) voraussetzt, was die meisten Bewohner neu kaufen
müssen. Dafür kann zwischen allen Wohnheimen, zur Universität
und zum Studentenwerk kostenlos telefoniert werden. Über eine ISDN-PC-Karte
oder einen ISDN-Router (64 kbit/s) können sich
die Studierenden für zusätzliche monatlich DM 8,- unbegrenzt
lange in das Hochschulnetz / Internet einwählen.
Ab dem 1. Quatal 2000 sollen dann gegen
monatliche Zahlung von DM 78,- (in denen die Telefongrundgebühr allerdings
enthalten ist) diese Anschlüsse auf ADSL mit 1,5
Mbit/s in Richtung Wohnheim umgestellt werden. Dieser Dienst der Telekom
AG wird dann "Telearbeitsplatz Student" heißen.
5.3 Hannover
Bereits 1997 wurde in Hannover in Zusammenarbeit
mit dem Lehrgebiet Rechnernetze und Verteilte Systeme und dem DFN
e.V. ein Pilotprojekt zur Anbindung des studentischen Arbeitsplatzes über
das Breitbandkabelnetz ins Leben gerufen. Die Projektdauer war auf 24 Monate
festgelegt und dauerte bis April 1999. Eine Anbindung des für den
Feldversuch ausgewählten Wohnheimes Jägerstraße und Lodyweg
erfolgt über Glasfaser an das Universitätsnetz. Die Nachteile
einer Übertragung über das Kabelfernsehnetz wurden in Kapitel
3.113 ausführlich beschrieben. Das kann der Grund sein, warum
sich die Netzbetreiber in Hannover dieses Jahr einer anderen Technologie
zugewandt haben.
Die Wohnheime Herrenhausen und Dorotheenstraße
wurden auf Basis der ADSL-Technologie in Zusammenarbeit
mit der Deutschen Telekom AG als Inhaus-Netz gebaut. Die Anbindung der
Rechnernetze erfolgt über eine 155 Mbit/s Richtfunkstrecke an das
Datennetz der Universität Hannover. Als Kosten entstehen den Studierenden
monatliche Gebühren von DM 30,-. Das Studentenwerk Hannover zeigt
sich durch den Einsatz verschiedener neuer Technologien durchaus innovativ.
Die hohen monatlichen Kosten hätten jedoch auch ein komplettes Netz
erlaubt, das auf Glasfaserkabeln aufbaut. Es stellt sich die Frage, was
das Studentenwerk Hannover in wenigen Jahren unternimmt, wenn 8 Mbit/s
Übertragungsgeschwindigkeit nicht mehr ausreichen.
5.4 Clausthal
Das Wohnheimnetz Clauthal nimmt in ganz Deutschland
eine Vorreiterrolle ein. Bereits 1994 erfolgte dort die Anbindung eines
Wohnheimes an das Hochschulnetz, zu einem Zeitpunkt wo andere Hochschulstandorte
noch nicht einmal eine Idee dazu entwickelt hatten. Die Entwicklung bliebt
jedoch nicht stehen, so sind seit 1998 in Clauthal alle 12 Wohnheime, 10
über Glasfaser, am Hochschulnetz angebunden. 2 Wohnheime benutzen
aktuell eine Funkbridge zur Datenübertragung. Innerhalb der Wohnheime
erfolgte die Verkabelung mit Ethernet 10Base2 oder
10BaseT,
abhängig davon zu welcher Zeit das Netz errichtet wurde. Ausgehend
von den Betrachtungen der Diplomarbeit von Hans-Ulrich Kiel enstand ein
Netz, das konsequent auf dem Ethernet-Standard aufbaut. Die 10BaseT
verkabelten Häuser können dabei in Zukunft die Geschwindigkeit
auf bis zu 1 Gbit/s steigern, lediglich bei den wenigen 10Base2
Netzen wird man in absehbarer Zeit wohl über Alternativen nachdenken;
dabei muß erwähnt werden, daß diese auch schon bis zu
6 Jahre in Betrieb sind.
6. Vorschlag für ein
Osnabrücker Studentennetz
An dieser Stelle erfolgt nun die Planung eines
Wohnheimnetzes aufgrund der Vorgaben vom Studentenwerk Osnabrück,
des Rechenzentrums der Universität Osnabrück und aller bisher
durchgeführten Betrachtungen zur Inhausverkabelung und zur externen
Anbindung der Netze. In dieses Netz werden die Wohnheime Sedanstraße
und Caprivistraße integriert, damit eine homogene Struktur entsteht.
6.1 Sternzusammenschaltung
Angestrebt werden sollte eine sternförmige
Vernetzung aller Wohnheime mit studentischer Verwaltung des Sternkopfes.
Aufgrund der bisherigen Netztopologie und der Anordnung der Wohnheime im
Stadtgebiet ist das jedoch kaum möglich. In Anlehnung an das Netz
der Universität ist es deshalb auch für ein Wohnheimnetz sinnvoll
mit 2 Sternköpfen (Westerberg und Innenstadt) zu arbeiten, die über
Gigabit-Ethernet verbunden sind (Backbone). Der
Gateway zum Hochschulnetz (B-WiN / Internet) kann
dabei als einfaches Patch-Kabel am Westerberg den Sternkopf des Hochschulnetzes
(3com Corebuilder 9000) mit dem einen Sternkopf des Wohnheimnetzes verbinden.
Die Administration des Gateways kann so weiterhin im Corebuilder 9000 durch
das Rechenzentrum erfolgen, während die Sternköpfe des Wohnheimnetzes
von Studierenden des Wohnheimnetzes betreut werden, was das Studium des
Netzbetriebes fördert. Mit dieser Planung sind im Studentennetz hohe
Datenraten übertragbar, ohne das Hochschulnetz zu belasten, was bei
vielen kleinen Einzelzugängen der Wohnheime zum Hochschulnetz der
Fall wäre. Nicht zuletzt entsteht dadurch eine überschaubare
Netzstruktur, die eine Fehlersuche vereinfacht und die Zuständigkeitsbereiche
aller Beteiligten klar trennt.
Leider ist es nach Aussagen und aus Sicht
des Leiters des Rechenzentrums der Universität günstiger alle
Wohnheime einzeln an das Hochschulnetz anzubinden. Der Anschluß würde
dann jeweils an einen der 3 Sternköpfe des Hochschulnetzes (3com Corebuilder)
erfolgen. Dabei handelt es sich um Layer 3/4 Switches, die modulare Slot-Einschübe
anbieten, die entweder mit vielfach 10/100 FD Ethernet
Modulen (z.B. für den Betrieb eines preisgünstigen Medienwandlers
auf LWL), mit direkten 100 Mbit/s LWL Modulen (eher teuer), mit Gigabit
Ethernet LWL Modulen oder einigen anderen Modulen bestückt werden
können. Die 3 Sternköpfe haben ihren Standort am Westerberg,
am Heger-Tor-Wall und im Schloß. Sie sind durch Fast-Ethernet bzw.
Gigabit-Ethernet miteinander verbunden. Für die Realisierung des Wohnheimprojektes
ist diese Lösung insgesamt wesentlich preisgünstiger, weil eigene
Sternköpfe nicht finanziert werden müssen.
6.2 Hardware und Leitungen
Aus preislichen Gründen sollte auf die
Anbindung der einzelnen Wohnheime über Gigabit-Ethernet verzichtet
werden. Wenn möglich sollte ein LWL-Singlemode-Link mit 100 Mbit/s
Ethernet bevorzugt werden (deutschlandweit z.Zt. üblich), alternativ
ist bei kleinen Wohnheimen (Wohnheimgruppen) mit bis zu ca. 100 Zimmern
eine xDSL-Strecke über ein Kupferpaar oder eine entsprechende Mietleitung
möglich. Sind keine Leitungskapazitäten zu einem vernünftigen
Preis verfügbar, sollte bei großen Wohnheimen über einen
100 Mbit/s Laser-Link nachgedacht werden und bei kleinen Wohnheimen über
eine 11 Mbit/s Funk-Bridge. Insgesamt gibt es meist mehrere Möglichkeiten
ein Wohnheim im Stadtgebiet anzubinden. Normalerweise entscheidet dabei
der Preis, welche Lösung dann bei der Realisierung gewählt wird.
Zwischen Mietkosten und einmaligen Investitionskosten kann mit einer Betriebsdauer
von 5 bis 10 Jahren, je nach Art der Strecke, umgerechnet werden. Im einzelnen
ergeben sich für die Wohnheime dann folgende Backbonemöglichkeiten:
-
Blumenmorgen
-
LWL zusammen mit der Fachhochschule zum Westerberg
durch Rohrtrassen der Stadtverwaltung neu verlegen lassen (4,3km Leitung
- 3,7km Leerrohrverlegung - 600m Gehwegverlegung - 4xHausanschluß
- 1xStraßenquerung - 2xMuffe - 2xMedienkonverter)
-
LWL-Strecke als Mietleitung (Dark Fiber) zum
Westerberg
-
Laserlinkstrecke vom Westerberg (AVZ) nach
Haste (Fachhochschule), evt. auch als Kooperation mit der Fachhochschule
-
Rostocker Straße
-
LWL zum Wohnheim Blumenmorgen teilweise durch
Rohrtrassen der Stadtverwaltung neu verlegen lassen (1,3km Leitung - 750m
Leerrohrv. - 350m Gehwegv. - 1xHausanschluß - 2xMedienkonverter)
-
Funkbridge mit Richtantennen zum Wohnheim
Blumenmorgen
-
Salzmarkt
-
LWL zur Kreuzung Johannistorwall-Kommenderiestraße
durch Rohrtrassen der Stadtverwaltung neu verlegen lassen (400m Leitung
- 400m Leerrohrv. - 1xHaussanschluß - 1xMuffe - 2xMedienkonverter)
-
LWL-Strecke als Mietleitung (Dark Fiber) zum
Heger-Tor-Wall Gebäude
-
Jahnplatz / Jahnstraße: Wohnheime müßten
untereinander und zum Sportzentrum der Universität über LWL verbunden
werden.
-
LWL zusammen mit der Universität zum
Heger-Tor-Wall Gebäude teilweise durch Rohrtrassen der Stadtverwaltung
neu verlegen lassen (850m Leitung - 600m Leerrohrv. - 250m Gehwegv. - 3xHausanschluß
- 3xStraßenquerung - 4xMedienkonverter)
-
LWL-Strecke als Mietleitung (Dark Fiber) zum
Heger-Tor-Wall Gebäude
-
Laserlinkstrecke vom Westerberg (Caprivikaserne)
zum Wohnheim Jahnstraße, evt. auch als Kooperation mit der Universität
-
Natruper Straße
-
LWL zur Kreuzung-Springmannskamp-PagenstecherStraße
durch Rohrtrassen der Stadtverwaltung neu verlegen lassen (500m Leitung
- 500m Leerrohrv. - 1xHausanschluß - 1xMuffe - 2xMedienkonverter)
-
LWL- oder xDSL-Strecke als Mietleitung zum
Westerberg
-
Funkbridge mit Richtantennen zum Wohnheim
Sedanstraße oder Universität (AVZ)
-
Wörthstraße / Leggeweg: Wohnheime
müßten untereinander über LWL verbunden werden.
-
LWL zur Kreuzung-Johannistorwall-PetersburgerWall-IburgerStraße
teilweise durch Rohrtrassen der Stadtverwaltung neu verlegen lassen (600m
Leitung - 450m Leerrohrv. - 150m Gehwegv. 3xHausanschluß - 1xMuffe
- 1xStraßenquerung - 4xMedienkonverter)
-
LWL- oder xDSL-Strecke als Mietleitung zum
Heger-Tor-Wall Gebäude
-
Lüstringer Straße / Klushügel:
Wohnheime müßten untereinander über Funk-Bridge oder LWL
verbunden werden.
-
LWL zum Wohnheim Salzmarkt teilweise durch
Rohrtrassen der Stadtverwaltung neu verlegen lassen (2450m Leitung - 2200m
Leerrohrv. - 250m Gehwegv. - 2xHausanschluß - 2xMuffe - 2xStraßenquerung
- 4xMedienkonverter)
-
LWL-Strecke als Mietleitung (Dark Fiber) zum
Heger-Tor-Wall Gebäude
-
Funkbridge mit Richtantennen zum Wohnheim
Salzmarkt
-
Kommenderiestraße / Wiesenstraße:
Wohnheime müßten untereinander über LWL verbunden werden.
-
LWL zum Heger-Tor-Wall Gebäude teilweise
durch Rohrtrassen der Stadtverwaltung neu verlegen lassen (1,3km Leitung
- 1000m Leerrohrv. - 300m Gehwegv. - 3xHausanschluß - 1xMuffe - 4xMedienkonverter)
-
LWL- oder xDSL-Strecke als Mietleitung zum
Heger-Tor-Wall Gebäude
-
Funkbridge mit Richtantennen zum Heger-Tor-Wall
Gebäude der Universität oder zum Schloßgebäude.
-
Dodesheide
-
LWL zur Kreuzung-Bramstraße-OstringerWeg-Haneschstraße
teilweise durch Rohrtrassen der Stadtverwaltung neu verlegen lassen (2,1km
Leitung - 1350m Leerrohrv. - 750m Gehwegv. - 1xHausanschluß - 2xStraßenquerung
- 2xMuffe - 2xMedienkonverter)
-
Laser-Link zum Schornstein einer Papierfirma
im Osnabrücker Hafen. Vielleicht läßt sich das Unternehmen
zur kostenlosen Nutzung des Standortes aufgrund von Sponsoring bewegen,
ansonsten fallen dort Nutzungsgebühren an. Insgesamt kann diese Lösung
nur realisiert werden, wenn der Fachhochschulstandort Haste über LWL-Kabel
angebunden wird, das durch den Hafen läuft.
Entsprechend den Subnetzen des folgenden Kapitel
6.3 werden die zusammengefaßten Wohnheime entweder auf MAC-Ebene
mit Layer2-Switching verbunden oder direkt an einen der Sternköpfe
(Westerberg oder Heger-Tor Wall) angebunden, was dann ein Layer3-Switching
(Routing) bedeutet. Als Layer2-Switches werden die HP Switches Procurve
1600M und 4000M favourisiert, weil in diesen bereits ansatzweise der zukünftige
IEEE
802.1x Standard implementiert ist. Funktionen erlauben es pro Port genau
eine MAC-Adresse zuzulassen, die automatisch "gefangen"
wird und auch nur durch Freigabe durch den Administrator geändert
werden kann. Desweiteren bieten die Switches eine hohe Portdichte bei sehr
niedrigen Kosten und ein umfangreiches Managementsystem über WWW,
was die Administration wesentlich vereinfachen wird. Der Procurve 4000M
Switch ist modular und bietet maximal 80 Stück 10/100 FD
Ethernet Ports. Alle anderen technischen Daten sind als 'durchschnittlich'
zu bewerten, insgesamt machen die Geräte einen soliden Eindruck und
unterstützen IEEE 802.1p/Q. Auch eine unbegrenzte
Garantie und ein 24 Stunden Austauschservice geben eine gewisse Sicherheit.
6.3 IP-Verteilung und Subnetz-Aufteilung
Die Subnetz-Aufteilung spielt für den
Netzbetrieb eine wesentliche Rolle. Bei zu großen Subnetzen verhindert
die Menge an Broadcasts (Kapitel
3.134) irgendwann ein vernünftiges Arbeiten. Für die Layer3-Switch
Standorte Westerberg, Heger-Tor-Wall und Schloß ergeben sich folgende
vernünftige Aufteilungen:
| Sternkopf |
Wohnheime |
Anschlüsse |
IP-Adressen |
| Westerberg |
Sedanstraße |
202 |
131.173.58.1 - 131.173.58.207 |
| Westerberg |
Caprivistraße |
48 |
|
| Westerberg |
Dodesheide |
212 |
|
| Westerberg |
Blumenmorgen & Rostocker Straße |
109 |
|
| Westerberg |
Natruper Straße |
52 |
|
| Heger-Tor-Wall |
Jahnstraße |
104 |
|
| Heger-Tor-Wall |
Jahnplatz |
257 |
|
| Heger-Tor-Wall |
Wörthstraße & Leggeweg |
143 |
|
| Heger-Tor-Wall |
Klushügel & Lüstringer Straße |
99 |
|
| Heger-Tor-Wall |
Salzmarkt |
104 |
|
| Heger-Tor-Wall |
Wiesenstraße & Kommenderiestraße |
62 |
|
Abb. 36: Subnetz und IP-Verteilung
Neben dem fast vollständig belegten
Class-C IP-Nummernblock des Studentenwohnheims Sedanstraße werden
weitere 5 Class-C Nummernblöcke benötigt. Diese werden durch
das Rechnerzentrum aus dem eigenen Class-B Block zur Verfügung gestellt.
6.4 Serverdienste
Neben dem direkten Netzzugriff auf das Hochschulnetz
und das Internet werden in Studentenwohnheimen üblicherweise gewisse
TCP/IP Serverdienste angeboten. Dazu gehört in erster Linie ein Mail-Server,
der den Studierenden im Wohnheim die Möglichkeit bietet über
SMTP (Simple Mail Transfer Protocol) Mails zu versenden, eine Mailadresse
zu erhalten und über das POP3-Protokoll Mails abzurufen. Desweiteren
können die Studierenden meist den vorhandenen Server über das
TELNET-Protokoll als ferngesteuerten Unix-Rechner nutzen. Üblicherweise
betreiben die Wohnheimnetze oder einzelne Wohnheime einen HTTP-Server (Hypertext
Transfer Protocol-Server) zur externen und internen Information. Dort besteht
die Möglichkeit Daten über das Wohnheim und das Netzwerk abzulegen,
persönliche Homepages zu veröffentlichen, Chat-Systeme zu installieren,
freie Zimmer oder Zimmergesuche bekannt zu machen und vieles mehr. Eng
damit verknüft ist auch ein öffentlicher FTP-Server
(File Transfer Protocol), der die wichtigste kostenlose Software und viele
umfangreiche Informationen zum Download auf den studentischen Rechner bereithält.
Durch den Betrieb eines gut sortierten FTP-Servers läßt es sich
vermeiden, daß von mehreren Studierenden die gleiche Software von
weit entfernten Servern im Internet übertragen wird. Diese kann dann
besser auf dem FTP-Server abgelegt werden und ist lokal verfügbar.
Neben den TCP/IP
Diensten werden oft noch ergänzend NETBIOS-Dienste angeboten. Dieses
Protokoll, das üblicherweise auf TCP/IP aufsetzt, wurde im Rahmen
der Microsoft Produkte entwickelt. Es ermöglicht die Nutzung von Ressourcen
(Drucker, Festplatten) auf fremden Rechnern über das Netzwerk, sofern
sie freigegeben wurden. Weil NETBIOS bei Microsoft-Windows direkt im Betriebssystem
verankert ist, lassen sich damit sehr komfortabel Dateien bearbeiten und
verwalten. Über ein Broadcast-System wird
dafür eine Browser-Liste (Microsoft-Netzwerkumgebung) erstellt, um
auch anzuzeigen welche Ressourcen freigegeben sind. Dieses funktioniert
innerhalb des Wohnheimes auch sehr gut, weil Layer2-Switches die Broadcasts
nicht behindern und sich immer automatisch ein Rechner als Master-Browser
findet. Soll ein NETBIOS-Betrieb von einem Wohnheim zum anderen Wohnheim,
die über Layer3-Swiches verbunden sind, erfolgen, muß in jedem
Layer2-geswitchten Wohnheim ein Server die Master-Browser Funktion fest
übernehmen. Dieser Server antwortet auf alle Broadcast-Anfragen
im Netz und verwaltet die Browser-Liste für das eigene Wohnheim. Soll
die NETBIOS Kommunikation mit Hilfe der Browser-Liste auch zu einem anderen
Wohnheim möglich sein, muß in dem ganzen Wohnheim-Netz ein Domain-Master-Browser
vorhanden sein. Der Domain-Master-Browser muß dem Master-Browser
von jedem Wohnheim bekannt gemacht werden. Über TCP/IP tauschen diese
dann im 15min. Abstand die Browser-Liste aus und ergänzen die eigene
jeweils. Es stellt sich die Frage, ob NETBIOS-Dienste zwischen den Wohnheimen
erforderlich sind. Während anfangs in den bisherigen Wohnheimen Winpopup
und Dateitransfer vielfältig genutzt wurden, ist augenblicklich
ein Trend zu alternativen Systemen (ICQ und FTP), die
rein auf IP basieren, abzusehen. Das hängt mit Sicherheit damit zusammen,
daß NETBIOS Dienste recht anfällig auf nur temporär verfügbare
Rechner und heterogene Netze (verschiedene Betriebssysteme) reagieren.
Seltsame Fehlermeldungen und Rechnerabstürze sind dann die Folge.
Außerdem erleichtert ein Verzicht auf NETBIOS die Netz- und Serveradministration
nicht unwesentlich. Weniger Broadcasts, die von
NETBIOS in Massen erzeugt werden, stellen auch eine höhere Netzperformance
zur Verfügung. Ein gern genutztes Feature von NETBIOS ist die Netzwerkumgebung
(Browser-Liste), die gerne dazu benutzt wird, zu sehen, wer momentan im
LAN
online ist. Eine solche Liste in zuverlässigerer Ausführung ließe
sich aber auch alternativ auf der zentralen Web-Seite realisieren, indem
dort ein CGI-Skript implementiert wird, was bei einem Aufruf einen IP-Ping
auf alle Rechner auslöst und alle antwortenden Rechner darstellt.
In einigen Wohnheimnetzen in Deutschland ist sowas schon in Betrieb. Dies
alles führt zu dem Fazit, daß NETBIOS Dienste innerhalb des
Wohnheimes zwar geduldet werden sollten, eine weitere Kommunikation oder
gar ein Support nicht erforderlich ist. Wird die Existenz dieser Dienste
auf der Installationsanleitung für Rechner im Netz gar nicht erwähnt,
kann davon ausgegangen werden, daß nur noch sehr wenige Benutzer
die Dienste installieren werden.
Für Unix wird seit ca. 3 Jahren ein
Modul mit dem Namen 'Samba' entwickelt, was in der Lage ist auch NETBIOS
Dienste abzuwickeln und zu verwalten. Damit ist es möglich mit z.B.
Linux, dem unter Studierenden verbreitesten Serverbetriebssystem, einen
Master-Browser oder einen Domain-Master-Browser zu realisieren, wenn der
NETBIOS-Dienst von Wohnheim zu Wohnheim eingerichtet werden soll.
Insgesamt stellt Linux als Serverbetriebssystem
für Studentenwohnheime eine vernünftige Lösung dar. Es ist
kostenlos, professionell und ermöglicht bei der Administration eines
Servers einen pädagogischen Effekt: Das Unix-Wissen läßt
sich im späteren Beruf vielfältig nutzen. Auch verwendet Linux
günstige Standard-PCs und verzichtet auf teure Spezialmaschinen der
Firmen Sun, HP und IBM. Wichtig ist, daß sich immer zwei oder drei
Studierende mit dem / den Server(n) beschäftigen, um bei Krankheit,
Urlaub oder plötzlichem Auszug eine Vertretung bzw. neue Einarbeitung
zu gewährleisten. Zu viele Administratoren hingegen erfordern eine
strikte Arbeitsteilung, damit miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet
wird.
In den 1,5 Jahren Serverbetrieb in der
Sedanstraße haben sich verschiedene Punkte herauskristallisiert,
was einen betriebssicheren Server in Studentenwohnheimen ausmacht:
-
Server-Gehäuse, vorzugsweise für
19" Einbau mit redundantem Netzteil
-
Anschluß des Servers (und anderer aktiven
Netzkomponenten) über eine eigenen Sicherung und einen eigenen FI-Schutzschalter
-
USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung)
incl. Überspannungsfilter
-
Festplatten SCSI-Bussystem mit RAID-Controller
-
Mainboard von einem namenhaften Hersteller
(Gigabyte, Asus)
-
Netzwerkkarte für hohen Datendurchsatz
(3com, SMC)
Das Netzteil ist aufgrund der geschalteten
Energieelektronik immer noch ein anfälliges Bauteil im Rechner und
sollte deshalb doppelt vorhanden sein. Die USV ermöglicht ein gezieltes
"Herunterfahren" des Betriebssystemes bei einem Stromausfall, defekte Dateien
können so vermieden werden. Eine eigene Sicherung und FI-Schutzschalter
verhindert die Stromabschaltung durch andere Verursacher. Ein Überspannungsfilter
schützt vor Überspannungen bei Gewittern. Bei Verwendung eines
SCSI-RAID-Controllers mit 2 Festplatten (RAID Level 1) entfällt das
mühsame Anfertigen eines Backups auf Streamer, DAT oder CD. Die Daten
werden gespiegelt, wenn eine Platte ausfällt arbeitet die andere einfach
weiter. Nach dem Austausch der defekten Festplatte wird die Redundanz wieder
hergestellt.
Offen bleibt die Frage wie viele Server
man in dem gesamten Netz mit 11 Subnetzen einsetzen soll. 2 wesentliche
Möglichkeiten mit allen Vor- und Nachteilen bieten sich an:
-
11 einfache Server, je einer pro Level-2 geswitchtem
Subnetz
-
Vorteile
-
Master-Browser für NETBIOS
vorhanden
-
Traffic durch Mailabfrage, TELNET und ftp
bleibt im Subnetz
-
DNS-Proxy möglich
-
keine großen Probleme bei Ausfall von
nur einem Server
-
Nachteile
-
hoher Preis durch viele, wenn auch günstige,
Server
-
hoher Stromverbrauch
-
mehr Hardware führt zu mehr Ausfällen
und höheren Folgekosten
-
Mail und WWW für alle Netznutzer ist
kaum unter einem einheitlichen Domain-Namen möglich
-
1 Server für alle Wohnheime
-
Vorteile
-
realtiv günstig (ca. halber Preis, im
Vergleich zu Lösung 1)
-
geringerer Betreuungsaufwand, weil nur 1 System
-
einheitlicher Domainname für alle
Wohnheime (Mail, WWW) möglich
-
Nachteile:
-
keine Master-Browser in den Subnetzen
-
Traffic durch Mailabfrage, TELNET und ftp
belastet den Layer3 Backbone
-
größere Probleme bei Ausfall und
Wartungsarbeiten am Server
Aufgrund des vorgesehenen Verzichtes auf NETBIOS
Dienste wird an dieses Stelle die günstigere Lösung mit einem
Server favourisiert. Der Traffic über den Backbone
zum Server (Mail, DNS, FTP, TELNET) fällt bei einer
schnellen Anbindung der Wohnheime nicht besonders ins Gewicht. Desweiteren
gibt es momentan Bestrebungen des Rechenzentrums der Universität den
Mailverkehr zu zentralisieren. Dem würde die Lösung mit einem
Server entsprechen.
6.5 Betreiberverein
Die Idee des Betreibervereins wurde beim Bau
des Netzes im Wohnheim Sedanstraße entwickelt und durch die Arbeit
des Betreibervereins in Lübeck verfeinert. Der Zweck des Vereins ist
dabei die Förderung von Bildung, Wissenschaft sowie internationaler
und fachbereichsübergreifender studentischer Kontakte durch den Aufbau
und den Betrieb derartiger Netzwerke in Studentenwohnanlagen. Die Gemeinnützigkeit
begründet sich durch den Vereinszweck. In den 2 Jahren, die der Verein
besteht, hat sich das Konzept bewährt. Der Verein trägt sich
finanziell selber, Entscheidungen können gefaßt werden, ein
juristischer Ansprechpartner für das Netz ist vorhanden. Die Zusammenarbeit
mit dem Studentenwerk und dem Rechenzentrum der Universität ist vorbildlich.
Eine Nachwuchsförderung bei Studienanfängern wird durchgeführt,
so daß jederzeit Vereins-, Vorstandsmitglieder und Netzwerkadministratoren
verfügbar sind.
Die Satzung des SedaNet e.V. wurde so
gestaltet, daß es möglich ist weitere Studentenwohnanlagen in
Osnabrück zu betreuen. Eine Alternative wäre die Gründung
weiterer Vereine für andere Wohnheime. Diese Lösung schafft jedoch
einige Schwierigkeiten: In erster Linie sind das der hohe Aufwand und die
lange Dauer einer Vereinsgründung. An zweiter Stelle lassen sich unter
allen Wohnheimen zusammen einfacher Vereins- und Vorstandmitglieder finden
als in jedem Wohnheim einzeln.
Es wäre jedoch sicherzustellen, daß
nicht der ganze Vorstand und alle Administratoren bei einer juristischen
Betreuung mehrerer Wohnheime weiterhin aus der Sedanstraße kommen.
Vielmehr müssen dann neue Vorstandswahlen unter Einbeziehung aller
neuen Mitglieder veranstaltet werden. Außerdem sollten alle betreuten
Wohnheime ihre eigenen Administratoren für Hard- und Software stellen.
Der jetzige Verein kann dem Studentenwerk
bei dem Netzaufbau beratend zu Seite stehen. Eine Übernahme von Arbeiten
wäre jedoch nur durch finanzielle Erstattung möglich, weil die
Administratoren der Sedanstraße bereits vollständig ausgelastet
sind. Wenn der SedaNet e.V. die Betreuung weiterer Wohnheime übernehmen
sollte, wäre es erforderlich, daß dem Verein seitens des Studentenwerkes
ein besserer Server- und Verwaltungsraum incl. Büroeinrichtung in
einem Gebäude (Wohnheim) des Studentenwerkes zur Verfügung gestellt
wird. Dort könnte man dann in brauchbaren Räumlichkeiten zu festen
Zeiten alle Anträge, Fragen und Nutzerprobleme bearbeiten. Auch kleine
Schulungen wären möglich.
Es hat sich gezeigt, daß die Verwaltung
(Antrag Netzanschluß, Auszug, Änderung MAC-Adresse,
usw.), die Serveradministration (Sicherheitslücken erkennen und beseitigen,
Software-Updates, Verbesserungen einbauen) und manchmal auch die Hilfe
bei der Installation der studentischen Rechner (IRQ-Probleme, Windows-Konflikte)
sehr viel Zeit bei den ehrenamtlichen Administratoren in Anspruch nehmen.
Aus diesem Grund gibt es Überlegungen manche Jobs zu bezahlen. Bei
einer Anzahl von fast 1500 zu verwaltenden Rechneranschlüssen wäre
dies finanziell als auch juristisch (Satzung) möglich. Das Vorgehen
bleibt jedoch dem Betreiberverein vorbehalten, der die finanziellen Mittel
durch einmalige Anschlußgebühren zur Verfügung stellen
könnte.
7. Zukunftsaussichten: was
wird in 10 Jahren sein ?
Prognosen in diese Richtung sind immer schwer
anzustellen. Die Entwicklungen auf dem Telekommunikatinsmarkt und das Internet
sind sehr schnellebig. Trotzdem lassen sich einige Ansätze erkennen
auf die man jetzt schon vorausschauend reagieren kann. Dazu gehört
mit Sicherheit die Tatsache der Geschwindigkeitssteigerung auf Leitungen,
die auf Dauer nur mit Glasfaserkabel zu bewältigen ist.
7.1 Vorlesungen über
das Internet / Multimedia
Dieses vielfach angeführte Argument macht
momentan nur an Fernuniversitäten Sinn. Normale Studierende nutzen
derzeit kaum solche Angebote, wenn sie denn überhaut verfügbar
sind. Z.B. funktionieren über 50% der Demonstrationsvorlesungen auf
der Internetseite von uni@home nicht. Jetzt und in den nächsten Jahren
wird es offenbar noch eine Zukunftsvision oder zumindest ein Forschungsprojekt
sein und bleiben, auch weil die Leitungs- und Serverkapazitäten für
Videoübertragungen einfach noch nicht vorhanden sind. Außerdem
kann eine Videoübertragung kaum in der Weise den Lehrstoff vermitteln
wie eine echte Vorlesung, das ist aber insbesondere von dem jeweiligen
Studierenden abhängig.
Gerade in Osnabrück, der Studienstandort
der hier behandelt wird, hat bisher noch kein Dozent ernthaftes Interesse
an derartigen Projekten geäußert. Während Videoübertragungen
im medizinischen Bereich eher Sinn machen, weil dort nicht jederzeit reproduzierbare
Bilder (z.B. von Operationen) zugänglich gemacht werden können,
gibt es in Osnabrück kaum ein Studienfach mit einem derartigen Interesse.
7.2 Zwei LWL-Fasern für
alles
Die Idee ist recht einfach: Eigentlich müßte
es möglich sein über 2 Lichtwellenleiter-Fasern sowohl Telefon,
schnelle Rechnerdaten als auch Kabelfernsehen zu übertragen. Während
sowohl Entwicklungen gemacht wurden Telefon in das Rechnernetzwerk zu integrieren
(IP oder ATM Telefonie, Kapitel 4.222)
als auch das Telefonnetz für schnelle Datenübertragung zu nutzen
(SDH, Kapitel 4.13), ist eine Integration
von Kabelfernsehen noch eher schwierig.
Welches Verfahren sich für die Kombination
aus Telefonie und Datennetz letztendlich durchsetzen wird, ist augenblicklich
von ausführlichen Praxistests und Marketingstrategien abhängig.
Es ist jedoch nicht damit zu rechnen, daß sich ein Verfahren zügig
durchsetzt. Dafür ist der Bedarf an einer Dienstkombination momentan
zu gering. Das Verlegen eines separaten Telefonnetzes stellt keinen wesentlichen
Aufwand dar, drahtlose Telefonie hat den Aufwand nochmal wesentlich verringert.
Die aktuelle Möglichkeit Kabelfernsehen
über LWL zu übertragen läßt sich aufgrund der Modulation
des Kabelfernsehbandes in die Frequenzlage nicht, oder nur mit großem
Aufwand, mit Datendiensten auf einer Leitung kombinieren. Mit der Umstellung
auf digitales Fernsehen (DVB) wäre eine Kombination
wesentlich einfacher möglich. Die Daten würden dann vor der Modulation
in den Fernsehkanal, noch als reines Datensignal, durch die LWL-Faser übertragen.
Die für Fernsehen erforderliche Geschwindigkeit ist jedoch enorm (ca.
5 Mbit/s für ein Fernsehprogramm). Aus diesem Grund ist für eine
Kombination aller Dienste mindestens Gigabit-Ethernet oder ein vergleichbar
schnelles synchrones Verfahren erforderlich. Die nötigen End- oder
Adaptergeräte für einen solchen Zweck müssen aber erst noch
entwickelt werden und sich auch preislich am Markt durchsetzen. Das kann
noch viele Jahre dauern, solange wird es für die 3 Dienste vermutlich
getrennte Leitungswege geben.
8. Wirtschaftliche Betrachtung
Für das Studentenwerk Osnabrück
als erster Geldgeber steht die Finanzierbarkeit aller Projekte im Vordergrund.
Das nun folgende Kapitel beschäftigt sich mit diesen Betrachtungen.
So weit wie möglich wurden für alle Produkte und Dienstleitungen,
die benötigt werden, Angebote eingeholt bzw. realistische Listenpreise
verwendet. Teilweise war dies aber zu aufwendig und der Preis kann hinreichend
genau abgeschätzt werden. Als Nutzungdauer wird immer 5 Jahre angenommen,
obwohl die Systeme wahrscheinlich sehr viel länger nutzbar sind. Oft
ist nach diesem Zeitraum aber die Technologie so weit fortgeschritten,
daß zumindest umfangreiche Erweiterungen nötig sind. Alle angegebenen
Preise enthalten keine Mehrwertsteuer.
8.1 Ab wann lohnt
sich eine Satellitenempfangsanlage statt Kabelfernsehen ?
Bei den Lösungen für Satellitenempfang
über eine Umsetzeranlage (privates Kabelfernsehen) handelt es sich
um eine Alternativlösung zum öffentlichen Kabelfernsehen (Kabelcom
Osnabrück). Wohnheime, die an die private Anlage angeschaltet werden,
brauchen dann keine Gebühren mehr an die Kabelcom bezahlen. Dieses
Geld kann zur Finanzierung des privaten Kabelfersehens verwendet werden.
In Kapitel 3.332 wurde eine sehr umfangreiche Kopfstelle
projektiert wie sie zur Versorgung von mehreren Wohnheimen geeignet ist.
Folgende Kosten fallen für diese Kopfstelle, den Betrieb und die Übertragung
über Lichtwellenleiter in mehrere Wohnheime im Stadtgebiet an:
| Kopfstellenkomponenten nach Kapitel 3.332 |
DM 50.000,- |
| fachgerechte Montage der Anlage |
DM 5.000,- |
| Wartung der Anlage für 5 Jahre |
DM 2.500,- |
| Erweiterung der Anlage für DVB (15 Pakete)
in 2 Jahren |
DM 28.350,- |
| Ersatzteile und Reparaturen bei defekten Komponenten |
DM 4.000,- |
| Optischer Sender |
DM 18.318,- |
| optische Splitter zur Signalaufteilung (10 Stück) |
DM 3.000,- |
| optische Empfänger für 10 Wohnheime |
DM 13.500,- |
| Unvorhergesehenes |
DM 5.000,- |
| Gesamtkosten für 5 Jahre |
DM 129.668,- |
Abb. 39: Gesamtkosten eines privaten Kabelfernsehsystemes in 10
Wohnheimen
Üblicherweise bezahlen Studierende
pro Wohnheimzimmer in einem langjährigen Vertrag ca. DM 5,- pro Monat.
Der Betrag wird meistens mit der Miete eingezogen. Dividiert man die Gesamtkosten
durch DM 5,-, durch 5 Jahre und durch 12 Monate, stellt man fest, daß
432 Studierende an die Anlage angeschlossen werden müssen, die vorher
öffentliches Kabelfernsehen bezogen hatten, damit kein Verlust entsteht.
Die in der Tabellen erwähnten 10
Wohnheime wären Sedanstraße, Natruper Straße, Blumenmorgen,
Jahnstraße, Jahnplatz, Wörthstraße, Leggeweg, Salzmarkt,
Wiesenstraße und Kommenderiestraße. Die Studierenden in den
ersten beiden Wohnheimen bezahlen augenblicklich aber keine Kabelfernsehgebühr,
so daß sich auch keine Einsparung ergibt, diese ist damit nur mit
727 Plätzen in den letzten 8 Wohnheimen möglich. Aber auch damit
ergibt sich, verglichen mit 432 benötigten Plätzen, ein deutlicher
Sicherheitsüberhang in der Finanzierung.
In der Gegenrechnung dividiert man die
Gesamtkosten durch 727 Plätze und DM 5,-. Es ergeben sich 35 Monate,
also 2 Jahre und 11 Monate, ein Zeitraum nachdem die Umsetzer- und Verteilanlage
gewinnbringend arbeiten würde.
Prinzipiell wäre es auch möglich
kleinere, einfachere Umsetzeranlagen für z.B. nur ein Wohnheim zu
installieren. Bei der Projektierung wurde dies erwähnt. Im Wohnheim
Sedanstraße versorgt z.B. eine sehr kleine Anlage das Wohnheim mit
Fernseh- und Radioprogrammen. Je nach Anlage sind 150 bis 250 Teilnehmer
erfoderlich, um in 5 Jahren eine gewinnbringende Funktion zu erreichen.
Die oben betrachtete Lösung erreicht
allerdings eine höhere Sicherheit, weil die Technologie unanfälliger
ist und bei den Gesamtkosten ein Überhang von ca. 85% verfügbar
ist. Dieser könnte dazu gebraucht werden, um die Anlage zu erweitern,
wenn sich die neuen Übertragungsverfahren DVB und
DAB
unerwartet schnell durchsetzen sollten. Auch könnten noch spezielle
Fernsehkanäle (für ausländische Gaststudierende oder Lerngruppen)
zusätzlich eingespeist werden.
8.2 Was kostet ein Osnabrücker
Studentennetz und wer bezahlt ?
Bei der Finanzierung eines Osnabrücker
Studentennetzes (Rechnernetz) können verschiedene Ansätze verfolgt
werden. Im Endeffekt wird es auf eine Mischfinanzierung aus vielen Modellen
hinauslaufen. Es ist dabei sehr sinnvoll, daß die Koordinierung der
Finanzierung das Studentenwerk übernimmt, weil studentische Initiativen
immer einer hohen Fluktuation unterworfen sind und damit eine Finanzierung
nicht immer gesichert ist. Von utopischen Ideen, wie ein ganzes Netz durch
Zuschüsse oder Sponsoren finanzieren zu lassen, sollte lieber generell
abgesehen werden, weil die Erfahrung zeigt (Sedanstraße), daß
man sich damit nur viel Arbeit und Probleme einhandelt. Vielmehr sollte
wirklich der Großteil der Kosten von denen getragen werden, die nachher
den Nutzen haben: Das sind in erster Linie die Studierenden, aber auch
das Studentenwerk (bessere Vermietungsmöglichkeiten und Wertsteigerung),
die Universität und die Fachhochschule (Entlastung eigener EDV-Pools).
8.21 Wieviel kann / muß
ein Student beisteuern ?
Das ist eine Frage, die sehr schwer zu beantworten
ist. Studierende verfügen über sehr unterschiedliche finanzielle
Mittel. Dadurch entsteht natürlich eine soziale Ungerechtigkeit, je
höher die Geldbeträge angesetzt werden, um ein Studentennetz
zu finanzieren.
Es kann aber grundsätzlich davon
ausgegangen werden, daß jeder Studierender während des Studiums
früher oder später auf das Hochschulnetz / Internet zugreifen
muß. Natürlich kann das grundsätzlich auch im EDV-Pool
stattfinden, würden alle Studierenden diesen Service in Anspruch nehmen,
wären die Pools aber nochmal doppelt so voll (Wartezeiten) wie das
jetzt schon der Fall ist.
Besser zu vergleichen ist die Einwahl
an der Universität per Modem. Dafür ist in erster Linie ein Modem
erforderlich, das ca. DM 100,- kostet. Desweiteren fallen Telefongebühren
an, die in der monatlichen Summe natürlich stark schwanken. Durchschnittliche
Erfahrungswerte liegen zwischen DM 10,- und DM 40,-. Auch hat ein Studierender
durch ein festes Studentennetz einen Kommunikationsvorteil, der sich meist
in einer geringeren Telefonrechnung äußert; viele Gespräche
lassen sich nämlich durch das Versenden von E-Mails einsparen.
Die einmaligen Kosten (Vergleich Modem)
fallen bei einem Anschluß in einem Studentennetz auch an (Netzwerkkarte,
Verwaltungsgebühr [Betreiberverein: auch Wartungskosten], Anschlußkabel).
Die monatlichen Kosten können zwischen DM 5,- und DM 20,- angesiedelt
werden (ohne Telefon und Kabelfernsehen !), weil die Geschwindigkeit im
Vergleich zum Modem deutlich höher ist, die angebotenen Dienste vielseitiger
sind und der Beitrag nicht abhängig von von der Zeit der Inanspruchnahme
ist.
In Kapitel 5. wurden
Vergleiche mit anderen Städten angeführt. Im Vergleich mit Münster,
wo bei einer langsamen ISDN-Standleitung ca. DM 13,-
und bei einem ADSL-Anschluß ca. DM 55,- verlangt
werden (Sozialanschluß nicht berücksichtigt !), und Hannover
mit pauschalen monatlichen DM 30,-, würde Osnabrück mit maximal
monatlichen DM 20,- für einen 10 oder 100 Mbit/s Anschluß sich
ganz unten im Preisniveau ansiedeln.
8.22 Vorfinanzierung und
Mieterhöhung
Bei der monatlichen Finanzierung stellt sich
die Frage, ob der Betrag von allen in dem beteffendem Wohnheim wohnenden
Studierenden abgeführt werden sollte oder nur von den an das Netz
angeschlossenen Bewohnern. Beide Finanzzierungsformen haben Vor- und Nachteile:
Vorteile für den Einzug der Netzgebühren
von allen Bewohnern:
-
Wenig Verwaltungsaufwand, weil einfach eine
Mieterhöhung erfolgen kann
-
Unabhängigkeit der Finanzierung von der
Anzahl der angeschlossenen Studierenden
-
Es finden keine Betrugsversuche durch Untervermietung
von Netzanschlüssen statt
Vorteile für den Einzug von Netzwerkgebühren
nur von angeschlossenen Bewohnern:
-
Bewohner ohne Netzinteresse brauchen nicht
für andere mitbezahlen
-
Die Mietkosten in den Wohnheimen bleiben durch
die Ausweisung eines "Netzwerkzuschusses" transparent niedrig
Natürlich ist auch eine Mischfinanzierung
zwischen den beiden Möglichkeiten machbar. Weil dieses allerdings
erneut zusätzlichen Verwaltungsaufwand nach sich ziehen würde,
ist eine allgemeine Mieterhöhung praxisnäher. Studierende, die
kein Interesse an einem Netzanschluß haben, steht es frei in ein
Wohnheim ohne diese Möglichkeit (weiterhin viele kleine Wohnheime
in Osnabrück) einzuziehen oder nach einem Privatzimmer Ausschau zu
halten. Eine Art Netzpflicht, wie Kritiker es gerne bezeichnen, besteht
also nach wie vor nicht.
Um überhaupt erstmal ein Netzwerk
errichten zu können, müßten sämtliche Baukosten, die
später durch monatliche Einnahmen finanziert würden, als Vorausleistung
zur Verfügung stehen. Private Kredite oder eine Investition des Studentenwerkes
stehen dabei zur Auswahl. Wenn es irgendwie wirtschaftlich möglich
ist, sollte auf privaten Kredite, die im Normalfall nicht zinslos sind,
verzichtet werden. Steht in einem Jahr nicht ausreichend Kapital zur Vorfinanzierung
zur Verfügung, könnte das Gesamtprojekt auch auf mehrere Jahre
verteilt werden. Resonanzen aus den Wohnheimen können dann natürlich
in die aktuelle Planung mit einfließen und diese optimieren.
8.23 Sponsorenfinanzierung
Sicher ist es an der einen oder anderen Stelle
möglich Sponsoren, insbesondere gegen Aushändigung einer Spendenquittung
für das Finanzamt und einer Erwähnung auf der Homepage des Netzwerkes,
für die Investition in das Projekt zu finden. Oft steht der Aufwand,
der für die Sponsorensuche nötig ist, aber in keinem Verhältnis
zum Nutzen der Aktion. Weitere Nachteile haben sich herauskristallisiert:
Garantieansprüche sind nicht stellbar und meist wird nur ein ähnliches
Produkt geliefert wie gebraucht wird. Auf keinen Fall darf man bei der
Gesamtkalkulation von einem festen Prozentsatz ausgehen, der durch Sponsoren
finanziert werden soll. Auf diesem Weg wird man schnell bei der Suche scheitern.
Diese Studentenwohnheimprojekte sind auch für Firmen lange nicht mehr
so werbewirksam wie noch vor einigen Jahren. Das stellt das wesentliche
Problem dar.
8.24 Inhausverkabelung:
viele Möglichkeiten, unterschiedlich teuer
Gerade die Inhausverkabelung läßt
unwahrscheinlich viel Spielraum für Variationen. In diesem Bereich
können nämlich auch Arbeiten durch studentische Hilfekräfte
(ca. DM 20 pro Stunde) erfolgen. Die Fachhochschule vergibt Verkabelungsarbeiten
auch gerne auf diese Weise. Desweiteren kann mit einer gewissen Eigenleistung
der Wohnheimsbewohner gerechnet werden, damit wurden im Wohnheim Sedanstraße
sehr gute Erfahrungen gemacht. Voraussetzung für beides ist aber eine
kundige Bauleitung, die alle Arbeiten vorbereitet und betreut.
Die Kosten für die Inhausverkabelung
pro Wohnheim splitten sich grundsätzlich in Materialkosten und Arbeitskosten.
Die Materialkosten lassen sich nach gängigen Preislisten leicht errechnen,
bei der Ermittlung der Arbeitskosten ist viel Erfahrung nötig, Angebote
von Netzwerkfirmen sind in der Beziehung meist auch nicht konkret und enthalten
nur den Stundenlohn der Facharbeiter.
Folgende Arbeiten sollten unbedingt durch
Fachfirmen durchgeführt werden:
-
Installation der benötigten 230V Anschlüsse
und Erdungsleitungen
-
Kabeldurchführungen an Brandschutzmauern
-
Vertikale und horizontale Betondurchbrüche
(Bohrungen und Kernbohrungen)
-
Spleißung und Steckermontage an Lichtwellenleitern
Folgende Arbeiten können auch durch studentische
Hilfskräfte oder in Eigenleistung erledigt werden:
-
Installation von Kabelkanälen aus Kunststoff
oder Metall auf Putz oder Holz
-
Einziehen von Kupfer- oder Lichtwellenleiterkabeln
in Leerrohre und Kabelkanäle
-
Installation von Netzwerksteckdosen
-
Auflegen von Kupferkabeln auf Steckdosen und
Patch-Panels
-
Kontrollmessung von Kupferkabeln mit einem
LAN-Meter
-
Installation von Netzwerkschränken incl.
aktiver Komponenten
-
Verlegen von Erdleitungen zwischen Wohnheimhäusern
Am Ende der einzelnen Unterkapitel von Kapitel
9. erfolgt eine genaue Kalkulation für das jeweilige Wohnheim.
Alle Material- und Arbeitskosten sind dort einzeln aufgeführt. Absichtlich
ist dort ein eventuell möglich unendgeltlicher Arbeitseinsatz von
Wohnheimbewohnern nicht mit eingerechnet. Dieser wäre zwar zu begrüßen,
kann aber nicht vorausgesetzt werden.
Sollen alle Arbeiten durch professionelle
Firmen durchgeführt werden (keine studentischen Hilfskräfte),
muß mit einem vierfachen Studentenlohn gerechnet werden (DM 80,-
anstatt DM 20,-).
8.25 Kosten der WAN-Anbindungen
Die WAN-Lösungsmöglichkeiten
aus
Kapitel 4.162 müssen an dieser Stelle verglichen
werden. Für die Auswahl der optimalen Lösung ist dabei in erster
Linie der Preis ausschlaggebend, jedoch spielen auch Gründe der Betriebssicherheit
und natürlich die Geschwindigkeit eine Rolle. Folgende Kosten fallen
bei den einzelnen Verfahren an:
-
Funk-Bridge (11 Mbit/s)
-
Gerätekosten: DM 14.580,- (5 km), DM
12.380,- (2 km)
-
Installationskosten: ca. DM 500,-
-
Laser-Link (100 Mbit/s)
-
Gerätekosten: DM 79.900,- (5 km), DM
60.900,- (2 km)
-
Installationskosten: ca. DM 1000,-
-
LWL-Mietleitung: Single-Mode, 2 Fasern
-
einmalige Bereitstellungskosten: entfallen
bei 5 Jahre Mietzeit
-
monatlicher Mietpreis: stark unterschiedlich
-
Gerätekosten: 2 x Medienwandler SingleMode
100Mbit/s, DM 2328,-
-
ADSL-Mietleitung: ein Kupferpaar
-
einmalige Bereitstellungskosten: entfallen
bei 5 Jahre Mietzeit
-
monatlicher Mietpreis: stark unterschiedlich
-
Gerätekosten: 2 x xDSL Router, ca. DM
5000,-
-
LWL-Neuverlegung: Single-Mode, 12 Fasern
-
Kabelkosten: DM 4,30 pro Meter
-
Verlegekosten:
In vorhandenes Erd-Leerrohr einziehen:
ca. DM 7,80 pro Meter
Kabel unterhalb des Gehweges neu verlegen:
ca. DM 91,50 pro Meter
Straßenüberquerung mit einem
Kabel: ca. DM 6000,-
Hausanschluß herstellen (Gas- und
Wasserdicht): ca. DM 1800,-
-
Spleißungen (Hausanschluß oder
Muffe): ca. DM 1000,- pro Stück
-
Gerätekosten: 2 x Medienwandler SingleMode
100Mbit/s, DM 2328,-
Für die Möglichkeiten zur Anbindung
der einzelnen Wohnheime ergeben sich daraus folgende Preisunterschiede
(bei monatlichen Kosten: für 5 Jahre mit eingerechnet):
| Wohnheim |
Anbindungart |
Gesamtkosten |
optimale Lösung |
| Blumenmorgen |
LWL-Neuverlegung |
DM 62.653,-
(Kooperation FH) |
X |
| " |
LWL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| " |
Laser-Link |
DM 80.900,- |
- |
| Rostocker Straße |
LWL-Neuverlegung |
DM 48.393,- |
X |
| " |
Funk-Bridge |
DM 12.880,- |
- |
| Salzmarkt |
LWL-Neuverlegung |
DM 10.768,- |
X |
| " |
LWL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| Jahnstraße |
LWL-Neuverlegung |
DM 26.533,-
(Kooperation Uni) |
X |
| " |
LWL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| Jahnplatz |
LWL-Neu -> Jahnstraße |
DM 10.928,- |
X |
| " |
Laser-Link |
DM 61.900,- |
- |
| Natruper Straße |
LWL-Neuverlegung |
DM 11.978,- |
X |
| " |
LWL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| " |
xDSL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| Wörthstraße |
LWL-Neuverlegung |
DM 25.743,- |
X |
| " |
LWL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| " |
xDSL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| Leggeweg |
LWL-Neu -> Wörthstraße |
DM 13.528,- |
X |
| Klushügel |
LWL-Neuverlegung |
DM 33.548,- |
X |
| " |
LWL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| " |
Funk-Bridge -> Lüstringer |
DM 12.880,- |
- |
| Lüstringer Straße |
LWL-Neu -> Klushügel |
DM 40.878,- |
X |
| " |
Funk-Bridge |
DM 15.080,- |
- |
| Kommenderiestraße |
LWL-Neuverlegung |
DM 30.208,- |
X |
| " |
LWL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| " |
xDSL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| " |
Funk-Bridge |
DM 12.880,- |
- |
| Wiesenstraße |
LWL-Neu -> Kommenderie. |
DM 24.088,- |
X |
| Dodesheide |
LWL-Neuverlegung |
DM 107.113,- |
X |
| " |
LWL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| " |
xDSL-Mietleitung |
DM nicht öffentlich |
- |
| " |
Laser-Link und LWL-Abzweig |
ca. DM 95.000,- |
- |
| alle Wohnheime |
WAN-Kosten |
DM 446.359,- |
selektiv |
Abb. 40: Kosten der möglichen WAN-Anbindungen
Es wird ganz deutlich, daß
es sich bei der Neuverlegung von LWL-Kabeln um die meist preiswerteste
und immer zuverlässigste Lösung handelt. Insbesonder entsteht
ein homogenes Netz, was nahezu keine Wartungsarbeiten erfordert. Jedoch
müssen alle Kosten auf viele Jahre vorfinanziert und die Verlegearbeiten
koordiniert werden. Auch handelt es sich bei den in der Tabelle angegebenen
Preisen um Schätzpreise, weil die Angebote der Tiefbauunternehmen
sehr stark schwanken. An dieser Stelle besteht Handlungsbedarf. Es müssen
noch einige Angebote für die Verlegearbeiten im Erdreich und in den
Schächten und Rohren eingeholt werden. Aufgrund der zeitlichen Begrenzung
dieser Diplomarbeit, war dies leider nicht möglich; die Angebotserstellung
der Tiefbaufirmen dauert zu lange. Es sind sowohl preisgünstigere
als auch teurere Angebote zu erwarten.
9. Konkrete Planungen für
Inhausverkabelung
Aufgabe der Detailplanungen ist es für
jedes Haus die optimale Verkabelungsstrategie zu finden. Dabei wird in
erster Linie auf die Belastung des Gebäudes Rücksicht genommen,
was normalerweise gleichzeitig den Arbeitsaufwand minimiert. Konkret bedeutet
das alle vorhandenen Leerrohre und Kabelschächte zu nutzen, auch wenn
dadurch der Gesamtpreis ansteigt, und nur im Notfall eigene Kabeltragsysteme
zu installieren.
Aus Kostengründen kann eine durchgehende
Installation von Lichtwellenleitern (Fiber to desk) bis in das Wohnheimzimmer
nur in wenigen Wohnheimen durchgeführt werden. Die Preise der aktiven
Komponenten (Medienwandler) fallen jedoch jede Woche, so daß diese
Technologie wenigstens in Wohnheimen angewendet werden kann, wo die Leerohre
für KAT6-Kupferleitungen zu dünn sind.
9.1 Wohnheim Jahnplatz
Bei der Planung des Wohnheimes am Jahnplatz
kann teilweise auf die Vorarbeit der gescheiterten Arbeitsgruppe zurückgegriffen
werden. Allgemein soll eine LAN-Verkabelung auf Basis
von 10BaseT / 100BaseTX
erfolgen. Inclusiv Hausmeister-Büro sind 257 Anschlüsse vorzusehen.
Dabei würden alle Einzelzimmer eine Anschlußsteckdose erhalten.
Bei Appartments würde die Montage einer Steckdose im Wohnzimmer (Erdgeschoß)
erfolgen. Der Baukomplex besteht aus 2 unterschiedlichen Teilen:
-
Die alten Fabrik, die den Außenring
bildet
-
Innen liegende Anbauten
Alle Gebäude sind 2 stöckig. Aufgrund
der vorgesehenen Sternverteiler (Switch HP Procurve 4000M), die pro Stück
maximal 80 10/100 Mbit/s Ports zulassen, wird eine Lösung mit 4 Verteilerschränken
angestrebt. Die maximale Leitungslänge von 100m ließe sich dann
auch problemlos einhalten.
Im Außenring wird zur Leitungsverlegung
der Kriechkeller benutzt. Von dort würden Bohrungen mit einem Durchmesser
von 16mm in das Erdgeschoß geschaffen, um 2 Leitungen dorthin zu
verlegen. Eine Leitung würde hier aufgelegt, die zweite Leitung durch
weißen Kabelkanal an der Wand hochverlegt und mittels einer 9mm Bohrung
bis in das 1. Stockwerk geführt. Auch dort würde die Montage
einer Netzwerksteckdose erfolgen. Zu den 4 Verteilerschränken, die
im Erdgeschoß entweder in Abstellräumen oder unter Treppenaufgängen
montiert würden, erfolgt die Leitungsverlegung durch Kernbohrungen.
Für den Kabelübergang vom Außenring zu den inneren Anbauten
werden auch noch 4 Kernbohrungen benötigt, durch die die Leitungen
schließlich in die abgehängten Lamellendecken der innen liegenden
Anbauten geführt werden. Von dort erfolgt eine Steckdosenmontage entweder
direkt, indem die Netzwerkleitung bis auf die Steckdosenhöhe mit Hilfe
von Kabelkanal verlegt wird (Erdgeschoß), oder durch 9mm Bohrungen
in das 1. Stockwerk.
Im Bereich des Hausmeisterbüros ist
auch eine Kabelverlegung über den Dachboden möglich. Das bietet
sich insbesondere für die 5 einzelnen Zimmer über der Hausmeisterwohnung
an. Die Verbindung der Verteilerschränke erfolgt über Multi-Mode
LWL, wobei die Stecker direkt auf das Volladerkabel montiert werden, was
auch zur Verlegung im Kriechkeller benutzt wird. Dort werden alle Leitungen
mit Hilfe von Kabelbindern an den dort verlegten Abflußleitungen
befestigt.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 257 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 3.855,- |
| 16000m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 12.480,- |
| 12 |
19" Patch-Panel KAT6 24xRJ45 |
DM 2.400,- |
| 4 |
19" Netzwerkwandschrank 12 HE incl. Schließung |
DM 1.597,- |
| 4 |
Switch HP Procurve 4000M incl. 40 x 10/100 RJ45 |
DM 18.040,- |
| 14 |
Module 8 x 10/100 RJ45 für HP Procurve |
DM 11.620,- |
| 6 |
Medienkonverter 100BaseTX <-> 100BaseFX MM |
DM 2.226,- |
| 4 |
Installation Erdung und 230V Anschluß |
DM 4.000,- |
| 300m |
Vollader LWL Leitung MM, 8 oder 4 Fasern |
DM 1.560,- |
| 20 |
Steckermontage LWL und OTDR-Messung |
DM 500,- |
| 600m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x30 |
DM 660,- |
| 257 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 1.542,- |
| 80 |
Bohrungen 16mm in Beton |
DM 5.200,- |
| 123 |
Bohrungen 9mm in Beton |
DM 3.936,- |
| 8 |
Kernbohrungen in Beton |
DM 2.000,- |
| 257 |
Verlegen KAT6 Leitung, Installation Kabelkanal, Steckdosenmontage,
Auflegen KAT6, Kontrollmessung (5 Stunden / DM 20,-) |
DM 25.700,- |
| 4 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 2.000,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 15.000,- |
|
Gesamtkosten Jahnplatz LAN |
DM114.316,- |
Abb. 41: Kalkulation Jahnplatz-LAN
9.2 Wohnheim Salzmarkt
Das relativ neue Wohnheim / -haus Salzmarkt
enthält eine Vielzahl von Schächten und Rohren, die zur Kabelverlegung
genutzt werden können. Problematisch ist aber immer vollständig
auf die Montage von zusätzlichem Kabelkanal zu verzichten, was besonders
bei diesem Wohnheim (rein optisch) anzustreben ist. Der Komplex, der baulich
in 2 eigenständige Häuser aufgeteilt ist, enthält insgesamt
31 Wohngemeinschaften mit je 2 bis 9 anzuschließenden Zimmern. Jeweils
im Flur jeder Wohngemeinschaft befindet sich ein Telefonverteilerkasten,
in dem alle Leerrohre, in denen für ein weiteres Kabel (Kat6, S/UTP)
noch Platz ist, aus den Zimmern zusammenlaufen. Von dort verbindet ein
weiteres Leerohr, in dem weit weniger Platz verfügbar ist, die jeweilige
Wohngemeinschaft mit dem Versorgungsraum. In dieses Leerrohr kann zwar
auch ein weiteres Kabel eingezogen werde, dabei kommt aber aufgrund des
geringen Platzes nur LWL in Frage.
Die Zimmer in den 2er und 3er Wohngemeinschaften
sind sinnvollerweise direkt, durch den Verteilerkasten hindurch, mit LWL-Kabel
(Duplex Leitung oder 900µm ummantelte Einzelfaser) mit dem Versorgungsraum
des Hauses zu verbinden. Die Zimmer in den 4er, 6er, 7er und 9er Wohngemeinschaften
sollten über KAT6 mit dem Verteilerkasten im jeweiligen Flur verbunden,
dort über einen Switch konzentriert und über LWL-Kabel (Duplex
Leitung oder ummantelte Einzelfaser) mit dem Versorgungsraum des Hauses
verbunden werden. Nur durch die gemischte Verkabelungslösung lassen
sich Stemm- und Bohrarbeiten weitgehend vermeiden. In den meisten Wohngemeinschaften
(außer den beiden 9er) müßten entgegen den Aussagen in
Kapitel
6.2 Switches ohne Managementfunktion eingebaut werden, weil kleine
Switches mit dem Sicherheitsmanagement nicht verfügbar sind. Die Verwendung
einer falschen Identität im Netz kann dann zwar nicht mehr 100% tig
unterbunden werden, aber ein Abhören (Sniffing) ist nach wie vor nicht
möglich. Die beide Netzwerkschränke in den Versorgungsräumen
im Erdgeschoß der beiden Häuser könnten über den Dachboden
verbunden werden, LWL eignet sich für diesen
Backbone
auch bestens. Als Weg bietet sich ein vertikaler Versorgungsschacht an,
der gut zugänglich ist.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 54 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 810,- |
| 1080m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 842,- |
| 12 |
Patch-Panel KAT6 6xRJ45 |
DM 828,- |
| 2 |
19" Netzwerkstandverteiler 28 HE incl. Schließung |
DM 1.990,- |
| 2 |
Switch HP Procurve 4000M incl. 40 x 10/100 RJ45 |
DM 9.020,- |
| 2 |
Switch HP Procurve 1600M incl. 16 x 10/100 RJ45 |
DM 4.218,- |
| 7 |
Switch HP Procurve 408 |
DM 3.108,- |
| 62 |
Medienkonverter 100BaseTX <-> 100BaseFX MM |
DM 15.934,- |
| 2 |
Installation 230V Anschluß |
DM 500,- |
| 5000m |
LWL Leitung MM, ummantelte Einzelfaser 900µm |
DM 2.500,- |
| 240 |
Steckermontage LWL und OTDR-Messung |
DM 6.000,- |
| 50 |
LWL Anschlußsteckdose 1xSC Duplex |
DM 1.000,- |
| 116 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 696,- |
| 104 |
Verlegen KAT6 Leitung, Verlegen LWL Leitung, Steckdosenmontage,
Auflegen KAT6, Kontrollmessung (10 Stunden / DM 20,-) |
DM 20.800,- |
| 2 |
Installation Netzwerkschrank |
DM 1.000,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 5.000,- |
|
Gesamtkosten Salzmarkt LAN |
DM 74.246,- |
Abb. 42: Kalkulation Salzmarkt-LAN
9.3 Wohnheim Dodesheide
Das Wohnheim Dodesheide ist in Container-Leichtbauweise
erstellt und auf einem Kriechkeller errichtet. Dadurch ist es relativ einfach
möglich das gesamte Wohnheim mit Hilfe von KAT6-Leitung auszustatten.
An den Außenwänden lassen sich an jedem Komplex Blechplatten
abschrauben unter denen die Leitungen aus dem jeweiligen Erdgeschoß-
und 1.Stockwerkzimmer in den Kriechkeller verlegt werden können. Dort
würden alle Leitungen gebündelt und an einer Stelle zu dem zentralen
Verteilerraum im Gebäude (Putzraum) geführt. Insgesamt existieren
5 solche Komplexe, die sich nur sehr geringfügig unterscheiden.
Untereinander würden die Gebäudekomplexe
durch die Kriechkeller oder Leerrohre mit Hilfe von LWL-Leitung verbunden
werden. Wenn dies an einer Stelle ausnahmsweise nicht möglich ist,
könnte dort relativ einfach eine Leitung unter der Erde verlegt werden.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 212 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 3.180,- |
| 13000m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 10.140,- |
| 10 |
19" Patch-Panel KAT6 24xRJ45 |
DM 2.000,- |
| 5 |
19" Netzwerkwandschrank 12 HE incl. Schließung |
DM 1.996,- |
| 5 |
Switch HP Procurve 4000M incl. 40 x 10/100 RJ45 |
DM 22.550,- |
| 3 |
Module 8 x 10/100 RJ45 für HP Procurve |
DM 2.490,- |
| 1 |
Modul 4 x 100BaseFX für HP Procurve |
DM 1.399,- |
| 4 |
Medienkonverter 100BaseTX <-> 100BaseFX MM |
DM 1.484,- |
| 5 |
Installation Erdung und 230V Anschluß |
DM 5.000,- |
| 300m |
Vollader LWL Leitung MM, 4 Fasern |
DM 1.560,- |
| 20 |
Steckermontage LWL und OTDR-Messung |
DM 500,- |
| 175m |
Kabeltragsystem Stahl verzinkt |
DM 2.888,- |
| 212 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 1.272,- |
| 212 |
Verlegen KAT6 Leitung, Installation Kabeltragsystem, Mauerdurchführung,
Steckdosenmontage, Auflegen KAT6, Kontrollmessung (6 Stunden / DM 20,-) |
DM 25.440,- |
| 5 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 2.500,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 15.000,- |
|
Gesamtkosten Dodesheide LAN |
DM 99.399,- |
Abb. 43: Kalkulation Dodesheide-LAN
9.4 Wohnheim Jahnstraße
Eigentlich müßte die Verlegung
von Netzwerkleitungen im Wohnheim Jahnstraße aufgrund der viele Schächte
und Leerrohre problemlos sein. Bei der näheren Betrachtung fallen
aber viele Punkte auf, die eine Leerohrnutzung verhindern können.
Insgesamt verläuft von jedem Zimmer unter dem Fußboden hindurch
ein Leerrohr zum zentralen Versorgungsschacht des jeweilige Hauses, was
augenblicklich ausschließlich ein Telefonkabel enthält. Wenn
keine Hindernisse übersehen wurden, müßte es möglich
sein ein zusätzliches KAT6-Kabel mit in das Leerrohr einzuziehen.
Alle 13 Kabel pro Haus würden dann im Versorgungsschacht gebündelt
und zusammen in den Versorgungskeller des Hauses geführt. Dieses Verfahren
sollte vor dem Beginn der Bauarbeiten einmal getestet werden !
Sollte der Platz im Leerrohr widererwartend
nicht ausreichen, könnte als Alternative das Telefonkabel entfernt
und durch ein KAT6 S/STP Kabel ersetzt werden. Über die verschiedenen
Kupferpaare in dem Kabel könnten dann sowohl Telefon als auch Rechnerdaten
übertragen werden. Eine Nutzung von Gigabit-Ethernet in einigen Jahre
wäre aber nicht möglich. Als letzte Alternativlösung käme
dann noch die Verkabelung mit Duplex-LWL-Leitung (dünner als KAT6)
in Frage, die aber erheblich höhere Kosten verursacht und deshalb
nur als letzte Lösung angesehen werden sollte.
In den 8 Häusern müßten
2 Standorte für Verteilerschränke bestimmt werden. Dafür
eignen sich hervorragend die Versorgungskeller, weil dort auch der Versorgungsschacht
des Hauses endet. Zwischen den Häusern müßten die Leitungen
durch Kernbohrungen in den Brandschutzwänden verlegt werden, die anschließend
wieder fachgerecht (Brandabschottungen) zu verschließen sind. Weil
nur in 2 Häusern Verteilerschränke stehen, müssen die Leitungen
von den Zimmern teilweise mehrer Keller durchqueren, die 100m Längenbeschränkung
läßt sich aber einhalten. Die 2 Verteilerschränke können
deshalb auch über KAT6 verbunden werden.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 104 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 1.560,- |
| 8300m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 6.489,- |
| 5 |
19" Patch-Panel KAT6 24xRJ45 |
DM 1.000,- |
| 2 |
19" Netzwerkwandschrank 12 HE incl. Schließung |
DM 798,- |
| 2 |
Switch HP Procurve 4000M incl. 40 x 10/100 RJ45 |
DM 9.020,- |
| 4 |
Module 8 x 10/100 RJ45 für HP Procurve |
DM 3.320,- |
| 2 |
Installation Erdung und 230V Anschluß |
DM 2.000,- |
| 107 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 642,- |
| 64m |
Kabeltragsystem Stahl verzinkt |
DM 1.056,- |
| 7 |
Kernbohrungen in Beton |
DM 700,- |
| 7 |
Brandabschottungen zur Kabeldurchführung incl. Montage |
DM 940,- |
| 104 |
Verlegen KAT6 Leitung, Installation Kabeltragsystem, Steckdosenmontage,
Auflegen KAT6, Kontrollmessung (7 Stunden / DM 20,-) |
DM 14.560,- |
| 2 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 1.000,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 10.000,- |
|
Gesamtkosten Jahnstraße LAN |
DM 38.540,- |
Abb. 44: Kalkulation Jahnstraße-LAN
9.5 Wohnheim Natruper Straße
Insgesamt ist die Inhausverkabelung im Wohnheim
Natruper Straße ziemlich problematisch. Die einzigen nutzbaren Leerrohre
verbinden den Keller mit einem zentralen Punkt in jeder Wohnung. In den
Rohren liegt schon das Telefonkabel, eine oder zwei LWL-Duplexleitung(en)
hätte(n) aber darin noch Platz. Im Erdgeschoß befinden sich
3 Appartments, eine 4er und eine 5er Wohngemeinschaft. Die 3 weiteren Stockwerke
beheimaten je zwei 2er Wohngemeinschaften und zwei 4er Wohngemeinschaften.
Innerhalb der Wohnungen müßten die Leitungen also auf Putz in
Kabelkanälen verlegt werden.
Die Zimmer in den 2er Wohngemeinschaften
sind sinnvollerweise direkt mit LWL-Kabel (Duplex Leitung) mit dem Versorgungsraum
des Hauses (Zählerraum im Keller) zu verbinden. Für die Appartments
im Erdgeschoß gilt das gleiche, nur daß auf eine Aufputzverlegung
innerhalb der Wohnung verzichtet werden kann, weil das Leerrohr schon an
der richtigen Stelle endet. Die Zimmer in den 4er, und 5er Wohngemeinschaften
sollten über KAT6 mit dem Leerrohr im jeweiligen Flur verbunden, dort
über einen Switch konzentriert und über LWL-Kabel (Duplex Leitung)
mit dem Versorgungsraum des Hauses verbunden werden. In den großen
Wohngemeinschaften müßten entgegen den Aussagen in Kapitel
6.2 Switches ohne Managementfunktion eingebaut werden, weil kleine
Switches mit dem Sicherheitsmanagement nicht verfügbar sind. Die Verwendung
einer falschen Identität im Netz kann dann zwar nicht mehr 100% tig
unterbunden werden, aber ein Abhören (Sniffing) ist nach wie vor nicht
möglich.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 33 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 495,- |
| 660m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 514,- |
| 8 |
19" Patch-Panel KAT6 6xRJ45 |
DM 552,- |
| 1 |
19" Netzwerkstandverteiler 28 HE incl. Schließung |
DM 995,- |
| 1 |
Switch HP Procurve 1600M incl. 16 x 10/100 RJ45 |
DM 2.109,- |
| 1 |
Modul 8 x 10/100 RJ45 für HP Procurve |
DM 830,- |
| 8 |
Switch HP Procurve 408 |
DM 3.552,- |
| 46 |
Medienkonverter 100BaseTX <-> 100BaseFX MM |
DM 11.822,- |
| 1 |
Installation 230V Anschluß |
DM 250,- |
| 1150m |
Duplex LWL Leitung MM |
DM 1.150,- |
| 92 |
Steckermontage LWL und OTDR-Messung |
DM 2.300,- |
| 660m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x15 |
DM 429,- |
| 56 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 336,- |
| 23 |
LWL Anschlußsteckdose 1xSC Duplex |
DM 460,- |
| 48 |
Installation Kabelkanal, Bohrungen durch Zimmerwände, Verlegen
KAT6 Leitung, Verlegen LWL Leitung, Steckdosenmontage, Auflegen KAT6, Kontrollmessung
(13 Stunden / DM 20,-) |
DM 12.480,- |
| 1 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 500,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 3.000,- |
|
Gesamtkosten Natruper Straße LAN |
DM 41.774,- |
Abb. 45: Kalkulation Natruper Straße-LAN
9.6 Wohnheim Blumenmorgen
Das eigentliche Problem im Wohnheim Blumenmorgen
stellt die einzelne Lage der Häuser dar. Es handelt sich um Reihenhäuser,
jedoch befinden sich innerhalb der "Reihe" 4 Lücken, die durch LWL-Erdleitungen
zu überbrücken wären. Eine Alternative dazu gibt es nicht,
Kupferleitungen wären länger als 100m. Der zentrale Sternkoppler
für alle Häuser sollte sinnvollerweise in dem Haus eingebaut
werden, das am nächsten an der Straße liegt, weil von einer
externen Anbindung über eine Erdleitung auszugehen ist (evt. in Zusammenarbeit
mit der FH-Haste, die direkt nebenan liegt). Innerhalb der Doppelhäuser
bietet sich eine Verkabelung mit KAT6 an, weil lediglich ein Rohrschacht
zur Verlegung genutzt werden kann, weitere Leerrohre stehen nicht zur Verfügung.
Alle anderen Strecken müßten in neue Kabelkanäle verlegt
werden. Für jeweils 2 Reihenhäuser sollte ein Unterverteilschrank
vorgesehen werden.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 57 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 855,- |
| 1700m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 1.326,- |
| 5 |
19" Patch-Panel KAT6 24xRJ45 |
DM 1.000,- |
| 1 |
19" Netzwerkwandschrank 12 HE incl. Schließung |
DM 399,- |
| 4 |
19" Netzwerkwandschrank 6 HE incl. Schließung |
DM 1.172,- |
| 5 |
Switch HP Procurve 1600M incl. 16 x 10/100 RJ45 |
DM 10.545,- |
| 1 |
Modul 8 x 10/100 RJ45 für HP Procurve |
DM 830,- |
| 10 |
Medienkonverter 100BaseTX <-> 100BaseFX MM |
DM 3.710,- |
| 5 |
Installation Erdung und 230V Anschluß |
DM 5.000,- |
| 300m |
Vollader LWL Innen- und Außenkabel MM, 4 Fasern |
DM 720,- |
| 20 |
Steckermontage LWL und OTDR-Messung |
DM 500,- |
| 350m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x30 |
DM 385,- |
| 120m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x15 |
DM 80,- |
| 68 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 408,- |
| 1 |
Erdarbeiten, Verlegen Erdkabel, Mauerdurchführungen (70 Stunden
/ DM 20,-) |
DM 1.400,- |
| 57 |
Verlegen KAT6 Leitung, Installation Kabelkanal, Steckdosenmontage,
Auflegen KAT6, Kontrollmessung (10 Stunden / DM 20,-) |
DM 11.400,- |
| 5 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 2.500,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 2.500,- |
|
Gesamtkosten Blumenmorgen LAN |
DM 44.730,- |
Abb. 46: Kalkulation Blumenmorgen-LAN
9.7 Wohnheim Rostocker Straße
Weil das Wohnheim Rostocker Straße aus
11 Reihenhäusern besteht, stellt sich in erster Linie die Frage, wie
die Häuser untereinander zu verbinden sind. Nahezu ausschließlich
kann eine Kabelverlegung über die Dachböden erfolgen, dort würde
eine Befestigung mittels verzinkten Stahl-Kabelwannen erfolgen. Die Zwischenwände
der Häuser sind allerdings brandschutztechnisch relevant, so daß
die Kabeldurchführungen fachmännisch ausgeführt werden müßten.
Wie auch im Wohnheim Blumenmorgen ist die Häuserreihe an einer Stelle
unterbrochen. Die Verbindung müßte also auch hier über
LWL-Erdkabel durchgeführt werden. Insgesamt ist eine Verkabelung mit
KAT6 und 2 Sternköpfen, dazwischen die LWL-Strecke, anzustreben. In
den Häusern lassen sich die Leitungen am besten in weißen Kabelkanälen
im Flur verlegen, Leerrohre sind nicht nutzbar. Die Netzwerkschränke
sollten nicht auf den Dachböden installiert werden, weil es dort im
Sommer sehr warm wird. Besser können diese verschlossenen Wandschränke
im Flur der Häuser aufgehängt werden.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 55 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 825,- |
| 3300m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 2.574,- |
| 3 |
19" Patch-Panel KAT6 24xRJ45 |
DM 600,- |
| 2 |
19" Netzwerkwandschrank 12 HE incl. Schließung |
DM 798,- |
| 1 |
Switch HP Procurve 4000M incl. 40 x 10/100 RJ45 |
DM 4.510,- |
| 1 |
Switch HP Procurve 1600M incl. 16 x 10/100 RJ45 |
DM 2.109,- |
| 2 |
Medienkonverter 100BaseTX <-> 100BaseFX MM |
DM 742,- |
| 2 |
Installation Erdung und 230V Anschluß |
DM 2.000,- |
| 50m |
Vollader LWL Innen- und Außenkabel MM, 4 Fasern |
DM 120,- |
| 4 |
Steckermontage LWL und OTDR-Messung |
DM 100,- |
| 350m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x30 |
DM 385,- |
| 120m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x15 |
DM 80,- |
| 58 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 348,- |
| 60m |
Kabeltragsystem Stahl verzinkt |
DM 990,- |
| 9 |
Kernbohrungen in Beton oder Wand |
DM 900,- |
| 9 |
Kernbohrungen in Beton oder Wand |
DM 1.100,- |
| 8 |
Erdarbeiten, Verlegen Erdkabel, Mauerdurchführungen (20 Stunden
/ DM 20,-) |
DM 400,- |
| 55 |
Verlegen KAT6 Leitung, Installation Kabelkanal, Steckdosenmontage,
Auflegen KAT6, Kontrollmessung (10 Stunden / DM 20,-) |
DM 11.000,- |
| 2 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 1.000,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 2.500,- |
|
Gesamtkosten Rostocker Straße LAN |
DM 33.081,- |
Abb. 47: Kalkulation Rostocker Straße-LAN
9.8 Wohnheim Wiesenstraße
Im Wohnheim Wiesenstraße lassen sich
2 alte Schornsteinzüge für die Verlegung von Kabeln verwenden.
Weitere Leerrohre sind nicht vorhanden. Auch die Leitungen für Kabelfernsehen
und Telefon wurden bereits auf diese Weise installiert. Von Zimmer, die
sich nicht direkt an einem der beiden Schornsteine befinden, würden
die Leitungen auf Putz (eventuell in einem Kabelkanal) zu einem der Schornsteinzüge
verlegt. Insgesamt sollte eine Verkabelung nach dem KAT6 Standard erfolgen.
Der zentrale Netzwerkschrank würde wie üblich im Keller installiert.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 20 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 300,- |
| 1000m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 780,- |
| 1 |
19" Patch-Panel KAT6 24xRJ45 |
DM 200,- |
| 1 |
19" Netzwerkwandschrank 12 HE incl. Schließung |
DM 399,- |
| 1 |
Switch HP Procurve 1600M incl. 16 x 10/100 RJ45 |
DM 2.109,- |
| 1 |
Modul 8 x 10/100 RJ45 für HP Procurve |
DM 830,- |
| 4 |
Installation Erdung und 230V Anschluß |
DM 1.000,- |
| 150m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x30 |
DM 165,- |
| 21 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 126,- |
| 20 |
Verlegen KAT6 Leitung, Installation Kabelkanal, Bohrungen in Mauerwerk,
Steckdosenmontage, Auflegen KAT6, Kontrollmessung (8 Stunden / DM 20,-) |
DM 3.200,- |
| 1 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 500,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 2.000,- |
|
Gesamtkosten Wiesenstraße LAN |
DM 11.609,- |
Abb. 48: Kalkulation Wiesenstraße-LAN
9.9 Wohnheim Kommenderiestraße
Im Wohnheim Kommenderiestraße wären
für eine Rechnernetzinstallation viele Aufputzinstallationen mit Hilfe
von Kabelkanälen nötig. Lediglich aus dem Keller zum jeweiligen
Stockwerk könnte man die zu empfehlenden KAT6 Leitungen durch einen
Versorgungsschacht und eventuell ein Leerrohr nachträglich einziehen.
Unterhalb des Versorgungsschachtes würde es sich dann anbieten den
zentralen Verteilerschrank unterzubringen.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 42 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 630,- |
| 2500m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 1.965,- |
| 2 |
19" Patch-Panel KAT6 24xRJ45 |
DM 400,- |
| 1 |
19" Netzwerkwandschrank 12 HE incl. Schließung |
DM 399,- |
| 1 |
Switch HP Procurve 4000M incl. 40 x 10/100 RJ45 |
DM 4.510,- |
| 1 |
Modul 8 x 10/100 RJ45 für HP Procurve |
DM 830,- |
| 1 |
Installation Erdung und 230V Anschluß |
DM 1.000,- |
| 800m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x30 |
DM 880,- |
| 43 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 258,- |
| 42 |
Verlegen KAT6 Leitung, Installation Kabelkanal, Bohrungen in Mauerwerk,
Steckdosenmontage, Auflegen KAT6, Kontrollmessung (14 Stunden / DM 20,-) |
DM 11.760,- |
| 1 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 500,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 3.000,- |
|
Gesamtkosten Kommenderiestraße LAN |
DM 26.132,- |
Abb. 49: Kalkulation Kommenderiestraße-LAN
9.10 Wohnheim Leggeweg
Weil das Wohnheim Leggeweg aus 13 Reihenhäusern
besteht, stellt sich in erster Linie die Frage, wie die Häuser untereinander
zu verbinden sind. Nahezu ausschließlich kann eine Kabelverlegung
über die Dachböden erfolgen. Die Zwischenwände der Häuser
sind allerdings brandschutztechnisch relevant, so daß die Kabeldurchführungen
fachmännisch ausgeführt werden müssen. Insgesamt ist eine
Verkabelung mit KAT6 und einem Sternkopf, der sinnvollerweise in dem mittleren
Reihenhaus aufzustellen ist, anzustreben. In den Häusern lassen sich
die Leitungen am besten in weißen Kabelkanälen im Flur verlegen,
weil der geringe Durchmesser und die Busstruktur eine Nutzung der Leerrohre
des Kabelfernsehens verbietet. Der Sternkopf (Netzwerkkschrank) sollte
nicht auf dem Dachboden installiert werden, weil es dort im Sommer sehr
warm wird. Besser kann dieser verschlossene Wandschrank im Flur des einen
Hauses aufgehängt werden.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 65 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 975,- |
| 3900m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 3.042,- |
| 3 |
19" Patch-Panel KAT6 24xRJ45 |
DM 600,- |
| 1 |
19" Netzwerkwandschrank 12 HE incl. Schließung |
DM 399,- |
| 1 |
Switch HP Procurve 4000M incl. 40 x 10/100 RJ45 |
DM 4.510,- |
| 4 |
Module 8 x 10/100 RJ45 für HP Procurve |
DM 3.320,- |
| 1 |
Installation Erdung und 230V Anschluß |
DM 1.000,- |
| 400m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x30 |
DM 440,- |
| 150m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x15 |
DM 100,- |
| 80m |
Kabeltragsystem Stahl verzinkt |
DM 1.320,- |
| 66 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 396,- |
| 12 |
Kernbohrungen in Beton oder Wand |
DM 1.200,- |
| 12 |
Brandabschottungen zur Kabeldurchführung incl. Montage |
DM 1.340,- |
| 65 |
Verlegen KAT6 Leitung, Installation Kabelkanal, Steckdosenmontage,
Auflegen KAT6, Kontrollmessung (10 Stunden / DM 20,-) |
DM 13.000,- |
| 1 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 500,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 2.500,- |
|
Gesamtkosten Leggeweg LAN |
DM 34.642,- |
Abb. 50: Kalkulation Leggeweg-LAN
9.11 Wohnheim Wörthstraße
Im Wohnheim Wörthstraße wurden
die Leitungen für Telefon und Kabelfernsehen vertikal vom Keller aus,
von Stockwerk zu Stockwerk, in Leerrohren verlegt. Somit verbinden jeweils
2 Leerrohre die Zimmer untereinander. In diesen Leerrohren ist noch für
insgesamt 4 LWL-Duplex-Kabel Platz, KAT6 Leitungen wären zu dick.
Die 4 LWL-Leitungen entsprächen den 4 zu versorgenden Stockwerken.
Mit dieser Technologie wäre es also möglich das ganze Wohnheim
nahezu ohne Stemm- und Bohrarbeiten zu verkabeln. Ein zentraler Netzwerkschrank
im Keller würde alle LWL-Leitungen sammeln und verbinden.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 1 |
19" Netzwerkstandverteiler 28 HE incl. Schließung |
DM 995,- |
| 76 |
LWL Anschlußsteckdose 1xSC Duplex |
DM 1.520,- |
| 1 |
Switch HP Procurve 4000M incl. 40 x 10/100 RJ45 |
DM 4.510,- |
| 5 |
Module 8 x 10/100 RJ45 für HP Procurve |
DM 4.150,- |
| 76 |
Medienkonverter 100BaseTX <-> 100BaseFX MM |
DM 19.532,- |
| 1 |
230V Anschluß |
DM 500,- |
| 3000m |
Duplex LWL Leitung MM |
DM 3.000,- |
| 304 |
Steckermontage LWL und OTDR-Messung |
DM 7.600,- |
| 77 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 462,- |
| 257 |
Verlegen LWL Leitung, Steckdosenmontage, (4 Stunden / DM 20,-) |
DM 6.080,- |
| 4 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 2.000,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 2.000,- |
|
Gesamtkosten Wörthstraße LAN |
DM 52.349,- |
Abb. 51: Kalkulation Wörthstraße-LAN
9.12 Wohnheim Klushügel
Das Wohnheim Klushügel besteht aus 3
einzelnen Häusern in denen keine bestehenden Leerrohre zur Leitungsverlegung
genutzt werden können. Diese sind nämlich entweder gar nicht
vorhanden oder vollständig mit Telefonleitungen belegt. Dort ein Rechnernetz
auf Basis von KAT6 oder LWL zu installieren wäre mit erheblichen Bohr-,
Stemm- und Erdarbeiten verbunden. Die Arbeitszeit und die damit verbundenen
Arbeitskosten wären enorm, die Belästigung der Bewohner erheblich
und langwierig. Aus diesem Grund werden die Kosten für ein konventionelles
LAN hier nicht kalkuliert.
Wenn man dort wirklich nicht auf ein Netzwerk
verzichten will, wäre vielleicht die Installation eines FunkLANs (Kapitel
3.114) sinnvoll. Die folgende Kalkulation bezieht sich auf diese (Not)Lösung.
Es wird dafür die Variante mit einer maximalen Geschwindigkeit von
11 Mbit/s gewählt. Wegen der erheblichen Kosten für die PC-Einsteckkarten
wird davon ausgegangen, daß 50% der Bewohner mit Daten versorgt werden
sollen.
Vor der Installation eines solchen Systems
müssen Messungen der Herstellerfirma erfolgen, die Versorgungslücken
im Wohnheim und eventuelle Störungen durch den Fahrbetrieb der Deutschen
Bahn AG (direkt nebenan) im Vorfeld aufdecken.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 1 |
Access Point (Basisstation) |
DM 3.650,- |
| 25 |
PCI-PC-Einsteckkarte mit externer Antenne |
DM 39.125,- |
| 1 |
wetterfeste Installation des Access Point |
DM 2.000,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 3.000,- |
|
Gesamtkosten Klushügel LAN |
DM 47.775,- |
Abb. 52: Kalkulation Klushügel-LAN
9.13 Wohnheim Lüstringer
Straße
Das Wohnheim Lüstringer Straße
besteht aus einem Altbau, in dem nahezu keine Leerohre nutzbar sind, und
einem Neubauteil. Dort befinden sich Leerrohre, jeweils ein Stück
für 2 Zimmer, die in einem zentralen Versorgungsschacht enden, der
eine Verbindung in den Keller ermöglicht. Dadurch ist es möglich
alle Zimmer im Neubauteil des Wohnheimes ohne Bohr- und Stemmarbeiten mit
LWL-Duplexleitung zu verkabeln. Kupferleitung (KAT6) wäre zu dick.
Alle einzelnen Leitungen werden im Keller gebündelt und zum zentralen
Netzwerkschrank im Altbau des Wohnheimes geführt.
Im Altbau müßte eine komplette
Neuinstallation, auf KAT6 Basis, in den Wohnungen erfolgen. Dazu können
lediglich 2 alte, nicht mehr verwendete Schornsteine benutzt werden, durch
die alle Leitungen vom Keller in die Wohnungen geführt werden. Die
Aufputzverkabelung mit Kabelkanal läßt sich dadurch aber immerhin
auf ein Minimum beschränken.
| Stückzahl |
Artikel / Leistung |
Gesamtpreis |
| 24 |
KAT6 Anschlußsteckdose 1xRJ45 |
DM 360,- |
| 960m |
KAT6 S/UTP FRNC Leitung |
DM 748,- |
| 1 |
19" Patch-Panel KAT6 24xRJ45 |
DM 200,- |
| 1 |
19" Netzwerkwandschrank 12 HE incl. Schließung |
DM 399,- |
| 1 |
Switch HP Procurve 4000M incl. 40 x 10/100 RJ45 |
DM 4.510,- |
| 1 |
Modul 8 x 10/100 RJ45 für HP Procurve |
DM 830,- |
| 24 |
Medienkonverter 100BaseTX <-> 100BaseFX MM |
DM 6.168,- |
| 1 |
Installation Erdung und 230V Anschluß |
DM 700,- |
| 1500m |
LWL Duplexleitung MM |
DM 1.500,- |
| 96 |
Steckermontage LWL und OTDR-Messung |
DM 2.400,- |
| 24 |
LWL Anschlußsteckdose 1xSC Duplex |
DM 480,- |
| 160m |
Kunststoffkabelkanal weiß 15x30 |
DM 176,- |
| 48 |
Patch-Kabel KAT6 0,7m |
DM 288,- |
| 24 |
Verlegen KAT6 Leitung, Installation Kabelkanal, Steckdosenmontage,
Auflegen KAT6, Kontrollmessung (8 Stunden / DM 20,-) |
DM 3.840,- |
| 24 |
Verlegen LWL Leitung, Steckdosenmontage (4 Stunden / DM 20,-) |
DM 1.920,- |
| 1 |
Installation Netzwerkschrank, Auflegen KAT6, Kontrollmessung |
DM 500,- |
|
Unvorhergesehenes und Kleinteile |
DM 2.500,- |
|
Gesamtkosten Lüstringer Straße LAN |
DM 27.519,- |
Abb. 53: Kalkulation Lüstringer Straße-LAN
10. Gesamtkalkulation
| Kostenart |
Betrag |
| Inhausnetz Wohnheim Jahnplatz (Kapitel 9.1) |
DM 114.316,- |
| Inhausnetz Wohnheim Salzmarkt (Kapitel 9.2) |
DM 74.246,- |
| Inhausnetz Wohnheim Dodesheide (Kapitel 9.3) |
DM 99.399,- |
| Inhausnetz Wohnheim Jahnstraße (Kapitel 9.4) |
DM 38.540,- |
| Inhausnetz Wohnheim Natruper Straße (Kapitel
9.5) |
DM 41.774,- |
| Inhausnetz Wohnheim Blumenmorgen (Kapitel 9.6) |
DM 44.730,- |
| Inhausnetz Wohnheim Rostocker Straße (Kapitel
9.7) |
DM 33.081,- |
| Inhausnetz Wohnheim Wiesenstraße (Kapitel
9.8) |
DM 11.609,- |
| Inhausnetz Wohnheim Kommenderiestraße (Kapitel
9.9) |
DM 26.132,- |
| Inhausnetz Wohnheim Leggeweg (Kapitel 9.10) |
DM 34.642,- |
| Inhausnetz Wohnheim Wörthstraße (Kapitel
9.11) |
DM 52.349,- |
| Inhausnetz Wohnheim Klushügel (Kapitel 9.12) |
DM 47.775,- |
| Inhausnetz Wohnheim Lüstringer Straße (Kapitel
9.13) |
DM 27.519,- |
| WAN-Verbindungen (Kapitel 8.25) |
DM 446.359,- |
| LAN Kabelmeter mit LWL-Option (Meßgerät für KAT6-
und MM-LWL-Kabel) |
DM 6.022,- |
| Angestellte(r) zur Betreuung (Bauleitung) für 6 Monate
(Kapitel 8.24) |
DM 40.000,- |
| Layer-3 Switch im Universitätsgebäude am Heger-Tor-Wall |
DM 9.000,- |
| Server der Dienste WWW, FTP, Mail für alle Wohnheime (Kapitel
6.4) |
DM 15.000,- |
| Ausstattung Verwaltungsraum für Betreiberverein (Kapitel
6.5) |
DM 5.000,- |
| Gesamtkosten des Projetes |
DM 1.167.493,- |
Abb. 54: Gesamtkostenkalkulation des Projektes Studentennetz Osnabrück
11. Schlußbetrachtungen
Hinter jeder Projektplanung steht die Frage
der Realisierung. Mit der Ausstattung des Wohnheimes Caprivistraße
wurde vom Studentenwerk Osnabrück bereits im Vorfeld ein Zeichen für
die Bereitschaft zur Realisierung nachrichtentechnischer Projekte gesetzt.
Negative Erfahrungen wurden während der Bauzeit, die sich extrem lang
gestaltete, deutlich. Mit dieser Diplomarbeit soll eine Grundlage für
eine zügige Ausstattung der Wohnheime geschaffen werden. Immer wiederkehrende
Probleme sollen öffentlich gemacht werden, damit im Vorfeld Lösungen
gefunden werden können.
Es ist unwahrscheinlich, daß sich
die Entscheidungsträger zur vollständigen Projektrealisierung
entschließen werden. Mit dieser Absicht wurde aber auch nicht geplant.
Vielmehr besteht die Möglichkeit alle Wohnheime nacheinander zu bearbeiten
und den aktuellen Entwicklungen und Erfahrungen gerecht zu werden, so daß
sich am Ende der Planungszustand ergibt. Es muß aber darauf geachtet
werden, daß zwischen den Projekten aufgrund der WAN-Anbindungen gewisse
Abhängigkeiten bestehen. Außerdem stellt sich bei einer länger
andauernden Realisierungsphase die Frage nach dem Projektleiter, der dann
über einen erheblich längeren Zeitraum beschäftigt werden
müßte.
Es ist sicher sinnvoll zuerst die großen
Wohnheime (Dodesheide, Jahnplatz) zu betrachten, weil dort die Kosten pro
"an das Hochschulnetz angebundenes Zimmer" geringer sind. Auch teilt sich
der Betrag für die WAN Anbindung unter der hohen Anzahl der Zimmer
auf. Vor dem Ende des Gesamtprojektes könnte dann darüber
nachgedacht werden auch sehr kleine Wohnheime (unter 20 Wohnplätze),
die in dieser Diplomarbeit von der Studentennetzplanung ausgenommen wurden,
auch noch zu bearbeiten. Mit dem Zustand könnte die Wohnheimverwaltung,
wie auch schon einige andere Universitätsstädte, mit dem Fazit
"alle Wohnheime am Hochschulnetz" werben, was sicher im Interesse aller
Beteiligten (Universität, Fachhochschule, Studentenwerk, Studierende)
ist.
Während die Ausführungen über
Telefonanschlüsse und Radio- / Fernsehprogrammverteilung hauptsächlich
eine Minimierung der Kosten bei ähnlichen Leistungen zur Folge haben,
stellt das Projekt "Rechnernetz in Wohnheimen" eine neue Technologie zur
Verfügung und erhält dadurch eine vergleichsweise höhere
Priorität. Das sollte sich auch in der Reihenfolge der Projektrealisierung
bemerkbar machen.
Insgesamt gibt es in den Osnabrücker
Wohnheimen viele Möglichkeiten die nachrichtentechnische Infrastruktur
mit realistischen Mitteln zu verbessern, offensichtlich ist dazu auch die
nötige Motivation und Innovation vorhanden.
12. Literatur- und Adreß-Verzeichnis
-
Homepage des Hermann-Ehlers-Hauses - http://www.heh.uni-osnabrueck.de,
8.9.1999
-
Homepage des SedaNet e.V. - http://www.sedan.uni-osnabrueck.de,
8.9.1999
-
Integration studentischer Wohnanlagen in die
Datenkommunikation einer Hochschule - Hans-Ulrich Kiel, 1996
-
ADSL Infos - http://www.top-shop.net/ADSL/,
8.9.1999
-
xDSL Infos der VDE Gruppe Stuttgart - http://www.uni-stuttgart.de/STUDinfo/vde/infos/modem/xDSL.html,
8.9.1999
-
Pilotprojekt Münster - http://www.uni-muenster.de/ZIV/ADSLProjekt/,
8.9.1999
-
Cisco Webkatalog - http://www.cisco.com/warp/public/cc/cisco/mkt/
access/cpe600/prodlit/_de_675_ds.htm, 8.9.1999
-
ADSL Feldversuch Göttingen - http://gwdu19.gwdg.de/~aisslei/adsl/,
8.9.1999
-
ADSL Lesezeichen - http://www.weblehre.de/hardware/397.htm,
8.9.1999
-
Stört Datenfunk auf Leitungen den KW-Empfang
? - CQ DL Amateurfunkmagazin, 3/1999
-
Skript zur Vorlesung Kommunikationsnetze -
Prof. Dr. Gerald Timmer 1998
-
BK-Netz Hannover - http://www.rvs.uni-hannover.de/Wohnheim/,
9.9.1999
-
"Schwarzes Brett" des WH-NOC - http://www.uni-stuttgart.de/wh/noc/board_old.htm,
9.9.1999
-
Steinkühler Netzwerk Systeme - http://www.steinkuehler.de/wavelanuebersicht.htm,
9.9.1999
-
HIT-Haack IT Service - http://www.hit-gmbh.de/sonderpr.asp,
9.9.1999
-
Anschlußbelegung UAE-DAT100 - Merkblatt
BTR Telecom 1994
-
SecoNet Katalog 1999 - SecoNet GmbH Berlin
-
Fachbericht: Internet im Wohnheim - http://www.fh-telekom-leipzig.de/~s97324/projekt1/,
14.9.1999
-
Grundlagen der Netzwerk- und DFÜ-Technik
- http://www.shamrock.de/dfu/indexj.htm, 14.9.1999
-
Fast Ethernet und Gigabit Ethernet - http://www.may.co.at/netzwerke/Netzwerktechnologien/gigaethern.htm,
14.9.1999
-
Lokale Netze Skript - http://homepages.fh-giessen.de/~hg51/Lan/lan_98.html,
14.9.1999
-
Netzwerke LAN - http://www.office-shop.de/info/lannetze.htm,
14.9.1999
-
Flughafen Düsseldorf durch PVC... - http://www.greenpeace.de/GP_DOK_3P/PRESSEMI/P960416.HTM,
14.9.1999
-
transtec Germany Homepage - http://www.transtec.de/doit/home/sid=0376B74DBXX5FFC4?country=d,
14.9.1999
-
1000Base Verkabelung - http://www.deltacom.de/press/gigabit/news260598.htm,
14.9.1999
-
Grundlagen Gigabit Ethernet - http://www.deltacom.de/products/efg/fe5bis8_nf.htm,
14.9.1999
-
Soft-Carrier Katalog 1998/99 - soft-carrier
Computerzubehör GmbH Trier
-
Ethernet Infos - http://www.goc.de/ethernet.htm,
16.9.1999
-
LWL Grafik - http://wir-kabel.de/04-b/04-b-01.htm,
16.9.1999
-
Know-how LWL - http://www.baader-computer.de/know/s12.htm,
16.9.1999
-
LWL Kabel von FOP GmbH Crailsheim - http://www.fop.de/lwlkab.htm,
16.9.1999
-
a.b.a.-tec Homepage - http://www.abatecgmbh.de/Home.html,
16.9.1999
-
Euromicron GmbH - http://www.euromicron-fo.de/,
16.9.1999
-
Fernmelde-Ingenieur 4/'99 - IP und ATM von
H. Orlamünder
-
VDS 2080 - Richtlinien zur Schadensverhütung
für Kabelverteilsysteme
-
VDS 2025 - Richtlinien zur Schadensverhütung
für Kabel- und Leitungsanlagen
-
Bandbreite zum Spartarif, Bernd Reder - Gateway
Magazin 12-13/99
-
Saft über das Datenkabel, D.Mohl &
T.Schramm - Gateway Magazin 12-13/99
-
Projektierungshilfen für Gemeinschaftsantennenanlagen
- Firma Blankom, Bad Blankenburg
-
Lieferprogramm 98 / 99 - Blankom Antennentechnik
GmbH, Bad Blankenburg
-
Satelliten-Empfangsanlagen - Kathrein-Werke
KG, Rosenheim
-
Tabellen Kommunikationselektronik - Brechmann,
Dzieia, Hörnemann, Hübscher, Jagla, Petersen
-
Systemkomponenten für interaktive Breitband-Netze
- Hirschmann Rheinmetall Elektronik
-
DVB-Digital Video Broadcasting - http://www.e-technik.uni-kl.de/nachrichtentechnik/nat-forschung/dvb.html,
27.9.1999
-
Digital und terrestrisch - radio fernsehen
elektronik 4 / 98
-
DAB Inhouse-Versorgung - radio fernsehen elektronik
3 / 99
-
Online Katalog WIR-Kabel - http://wir-kabel.de/04-b/04-b-11.htm,
27.9.1999
-
Preisliste Deutsche Telekom AG: Standard-Festverbindungen
-
Afu noch verschont, u.a. - CQ DL Amateurfunkmagazin,
6/1999 und 8/1999
-
Regulierungsbehoerde fuer Telekommunikation
und Post - http://www.regtp.de/, 28.9.1999
-
ARtem )))) Produkte - http://www.artem.de/deutsch/produkte/wirelessbridge/bundles.html,
28.9.1999
-
OMNITRON Laserlink - http://www.omnitron.de/angebote/opt_rf3.html,
29.9.1999
-
ATM Technik - http://www.uni-karlsruhe.de/~hadinet/atm.html,
11.10.1999
-
SDH Beschreibung - http://2cool4u.ch/Technische_Infos_zu_SDH_&_ATM/
Technische_Infos_SDH_&_ATM.htm, 28.9.1999
-
ATM-Informationen - http://www.transtec.de/adb/WWW_cat.main.plp/
sid=037DE6149XX47DCL?Z/D/D/D/chap%3Bgellan/YYYYL, 11.10.1999
-
Internet-Traffic bändigen - Fachzeitschrift
N&C, 5/99
-
Vorfahrt für eilige Daten, Erwin Kampmann
- Gateway Magazin 12-13/99
-
DFN e.V. Homepage - http://www.dfn.de, 11.10.1999
-
Schnitzeljagd, Browser-Dienst im Windows-Netzwerk
- Jörg Rech, c't 12/1999
-
Bandbreite der Datenautobahn - http://www.tu-bs.de/rz/doku/mitteilungen/mitt152/node3.html,
19.10.1999
-
uni@home-zum City-Tarif ins Internet - http://www.fernuni-hagen.de/URZ/FUNet/telekom.zugang.html
-
Wohnheim-Server-RHW-Münster - http://www-rhw.uni-muenster.de/,
21.10.1999
-
Studentenwerk Münster - http://www.uni-muenster.de/Studentenwerk/,
22.10.1999
-
Clausthaler Wohnheime am Netz - http://home.tu-clausthal.de/student/wohnheime/,
22.10.1999
-
Selbst vernetzen spezial - Jürgen Kuri,
c't 17/1999
-
hacker's guide-Sicherheit im Internet und
im lokalen Netz - anonymous, 1998
-
Siemens Consultant Handbuch CDRom, Ausgabe
99/I
-
Technische Empfehlung für Empfangs- und
Verteilanlagen für Rundfunksignale - BAPT, 1996